Das Aus für das Verbund-Kohlekraftwerk in Mellach (Steiermark) bedeutet auch das Ende der Kohleverstromung in Österreich

Nach Ende der Kohleverstromung muss der Umstieg auf erneuerbare Energien noch viel entschlossener vorangetrieben
werden.

Wien (OTS) – Das Aus für das  Verbund-Kohlekraftwerk in Mellach
(Steiermark), bedeutet auch das Ende  der Kohleverstromung in
Österreich. Die österreichische  Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
hat sich jahrelang dafür  eingesetzt: „Das Aus für die
Kohleverstromung ist ein historischer Tag  für den Klimaschutz in
Österreich. Die Menschen in unserem Land können  aufatmen. Wir alle
werden von sauberer Luft und einer Verbesserung der  Gesundheit
profitieren. Jetzt gilt es, den Umbau zu einem 100 Prozent  auf
erneuerbaren Energien basierendem Energiesystem in allen Bereichen 
noch viel entschlossener voranzutreiben. Auch der Verbund sollte
jetzt  seine Pläne konkretisieren, wie er die letzten Reste an
klimaschädlichen  Technologien hinter sich lassen will und zu einem
100 Prozent  erneuerbaren Energiekonzern wird“, sagt Johannes
Wahlmüller, Klima- und  Energiesprecher von GLOBAL 2000.

  Vor wenigen Jahren wurden in den  Kraftwerken von Verbund
(Mellach, Steiermark), EVN (Dürnrohr,  Niederösterreich) und Energie
AG (Riedersbach, Oberösterreich) noch  jährlich 1,3 Millionen Tonnen
Kohle für die Stromerzeugung verfeuert und  damit ein CO2-Ausstoß von
3,6 Mio. Tonnen verursacht. Darüber hinaus  trugen diese Anlagen
erheblich zum Ausstoß von Stickoxiden, Feinstaub  und Quecksilber
bei. Eine [Studie von GLOBAL 2000]
(https://www.global2000.at/kohlestudie)  zeigte, dass jedes Jahr
tausende Atemwegserkrankungen von Erwachsenen  und Kindern und 120
vorzeitige Todesfälle auf Luftschadstoffe aus diesen  Anlagen
zurückzuführen waren. „Diese Kohlekraftwerke führten zu großer 
Schadstoffbelastung. Doch darüber wurde kaum gesprochen. Es freut
uns,  dass nach hartnäckigem Drängen durch GLOBAL 2000 Bewegung in
die Sache  gekommen ist. Jetzt gilt es aber die nächsten Schritte zu
setzen, denn  wir sind noch lange nicht am Ziel“, so Wahlmüller
weiter.

  Kohle  wird in Österreich nun zwar nicht mehr zur Stromerzeugung
verwendet,  große Mengen werden aber weiter in der Stahlindustrie
eingesetzt und  rund 6.000 Haushalte heizen noch immer mit Kohle. In
Summe werden noch  immer 67,4 Prozent der Energie für Strom, Heizen,
Mobilität und  Industrie aus Erdöl, Erdgas und Kohle gewonnen. GLOBAL
2000 fordert  deshalb die Bundesregierung auf, mit einem
zukunftsfähigem  Konjunkturpaket gezielte Klimaschutzinvestitionen
auf den Weg zu  bringen: „Wir brauchen nach Lösung der Corona-Krise
dringend ein  Konjunkturpaket mit mindestens einer
Klimaschutzmilliarde pro Jahr an  zusätzlichen Mitteln. Der Ausbau
von Bahn- und Busverbindungen,  thermische Sanierung und
Heizkesseltausch schützt das Klima, belebt die  Wirtschaft und bringt
auch der Bevölkerung eine bessere Lebensqualität“,  sagt Wahlmüller
abschließend.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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