Über 2.600 steirische Hasen wurden im Vorjahr Opfer des Straßenverkehrs

Im Vorjahr sind in der Steiermark mehr als 2.600 Feldhasen dem Kfz-Verkehr zum Opfer gefallen, informiert der VCÖ. Im Vergleich zum Jahr davor nahm die Zahl der nieder gefahrenen Hasen um 14 ab. Der Lebensraum von Feldhasen wird von vielen Straßen durchschnitten. In der Steiermark ist das Straßennetz fast 24.000 Kilometer lang. Bodenversiegelung ist ein zunehmendes Umweltproblem. Der VCÖ drängt auf ein Umdenken in der Infrastrukturpolitik und spricht sich gegen den Aus- und Neubau von Straßen in Naturgebieten aus.

Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik auf den steirischen Straßen 2.623 Hasen und Wildkaninchen von Lkw und Pkw erlegt, um 14 weniger als im Jahr 2018, macht der VCÖ aufmerksam. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist höher.

Die Feldhasen sind im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. „Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. Das große und dichte Straßennetz schränkt den Lebensraum der im Freien lebenden Tiere stark ein“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Im Schnitt durchschneiden 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen. In der Steiermark gibt es neben den rund 460 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen, rund 4.900 Kilometer Landesstraßen und über 18.000 Kilometer Gemeindestraßen.

Im Bundesländer-Vergleich fielen in Niederösterreich die meisten Hasen dem Straßenverkehr zum Opfer, nämlich 8.671, berichtet der VCÖ. Dahinter folgt Oberösterreich (5.033) und an dritter Stelle die Steiermark (2.623) vor dem Burgenland (2.446), Salzburg (594) und Kärnten (478).

„Wir brauchen einen sorgsameren Umgang mit der Natur. Fauna und Flora brauchen mehr Schutz. Und wir haben auch die Verantwortung, unseren Kindern und Enkelkindern eine intakte Umwelt zu übergeben. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. Österreich hat bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Auch angesichts der zunehmenden Klimakrise ist ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt.

Bodenversiegelung ist ein wachsendes Umweltproblem. Böden sind wichtige Wasserspeicher, die gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit, wie wir sie derzeit erleben, sehr wichtig sind, betont der VCÖ. Bei Hitze haben Böden eine abkühlende Wirkung, während Asphaltwüsten zu einem regelrechten Hitzestau führen. Und Böden nehmen bei Starkregen Wasser auf, während versiegelte Böden die Folgen von Starkregen verschärfen.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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