Sollen covid 19 – Patienten anonym bleiben?


Die Diskussion ist in vollem Gange, viele Bürgermeister beklagen, dass sie keine diesbezüglichen Informationen bekommen, auch der Gemeindebund stößt ins selbe Horn. Immerhin gehe es ja um Leben und Tod. Es gibt aber auch viele Bürgermeister, die das Ganze gegenteilig sehen.

Bad Goisern Bürgermeister Leopold Schilcher sagt: “ Natürlich besteht ein Interesse daran, wer diese Personen sind und wo sie wohnen, offiziell haben wir diese Informationen nicht, und wenn, dann kann und darf dies nicht mitgeteilt werden, und auch hier macht das aus meiner Sicht keinen Unterschied, wie man sich verhalten muss. “

Gerade bei den ersten Corona Fällen am Land besteht die Gefahr, dass Menschen, deren Infektion bekannt geworden sind, öffentlich angeprangert werden. ChrisUn führt auf der SPÖ – Internetplattform „Wir sind Goisern“ ein entsprechendes Beispiel aus Bayern an, das zu bedenklichsten Zuständen geführt hat: Skiverein unternahm Skiausflug nach Ischgl – nun beherrscht Hetze den Ort. Er weist darauf hin: „Weil in Goisern auch reges Interesse besteht, wer von Covid-19 betroffen ist. Hier mal die negative Seite, was passieren kann, wenn es der ganze Ort weiß.“

Ein andres Problem stellt sich natürlich für die ÄrztInnen, 2 engagierte Ärztinnen aus Bad Aussee meinen, dass es gravierende Einschränkungen und Informationsdefizite gebe, die ihren Arbeitsalltag erschwerten würden. Sie kritisieren, dass sie nicht entscheiden könnten, welche Patienten getestet werden dürften (sie müssen sich an die Telefonnummer 1450 wenden), auch dann, wenn bestimmte Symptome vorliegen würden. Sie bekämen auch keine Ergebnisse über Testungen. Warum hier so rigoros vorgegangen wird, ist schwer nachvollziehbar, immerhin gibt es ja die ärztliche Schweigepflicht.

Natürlich existieren unheimliche Ängste der Bevölkerung, die man nachvollziehen kann. Ich schließe hier wieder mit Leopold Schilcher:

Und daher gilt es jetzt umso mehr, die wichtigsten Verhaltensmaßregeln einzuhalten.
1. Wenn irgendwie möglich unbedingt zu Hause bleiben und Kontakte meiden- 1 bis 2 Meter Mindestabstand einhalten.
2. Hände waschen und dies so oft als möglich und sehr gründlich.
3. Ältere Personen schützen in dem man ihnen hilft die Besorgungen des täglichen Lebens für sie zu erledigen.
Nachbarschaftshilfe ist die beste Möglichkeit die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

PS Es gibt im Übrigen einen Roman von Literaturnobelpreisträger Jose Saramago mit dem Titel „Die Stadt der Blinden“, wo er auf eine fürchterliche Variante einer Pandemie hinweist. Prädikat: Sehr empfehlenswert

Rainer Hilbrand

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at