Das mit den Corona – Tests ist so eine Sache….

Momentan will man inÖsterreich die Corona auf 15.000 pro Tag ausweiten werden. Wenn österreichweit täglich 15.000 Tests gemacht werden sollen, dann würde das nach dem Bevölkerungsschlüssel  bedeuten, dass davon rund 2.400 z.B. auf Oberösterreich fallen würden. Also doppelt so viel wie der derzeitige Ausbauplan mit 1.200 Tests vorsieht und eine große Herausforderung.

Welche Test werden angewendet?

Nach Auskunft des Gesundheitsministerium seien die in immer größerer Zahl angebotenen serologischen Schnelltests auf Antikörper im derzeitigen Status der Pandemie-Entwicklung wenig sinnvoll, da sie nicht geeignet sind, eine akute Infektion sicher nachzuweisen.

Zum gesicherten Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-Cov-2 kommt stattdessen eine andere, auch von der WHO empfohlene Methode in Frage: Diese basiert auf dem Nachweis von Nucleinsäuren durch Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests). Für diese Test gilt: Üblicherweise dauert eine häusliche Quarantäne mindestens so lange an, bis zwei negative Befunde im Abstand von 24 Stunden vorliegen. Zudem muss ein ausreichend langer gesunder Zustand vorliegen, der ärztlich qualifiziert wird.

Welche Personen werden auf eine Corona-Infektion getestet?Inhalt zuklappen

A. Personen mit akuten Symptomen einer respiratorischen Infektion (plötzliches Auftreten von mindestens einer der folgenden Beschwerden: Husten, Fieber, Kurzatmigkeit) ohne plausible Erklärung oder Ursache für das Erscheinungsbild UND in den 14 Tagen vor Auftreten der Symptome Aufenthalt in einer Region in der von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 ausgegangen werden muss

ODER

B. Personen mit jeder Art von Symptomen eines akuten respiratorischen Infektes, die in den 14 Tagen vor Auftreten der Symptome Kontakt (der Kategorie I oder II); mit einem bestätigten Fall hatten (siehe Dokument „Behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV-2 Kontaktpersonen: Kontaktpersonennachverfolgung“ unter Coronavirus – Rechtliches – Erlässe)

ODER

C. Personen, bei denen auf Grund des klinischen Zustandsbilds und der ärztlichen Einschätzung eine COVID-19-Diagnostik veranlasst wird, unabhängig von der Reiseanamnese und/oder des Aufenthalts in Risikogebieten.

Warum will man die Testungen extrem vervielfachen?

Man will sich an Südkorea und Island ein Beispiel nehmen. Laut ORF Science seien in Island 6.163 Personen von der Forschungsinstitution deCode Genetics getestet worden, die allerdings repräsentativ für die gesamte Bevölkerung stünden. Weil die meisten Staaten ihren Fokus in puncto Tests aktuell rein auf Personen mit Symptomen einer Erkrankung legen, waren eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse bisher auch kaum möglich. Erste Ergebnisse von deCode Genetics zeigten, dass sich ein geringer Anteil der Bevölkerung mit dem Virus infiziert habe und dass die Hälfte der bestätigen Fälle asymptomatisch sei.

Die Ausdehnung der Tests auf 15.000 gehe in Österreich nur dann, wenn man die nötigen Ressourcen habe, meint Bundeskanzler Sebastian Kurz. Primär geht es um fehlende Reagenzien. Um auf die isländischen Werte zu kommen, müssten laut Addendum in Österreich rund 120.000 Tests durchgeführt werden. Als Ergänzung bieten sich Nachweise über Antikörper an. Mit diesen Immunproteinen schützt sich der menschliche Körper vor Krankheitserregern. Durch Antikörper kann man nachweisen, dass ein Patient an Covid-19 erkrankt war und bereits eine Immunität aufgebaut hat.

Man wird ohne Schnelltests nicht auskommen. Und hier gibt es bereits einige neue Möglichkeiten. So hat z.B. Bosch ein Gerät entwickelt, bei dem die Genauigkeit des Covid-19-Schnelltests bei mehr als 95 Prozent liege und damit die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Qualitätsstandards erfülle.

Wozu flächendeckende Testungen?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinen, dass all jene Österreicher getestet werden sollen, die Kontakt mit infizierten Erkrankten hatten – also auch jene, die selber keine Symptome zeigen. Denn aus dieser Gruppe kämen, wie man in anderen Ländern sehe, „unwissentlich die stärksten Verbreiter des Virus“. Andere warnen vor dem riesigen Aufwand und den Konsequenzen falscher Ergebnisse. Und: Es kann nur der Ist-Zustand abgebildet werden, negativ Getestete können schon am nächsten Tag mit dem Virus infiziert sein.

Jedenfalls waren die Massentestungen in Südkorea offenbar erfolgreich: Mehr als 270.000 Tests wurden bereits vorgenommen, das Testen hat dort zur Früherkennung geführt, es minimiert die weitere Ausbreitung und macht eine rasche Behandlung erkrankter Personen möglich. Die Ergebnisse werden dort in 24-Stunden-Laboren ausgewertet und den Menschen innerhalb von zwei Tagen per SMS zugesendet. Bis zum Erhalt ihres Krankheitsstatus werden sie gebeten, in Quarantäne zu bleiben. Dadurch schafft Südkorea etwa 20.000 Tests pro Tag. Zudem setzt das Land auf umfassende Information: Wenn man in der Nähe eines Patienten ist oder an einem Ort, an dem es bestätigte Fälle gab, dann bekommt man Handy-Nachrichten.

Rainer Hilbrand


Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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