Volles Haus bei der Podiumsdiskussion der 3 Spitzenkandidaten in Altaussee

Die heute (9.3.) im Volkshaus abgehaltene Gemeindeversammlung anlässlich GR-Wahl 2020  Altaussee hat viele Menschen interessiert: Bürgermeister Gerald Loitzl (ÖVP), Stefan Pucher (SPÖ) und DI Martin Dämon (Dialog Lebenswertes Altaussee) führten unter der Moderation von Herbert Gasperl eine Diskussion über ihre Wahlprogramme und stellten sich auch Publikumsfragen.

Die Anfangsstatements beinhalteten die persönliche Veranlassung, sich der Wahl zu stellen:  Gerald Loitzl arbeitete als Vizebgm. unter dem mittlerweile verstorbenen Bürgermeister Herbert Pichler und hatte eigentlich nicht den Wunsch, das Bürgermeisteramt zu übernehmen. Nach der Übernahme des Bürgermeisteramtes habe er 5 Jahre erfolgreich als Bürgermeister gearbeitet und gehe mit vollem Engagement als Spitzenkandidat der ÖVP in die Wahl.

Stefan Pucher betonte seine : Liebe zur Altausseer Heimat und seinen Willen, sich demokratisch in das Gemeindeleben einzubringen. Seine Familie sei sein Vorbild gewesen, sich zu einzubringen; seit 10 Jahren arbeitet er im Gemeinderat, ist seit 5 Jahren Fraktionsführer.

DI Martin Dämon sieht als Vorbild sein politisches Elternhaus, sein Vater sei lange im Gemeinderat gewesen; er interessiere sich nicht nur Parteipolitik, sondern generell für Politik; Altaussee drifte in eine Richtung, die ihm nicht gefalle; daher müsse man sich selbst einbringen und selbst etwas tun. Er kandidiere mit einem Team von 17 parteifreien Leute, die etwas verändern wollen.

Der Abend bot auch die Gelegenheit, kurz das Wahlprogramm vorzustellen:

Stefan Pucher schnitt 3 Themenbereiche an: 1 VERKEHR, 2 GESUNDHEITSVERSORGUNG, 3 LEISTBARES WOHNEN (Zweitwohnsitze etc.) Grundstücke in Altaussee zu haben, sei begehrt, damit verbunden sei aber, dass die Preise stiegen, sie seien für Einheimische nicht mehr leistbar. Bei über 30% Zweitwohnbesitzern sei der Zenit erreicht. Er sieht den Flächenwidmungsplan als wichtigen Faktor, erhebliche Flächen von Baulandsflächen zurückzunehmen. Umwidmungen sollen nur im Ausnahmefall gemacht werden, wenn Einheimische Bauinteressen hätten. Beschränkungszonen für Zweitwohnsitze sollten auf das ganze Ortgebiet ausgeweitet werden, dazu sei ein Landesgesetz notwendig Es ist aber vom Land Steiermark eine Einsicht da.

Martin Dämon fordert eine offene Informationspolitik mit Fakten; die Bürger sollten wissen, was im Gemeinderat passiert. Verkehr und Zweitwohnsitze seien ein Thema, aber wichtiger wäre es, Fakten auf den Tisch zu legen, dann kann man darüber reden, über die politischen Lager hinweg. Ausschlaggebend sei die Argumentation, aber das ist nur möglich, wenn Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Gerald Loitzl: Die Lawinenverbauung sei ein wichtiges Thema, auch aufgrund von Evakuierungen im letzten Jahr ; Fördermittel seien zugestanden worden, insgesamt würden es 6 Millionen € werden, es stehe die Sicherheit der  Bevölkerung auf dem Spiel. Die Zubringerstraße zum Loser sei notwendig, um eine Regulierung des Verkehrs in Altaussee zu erreichen. Ein Parkhaus alleine werde das Verkehrsproblem nicht lösen. Bezüglich Flächenwidmungsplan: Baulandoptionen würden zurückgenommen, hier sei er sich mit Pucher einig. Umwidmungen sollten nicht mehr so gemacht werden, die Bebauungsdichte im Kerngebiet solle heruntergeschraubt werden. Leistbares Wohnen: in den letzten Jahren seien 19 geförderte Wohnungen errichtet werden, auch das Generationenhaus wäre nicht möglich gewesen, wenn keine Baulandsoptionsverträge abgeschlossen worden wären. Kulturhauptstadt: Veranstaltungssaal für AA solle errichtet werden…..

Lawinenverbauung:

Loitzl weist den Vorwurf, dass das Projekt überdimensioniert sein solle, zurück; Das Thema Lawinenverbauung sei kein Gemeindethema, sondern eines der Wildbach- und Lawinenverbauung, sie erhebe das: „Ich als Bgm widerspreche nicht, weil ich will die Verantwortung dafür nicht übernehmen, wenn ein Unglück geschieht“.

Pucher meint, das Projekt sei nicht neu, seit 15 Jahren werde darüber geredet, vor 10 Jahren sei es eingereicht worden. Es wäre ein für die Sicherheit der Bevölkerung wichtiges Projekt.

Dämon: Das Projekt sei zu groß dimensioniert: Voriges Jahr wurden 25 Wohnhäuser mit 80-100 Personen evakuiert, durch die neue Lawinenverbauung würden nur 14 Häuser geschützt, außerdem wären 1300 Meter Stahlanbruchsverbauungen einfach „schiach“. Das Kahlenseck könne nicht 100% gesichert werden können,

Zubringer Loserstraße

Loitzl: Die Kritik wegen mangelnder Kommunikation sei zum Teil berechtigt. Ein Verkehrskonzept sei heute auf die Homepage gestellt worden. Jetzt ist es öffentlich. Es gebe mittlerweile einen einstimmiger GR-Beschluss, dass bezüglich Zubringer eine Volksabstimmung gemacht werden solle. Es gebe ein klares JA der ÖVP zum Zubringer und zu einer Volksabstimmung, sobald das Projekt feststehe.

Dämon: Eine Volksabstimmung sei notwendig, sobald feststehe, wie die Straße aussehe, wer sie zahle, ob sie genehmigungsfähig sei. Eine Verkehrsdatenerhebung solle vernünftig  ganzjährig gemacht werden.

Bezüglich eines Umbaues der Villa Kremenetzky meinte Barbara Frischmuth, dass sie einen Vetrauensverlust bezüglich Bauen in Altaussee habe. Die Riesentafel beim Bau des Vivamayr habe einen Stock weniger ausgewiesen, niemand auf der Gemeinde habe es der Mühe wert gefunden, das zu korrigieren. Das wurde jedoch vom GF des Vivamayr, Dr. Dieter Resch, und von Bgm. Loitzl vehement zurückgewiesen. Bezüglich des Projektes Kremenetzky meinte Loitzl, es gebe im Moment keine Widmung, sie sei aufgehoben worden, Parameter müssten abgewogen und mit dem Land Steiermark abgeklärt werden. Der Park dürfe nicht bebaut werden, es gebe keine 5stöckigen Gebäude, das verspreche er. Loitzl führte auch an, dass der Architekt des Vivamayr auch den Umbau der Villa Kremenetzky planen werde.

Bericht: MMag. Katharina Hilbrand/ARF

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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