Steirer erschließen Kunst-Hotspot New York City

Ein zentrales kulturpolitisches Ziel, das die Steiermärkische Landesregierung in der Agenda Weiss-Grün verankert hat, ist die Internationalisierung der steirischen Kunst- und Kulturszene. Auf Betreiben von Kulturlandesrat Christopher Drexler und der Führung des Universalmuseums Joanneum ist es gelungen, die US-Metropole New York City, einen der bedeutendsten Kunst-Hotspots der Welt, für steirische Künstlerinnen und Künstler zu erschließen. Im Zuge dessen eröffnete Landesrat Drexler am Donnerstag (5. März 2020) die Ausstellung „Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein…“ im Österreichischen Kulturforum New York. Im Zentrum stehen Werke von Günter Brus und die Arbeiten aufstrebender steirischer Künstlerinnen und Künstler.

Steirische Ausstellung im Österreichischen Kulturforum New York

Der Titel „Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein…“ will nicht das Ende der Freiheit an die Wand malen, sondern einen gesellschaftlichen Umbruch ins Auge fassen, der sich in den letzten Jahren so konsequent wie schleichend vollzogen hat. Ausgehend von der internationalen Vorreiterrolle von Günter Brus haben sich vier junge Künstlerpositionen mit der gegenwärtigen Struktur der Freiheit in Kunst und Gesellschaft auseinandergesetzt und neue Arbeiten für das Austrian Cultural Forum entwickelt.

In den 1960er-Jahren, als Günter Brus mit seinen Aktionen die österreichische Gesellschaft und ihre Vorstellungen von Kunst und Moral herausgefordert hatte, galt Freiheit als kostbares Gut, das erkämpft und gegen jegliche Einschränkung verteidigt werden musste. Die Erfahrungen und Folgen der Nazi-Diktatur saßen meistens noch tief in den Knochen. Es waren Künstler wie Brus, die mit ihren Arbeiten nicht nur die Grenzen der Kunst beständig erweiterten, sondern in steter Auseinandersetzung mit der staatlichen Ordnungsmacht und ungeachtet persönlicher Risiken zur Überwindung der reaktionären gesellschaftlichen Strukturen der Nachkriegszeit beitrugen.

Das Ausbrechen aus Konventionen, das Abweichen vom System, das Fremdkörper-Sein in der Gesellschaft, das Analysieren neuer Herrschaftsstrukturen und das in Besitz nehmen ihrer Mechanismen steht im Mittelpunkt der Schau. In dieser sind Arbeiten von Günter Brus (1938 Ardning), Evamaria Schaller (1980 Graz), studio ASYNCHROME (Marleen Leitner, 1986 Graz/Michael Schitnig, 1986 Graz), Josef Wurm (1984 Fürstenfeld) und zweintopf (Eva Pichler, 1981 Judenburg/Gerhard Pichler, 1980 Gurk) vertreten. Das studio ASYNCHROME hat vor Ort eine große Wandzeichnung realisiert. Evamaria Schaller hat verbunden mit bereits existierenden Arbeiten am Eröffnungsabend eine Performance durchgeführt, zweintopf neue Arbeiten entwickelt und im Ausstellungsraum installiert und Josef Wurm neue Bilder gemalt, die gemeinsam mit den Werken von Günter Brus gezeigt werden. Die Ausstellung, die von Roman Grabner (Kurator des BRUSEUMs) konzipiert wurde, ist ab sofort bis Juni 2020 in den Räumlichkeiten des Österreichischen Kulturforums in New York zu sehen.

„Eines meiner zentralen kulturpolitischen Ziele ist die weitere Internationalisierung der steirischen Kunst- und Kulturszene, um die Sichtbarkeit steirischer Arbeiten zu erhöhen. Mit dieser Ausstellung im Österreichischen Kulturforum in New York, die neben Günter Brus vier junge Künstlerpositionen rund um das Thema „Freiheit“ gestaltet haben, bieten wir aufstrebenden steirischen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zur Vernetzung über Ländergrenzen hinaus und bereiten ihnen ein Sprungbrett in das breite Licht der nationalen und internationalen Öffentlichkeit. Es freut mich ganz besonders, dass uns damit erste Schritte gelungen sind, um die US-Metropole New York City, einen der bedeutendsten Kunst-Hotspots der Welt, für steirische Künstlerinnen und Künstler zu erschließen. Und wir wollen weitere folgen lassen“, betont Kulturlandesrat Christopher Drexler.

Michael Haider, Leiter des Österreichischen Kulturforums in New York: „Es ist eine besondere Freude, dass wir die Kunstwerke von Günter Brus zusammen mit Arbeiten junger steirischer Künstlerinnen und Künstler hier im Österreichischen Kulturforum in New York für die kommenden Monate ausstellen können. Vielen Dank an das Universalmuseum Joanneum und vor allem an das Land Steiermark und Kulturlandesrat Christopher Drexler. Er hat die fantastische Kooperation eingeleitet, die wir jetzt mit dieser Ausstellung krönen können und weiter vertiefen wollen.“

Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseums Joanneum: „Wir freuen uns, als offizielles Museums des Landes Steiermark durch diese Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum New York nicht nur das einzigartige Werk von Günter Brus in New York City präsentieren zu dürfen, sondern auch vier jungen, steirischen Positionen diese internationale Plattform geben zu können. Ausgehend von Günter Brus‘ aktionistischen Zeichnungen eröffnen die eigens geschaffenen Werke von Evamaria Schaller, Josef Wurm, studio ASYNCHROME und zweintopf neue Perspektiven auf das Thema Freiheit.“

Stipendien-Programme als Sprungbrett

Atelier- und Stipendien-Programme, über die Künstlerinnen und Künstler mit Unterstützung des Landes Steiermark bei Institutionen im Ausland tätig werden können, sind ein wesentliches Sprungbrett für aufstrebende Kunstschaffende auf eine internationale Bühne und bieten die Möglichkeit zur Vernetzung in die ganze Welt. Mit dem Programm „Kultur International“ betreibt das Kulturressort des Landes Steiermark seit Jahren eine höchst erfolgreiche Vernetzung mit Institutionen und Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland.

Eine ehemalige Stipendiatin des Landes Steiermark, Christina Romirer aus Hofstätten an der Raab, hat ihre internationalen Kontakte genutzt und ist derzeit Stipendiatin der Flux Factory in New York City – einer höchst anerkannten Kulturinstitution, die ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit zum Wirken in New York City eröffnet. Landesrat Christopher Drexler traf Christina Romirer an ihrer derzeitigen Wirkungsstätte in der Flux Factory zum Austausch über ihre aktuelle Arbeit und ihre Erfahrungen mit den steirischen und internationalen Atelier-Programmen.

„Im Jahr 2019 konnten wir eine jährliche Kooperation für steirische Kunstschaffende mit dem renommierten Wiels-Museum in Brüssel abschließen. Wir wollen unseren heimischen Künstlerinnen und Künstlern darüber hinausgehend auch die pulsierende Kunstszene von New York City als Sprungbrett in internationale Karrieren bereiten. Einen Grundstein dafür konnten wir bereits legen und ich bin zuversichtlich, dass wir bald zu guten Kooperationen mit der Flux Factory in New York City kommen werden“, betont Kulturlandesrat Christopher Drexler nach einem Termin mit der Direktorin der Flux Factory, Maya Suess. Ziel ist es, steirischen Künstlerinnen und Künstlern ein ähnliches Stipendienprogramm des Landes Steiermark zu eröffnen, wie es derzeit bereits für mehrere europäische Städte, wie Brüssel, Zagreb, etc. besteht.

Internationale Beziehungen nebst Kunst und Kultur im Fokus

Seit 19. Dezember 2020 ist Christopher Drexler in der Steiermärkischen Landesregierung auch für internationale Beziehungen zuständig. Seine erste außereuropäische Reise richtete den Fokus daher neben der Kultur und US-Institutionen auf die Kontakte zu den höchsten Repräsentanten Österreichs in New York. Er traf zu Terminen mit dem Ständigen Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen, Botschafter Jan Kickert, sowie mit dem Österreichischen Generalkonsul in New York, Helmut Böck, zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die internationalen Partnerschaftsbeziehungen zur Steiermark sowie mögliche Auswirkungen der anstehenden Präsidentschaftswahlen auf Österreich und die Steiermark.

„Die USA zählen für Österreich und damit für die Steiermark zu den wichtigsten internationalen Partnern. Deshalb wollen wir die Beziehungen unseres Bundeslandes sowohl zu den US-Institutionen als auch zu unseren österreichischen Vertretern in den USA intensiv pflegen“, betont Landesrat Christopher Drexler.

Beilage: Presseunterlage zur Ausstellung „Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein…“.

Fotos

Foto 1 v.l.n.r.: Wolfgang Muchitsch (UMJ), Marleen Leitner (studio ASYNCHROME), Michael Schitnig (studio ASYNCHROME), Evamaria Schaller, LR Christopher Drexler, Michael Haider (Leiter des Österreichischen Kulturforums New York), Eva Pichler (zweintopf), Josef Wurm, Roman Grabner (Kurator) bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein…“ in den Räumen des Österreichischen Kulturforums New York ((c) davidplakkemedianyc)

Foto 2 v.l.n.r.: Patrick Schnabl (Kultur-Abteilungsleiter), Michael Haider (Leiter des Österreichischen Kulturforums New York) mit Gattin, LR Christopher Drexler, Christina Romirer (steirische Künstlerin und Stipendiatin), Maya Suess (Direktorin der Flux Factory), StR Günter Riegler in der der Flux Factory in New York City ((c) kK)

Foto 3: LR Christopher Drexler im Gespräch mit der Direktorin der Flux Factory, Maya Suess ((c) kK)

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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