Steirische Frauen sind klimafreundlicher mobil – vermeiden durch ihr Mobilitätsverhalten im Vergleich zu Männern rund 260.000 Tonnen CO2 pro Jahr

Die steirischen Frauen sind im Schnitt klimafreundlicher mobil als die steirischen Männer, macht der VCÖ anlässlich des Weltfrauentags am 8. März aufmerksam. Um rund 260.000 Tonnen sinkt der CO2-Ausstoß des Verkehrs in der Steiermark, wenn Steiermarks Männer das gleiche Mobilitätsverhalten wie Steiermarks Frauen haben. Aufgrund der hohen Teilzeitquote ist es für berufstätige Frauen besonders wichtig, dass es auch außerhalb der klassischen Pendelzeiten ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt, betont der VCÖ. In der Steiermark arbeitet fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen Teilzeit. 

Frauen gehen mehr zu Fuß und fahren weniger mit dem Auto. „Dieses Mobilitätsverhalten ist klimafreundlicher“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. In Summe verursacht das Mobilitätsverhalten der steirischen Frauen um rund 260.000 Tonnen weniger CO2 als jenes der steirischen Männer. Während an einem durchschnittlichen Werktag wie heute von Frauen rund 14,5 Millionen Kilometer im Auto zurückgelegt werden, sind es bei Männern mit rund 19 Millionen Kilometer um rund ein Drittel mehr. Frauen machen zudem um rund die Hälfte mehr Alltagserledigungen zu Fuß. 

„Wie bei allen Vergleichen zwischen Männern und Frauen ist auch beim Mobilitätsverhalten zu beachten: Die Unterschiede innerhalb der Gruppe der Männer sind größer als der Unterschied zwischen der Gesamtgruppe der Männer und der Gesamtgruppe der Frauen. Das heißt: Es gibt auch zahlreiche Männer, die vorbildlich klimafreundlich mobil sind und den Großteil ihrer Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen“, so VCÖ-Experte Schwendinger.

Das Potenzial, dass mehr Erledigungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad gemacht werden, ist in der Steiermark sowohl bei Männern als auch Frauen groß. Während jede siebte Autofahrt von Männern kürzer als zweieinhalb Kilometer ist, ist es bei Frauen auch aufgrund des deutlich höheren Anteils von Hol- und Bringfahrten sogar jede fünfte Autofahrt. Eine geh- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten sowie mehr Geh- und Radwege etwa zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort, ermöglicht es Frauen und Männern, mehr kurze Strecken bewegungsaktiv zurückzulegen, betont der VCÖ. 

Auch beim Öffentlichen Verkehrsangebot braucht es Verbesserungen, insbesondere für berufstätige Frauen. Denn während in der Steiermark nur zehn Prozent der erwerbstätigen Männer Teilzeit arbeiten, beträgt der Teilzeit-Anteil bei Frauen fast 50 Prozent. Mit über 140.000 arbeiten rund viermal so viele steirische Frauen wie Männer in Teilzeit. „Teilzeitkräfte brauchen nicht nur in den klassischen Pendelzeiten ein gutes öffentliches Verkehrsangebot, sondern auch tagsüber“, so VCÖ-Experte Schwendinger. In dünner besiedelten Regionen sollten zumindest nachfrageorientierte Angebote, wie Anrufsammeltaxis oder Gemeindebusse, die in den Verkehrsverbund integriert und damit in der Verbund-Jahreskarte inkludiert sind, zur Verfügung stehen, betont der VCÖ. 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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