Red Bull Salzburg gewinnt gegen LASK und ist im Cupfinale

TORSCHÜTZE: HWANG (50.)

Spielbericht: Red Bull Salzburg/Fotos GEPA Pictures/Red Bull

BÄRENSTARK, KÄMPFERISCH, SELBSTBEWUSST UND DEN KRITIKERN ZUM TROTZ: WIR ARBEITEN, WÄHREND ANDERE KRITISIEREN. WIR FEIERN, WEIL WIR ES VERDIENEN.

SPIELBERICHT

Die Qualen der letzten Tage und Wochen hinter uns lassen, so spielen, als ob es heute um alles ginge. Gäbe es dafür eine bessere Gelegenheit als ein K.-o.-Spiel? Breite Brust, Enock Mwepu machte es vor, als er gleich zu Beginn aus 30 Metern draufhielt. Dominik Szoboszlai folgte seinem Beispiel nach nur fünf Minuten, die Startphase gehörte uns.

Unsere Schnelligkeit machte den Stahlstädtern zu schaffen, Patson Daka ließ Gernot Trauner links liegen, stangelte zu Dominik Szoboszlai, doch Alex Schlager war auf der Hut und fing das Bällchen ab. Nur eine Minute später verwehrte der LASK-Schlussmann Masaya Okugawa durch eine akrobatische Parade den Führungstreffer.

Das Tempo ließ mit Fortdauer sukzessive nach. Zunächst noch Expressversand, war nun Flugpost die angesagte Versandmethode. Hoch und weit brachte allerdings keineswegs Sicherheit, sondern Durcheinander in unserer Box. Flankeneinwürfe waren der Linzer liebstes Angriffsmittel.

Aber auch wir versprühten Gefahr durch hohe Bälle. Ein Wöber-Kopfball drehte nur Zentimeter über die Querlatte. In Minute 38 scheiterte Szoboszlai mit einem leider viel zu zentralen Schuss aus kurzer Distanz. Das 1:0, es war mittlerweile überfällig. Ball gewinnen, Kopf nach oben, Rist aufs Leder, Kreativität war hier nicht die Devise. So verstrichen die ersten 45 Minuten ohne Treffer.

14 Sekunden war die zweite Halbzeit alt und Dominik Szoboszlai, selbst überrascht, stand alleine vor Alex Schlager. Eigentlich ein sicherer Treffer, doch Szobo versuchte es cool, so cool, dass die Goldchance zu einem Kältetod verkam. Das wäre das ganz dicke Ding gewesen. Doch der Fußballgott hatte Nachsicht. Patson Daka entschied das Eins-gegen-Eins mit Philipp Wiesinger für sich, suchte den Weg zum Tor, Querpass auf Hee Chan Hwang und rein ins Glück (50.).

Führen und zurücklehnen, Pressing war hier nicht angesagt. Hwang und Daka patrouillierten an der Mittellinie, verhielten sich sonst in Zimmerlautstärke. Der ASK, nun mit Klauss und Tetteh auf dem Feld, tat jetzt mehr, war agiler. Die Chance, die aufgerückten Innenverteidiger in die Laufduelle zu zwingen, ergriffen wir zu selten.

Erst in der 72. Minute marschierte Szobo in den Halbraum. Sein Stangler-Flanken-Hybrid gelangte zu Hee Chan Hwang, der das Leder aus spitzem Winkel aufs Tor scherzelte, um in Schlager, im Stile eines Flughundes, seinen Meister zu finden. Das Spiel blieb heiß, die Gangart schroff. Chancen gab es wenige, meistens aus Zufall oder Standards. Nach einem Zweitgenannten hatte Max Wöber die Vorentscheidung auf der Stirn, doch auch er konnte Schlager nicht bezwingen.

Die Gemüter kochten hier noch einmal über. Tief in der Nachspielzeit kam es nach einem bösen Foul von Mergim Berisha zu einem riesigen Tohuwabohu. Mehrere Spieler standen im Begriff, vom Platz zu fliegen. Der folgende Freistoß wurde zum Bumerang, Noah Okafor war über den ganzen Platz gesprintet, um knapp vor dem Strafraum von Reinhold Ranftl gelegt zu werden. Die folgerichtige Rote Karte wegen Torraubs war der Schlusspunkt eines ereignisreichen Semifinales.

Zum siebenten Mal in Folge stehen wir im Cup-Finale. Die Kritiker schweigen, die Salzburger jubeln, so und nicht anders soll es sein!

STATEMENTS

Jesse Marsch

Es war ein guter Kampf, ein gutes Spiel, vielleicht das beste seit der Winterpause. Der LASK hat uns bis zum Ende die Stirn geboten, aber wir sind im Finale, darauf bin ich sehr stolz. Es ist ein Produkt unserer Mentalität und ein paar kleiner taktischer Umstellungen.

Valerien Ismael

Es war für uns eine Überraschung. Wir haben ein anderes Spiel erwartet und waren nicht zu hundert Prozent bei der Sache. Wir haben heute zu wenig Torgefahr ausgestrahlt, zu wenige Zweikämpfe gewonnen. Das müssen wir noch lernen, wenn es um Titel gehen soll.

WECHSEL

Berisha für Hwang (83.), Okafor für Daka (89.), Onguene für Okugawa (90.+1)

GELBE KARTEN

Ramalho (75./Foul), Szoboszlai (79./Foul), Mwepu (90.+1/Foul), Stankovic (90.+2/Unsportlichkeit), Vallci (90.+3/Unsportlichkeit), Ashimeru (90.+6/Foul) 

GELB-ROTE KARTE

Mwepu (90.+4/Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Kristensen (Oberschenkel), Köhn (Knöchel), Camara (private Gründe), Junuzovic(Muskelverletzung)

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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