Red Bull Salzburg: Weit weg vom Zenit

Spielbericht: FC RED BULL SALZBURG

TORSCHÜTZEN: SAM (36., 52.), ZWISCHENBRUGGER (80.) BZW. HWANG (62., 84.)

ES IST, WIE GEGEN EINE ROLLTREPPE ZU LAUFEN. DER WEG NACH OBEN SCHEINT EXTREM LANG. DEFENSIV DÜRFTIG, OFFENSIV INSPIRATIONSLOS. ES WAR WIEDER ZU WENIG.

SPIELBERICHT

Strömender Regen im Schnabelholz an einem Montagabend, nichts für Warmduscher. Denn die gastgebenden Altacher legten aggressiv los. Mit zwei Fernschüssen meldeten sie sich nach wenigen Minuten an. Es war klar, das wird kein Spaziergang. Bei uns dauerte es mit dem ersten Warnschuss bis zur 14. Spielminute, als Patrick Farkas mit der rechten Klebe einmal draufhielt und Keeper Kobras prüfte.

Entgegen der ersten Annahme sorgte der feuchte Spieluntergrund nicht für ein schnelles Spiel, stattdessen stellte sich ein konstant hohes Fehlerlevel ein, von dem vor allem Altach profitierte. Wenn etwas ging, dann über Farki, der unermüdlich die Außenbahn beackerte. Eine seiner Hereingaben landete bei Masaya Okugawa, der aus der Drehung nur knapp am langen Pfosten vorbeischoss.

Der Startschuss für eine Serie an guten Gelegenheiten, schön langsam machten wir Ernst. Doch wie so oft wurden wir justament in einer Drangphase kalt erwischtSidney Sam zog ins Zentrum und schloss aus der Distanz in die lange Ecke ab. Da haben wir es dem Deutschen zu einfach gemacht (36.).

Eine unmittelbare Antwort hatten wir nicht. Viel Geplänkel im Mittelfeld, aber keine Chancen. Es sah phasenweise sehr traurig aus.5:04Play VideoBL-21: ALT vs. RBS

Neue Halbzeit, neue Energie. Mit den beiden Neuen, Daka und Hwang, waren die Triebwerke sofort auf V max. Und jedes Mal, wenn ein solcher Satz kommt … klingelt es am falschen Ende des Platzes. Jerome Onguene lud Gebauer mit einem Rückpass aus dem Gruselkarussell ein. Der Stürmer musste nur noch Sidney Sam in Szene setzen, der vor Cican Stankovic cool blieb und zum 2:0 einschob (52.).

Jetzt musste etwas kommen, zum Glück kam es auch. Patson Daka kombinierte sich per Doppelpass auf der rechten Seite durch. Unverzüglich legte er den Ball zur Mitte, wo Hee Chan Hwang komplett alleine zum Abschluss kam und Kobras überwand (62.).

Für die Vorarlberger schien das die direkte Aufforderung zum Bunkern zu sein. 5-4-1, neun davon an der eigenen Strafraumgrenze, jetzt half nur noch Geduld oder ein Fehler. Viel Tempo und Verwirrung waren auf dem Spielbelag nicht möglich, überall, wo es potenziell gefährlich hätte werden können, war es zu eng.

Was war hier los? Mit nur zwei Spielern zog Altach nach einem Ballgewinn in den Konter. Die reichten aber, um unsere Restverteidigung auszuhebeln. Zwischenbrugger empfing den endlos langen Stangler im Strafraum und vollstreckte mit dem ersten Kontakt (80.). Vorbei war es trotzdem nicht, denn wir zeigten Moral. Aus abseitsverdächtiger Position reproduzierte Patrick Farkas den ersten Treffer, Nutznießer war wieder Hwang, der aus kurzer Distanz einschob (84.).

Die Bemühungen waren da, das Glück leider nicht. In Frust versunken, gingen wir vom Feld. Wann können wir endlich aus diesem Albtraum erwachen?

STATEMENTS

Jesse Marsch

Wir haben von Anfang an mit zu wenig Tempo und Nachdruck gespielt. Hinten waren wir zu offen. Ich bin mit der Leistung nicht zufrieden, wir haben es den Altachern zu einfach gemacht. Wir machen einfach zu viele Fehler, das nagt auch am Selbstvertrauen.

Andre Ramalho

Wir bekommen die Tore im falschen Moment und wir bekommen zu viele davon. Heute haben wir zu viele zweite Bälle verloren, und Altach hat uns mit ihrer individuellen Klasse abgestraft. Jetzt müssen wir hart weiterarbeiten, zusammen an einem Strang ziehen, dann kommen wir auch aus dieser Phase heraus.

WECHSEL

Daka für Koita (46.), Hwang für Bernede (46.), Szoboszlai für Ulmer (58.)

GELBE KARTE

Ramalho (34./Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Kristensen (Oberschenkel), Köhn (Knöchel), Wöber (Schambeinentzündung), Junuzovic (Oberschenkel)

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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