Bad Aussee. Der Umzug der Flinserl

Die Flinserl sind die Frühlingsgestalten des Ausseer Faschings.
Ausgehend vom Sammellokal Gasthof „Blaue Traube“ begibt sich der Zug, angeführt von der Flinserlmusik und beschützt durch die Zacherl, in geschlossener Formation und unter den Augen vieler tausender Zuseher, von einem Ortsende zum anderen und zuletzt zurück ins Ortszentrum.

Die Flinserl sind die Frühlingsgestalten des Ausseer Faschings. Sie sind in wundervolle Kleider gehüllt und verteilen an die Kinder Süßigkeiten und Früchte. Die Flinserlkleider sind aus Naturleinen gefertigt und mit bunten Tuchflecken in figuraler und ornamentaler Art bestickt. Die wundervollsten Figuren, wie z.B. Trachtenpärchen, Drachen, Harlekin, Kasperl und v.a.m., stellen die figuralen Darstellungen dar. Insbesondere ist es der aus Venedig so bekannte Mohrenkopf, der nahezu auf jedem Flinserlgewand zu finden ist. Zwischen den figuralen Darstellungen ranken sich in bunter Vielfalt Rauten und Ornamente. Die bunten Tuchflecken sind ihrerseits wiederum mit Silberpailletten (Silberplättchen) über und über bestickt. Um ein derartig kostbares Kleid herzustellen braucht eine Hausfrau, wenn sie konsequent täglich 1 Stunde daran arbeitet, zwischen 1 und 1 ½ Jahren; somit zwischen 400 und 500 Arbeitsstunden. Insgesamt existieren rund 100 bis 120 Gewänder.
 
Der eigentliche Flinserlzug findet alljährlich am Faschingdienstag um 14 Uhr statt. Ausgehend vom Sammellokal Gasthof „Blaue Traube“ begibt sich der Zug, angeführt von der Flinserlmusik und beschützt durch die Zacherl, in geschlossener Formation und unter den Augen vieler tausender Zuseher, von einem Ortsende zum anderen und zuletzt zurück ins Ortszentrum.
 
Schließlich löst sich der Zug auf, und um die Flinserl scharen sich die Kinder, die nun laut schreiend ihre traditionellen Flinserlsprüche aufsagen, und damit um die Süßigkeiten, Nüsse und Früchte der Flinserl heischen.

Heute, Faschingdienstag, 25.2., erfolgte der Zug durch Bad Aussee

©Pressefotografie Ingrid Hilbrand

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Comments

  1. Zum Text des Flinserlbeitrags habe ich eine Frage: Warum näht nur die HAUSFRAU ein so kostbares Kleid? Andere dürfen nicht? Oder ist der Text ev. veraltet? 🙂
    Liebe Grüße
    Trixi

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