Arbeiterkammer Steiermark: Mit Clownnase in der Firma?

Am Faschingsdienstag sind die Narren los. Aber darf man sich auch in der Arbeit verkleiden? Das geht nur mit dem Okay der Betriebsleitung. Die kann aber auch in gewissen Fällen Kostüme vorschreiben.
Der Faschingsdienstag ist in Österreich ein normaler Arbeitstag. Generell kann
die Firmenleitung Kostüme zur Gänze verbieten. Es existieren aber keine
rechtlichen Grundlagen, die das Verkleiden am Faschingsdienstag im Job
betreffen. In Gerichtsurteilen wird festgehalten, dass die Kleidung an die Art
des Betriebes anzupassen ist. „Man wird wohl kaum einen Bestatter in T-Shirt
und Jeans oder eine Bankerin in bauchfreiem Top und Ultraminirock finden.
Denn es gibt Berufe, wo ein seriöser Auftritt gegenüber den Kunden erwartet
wird“, erklärt Arbeitsrechtsexpertin Katharina Urleb.

Sicherheit geht vor
Und es gilt auch Arbeitnehmerschutzvorschriften einzuhalten: „In Betrieben, wo
Maschinen rotieren, wie zum Beispiel bei einer Drehbank, ist weite Bekleidung
nicht erlaubt. Das betrifft auch Kostüme“, so Biljana Bauer vom AKArbeitnehmerschutz.

Was, wenn ich mich verkleiden muss?
Immer öfter wird in bestimmten Branchen von den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern verlangt, am Faschingsdienstag in einem Kostüm zur Arbeit zu
kommen, das von den Vorgesetzten ausgesucht wird. Grundsätzlich dürfen
Beschäftigte so ein Kostüm berechtigt verweigern, das könnte sich jedoch auf
das Arbeitsklima schlagen. Ein Nein zur Kostümierung ist aber kein Grund für
eine fristlose Entlassung. Die Verkleidung muss auf jeden Fall zwischen den
Beteiligten abgesprochen sein. Ausnahmen greifen nur dort, wo Kostüme etwa
zur Dienstkleidung zählen wie zum Beispiel bei Promotionjobs. Grundsätzlich
gilt: lächerlich oder entwürdigend ist, was nicht dem guten Geschmack der
durchschnittlichen Mitbürgerin bzw. des durchschnittlichen Mitbürgers
entspricht.

Tipp: Verkleidungen immer im Voraus mit der Betriebsleitung abklären.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at