Zentralspital Stainach ist weitgehend fixiert

Eines vorweg: Seit den 1990er Jahren hat es noch nie einen Landesrat/eine Landesrätin für Gesundheit gegeben, der/die für das LKH Bad Aussee eingetreten ist. Das wird sich, wie heute (15.2.) bei einer Pressekonferenz in Bad Aussee zu erfahren war, auch mit der neuen Landesrätin, Dr.in Juliane Bogner-Strauß, nicht ändern. Dass das Zentralspital nach Stainach komme, sei in der neuen ÖVP/SPÖ Landesregierungskoalition weitgehend fixiert worden. Man ist also wieder dort, wo man vor dem Landtagswahlkampf 2019 war. Das Gesundheitsangebot werde dort insgesamt größer sein als an den anderen Standorten, und zwar durch eine neurologische Ambulanz und eine Ambulanz für Kinderheilkunde.

Die 3 Bürgermeister, Franz Frosch, Gerald Loitzl und Franz Steinegger hatten zu dieser Pressekonferenz geladen, um vor der Wahl am 22. März drei Sachverhalte wegen des LKH Bad Aussee festzuhalten:

  1. Der Notarzt ist für das Ausseerland Salzkammergut zu 100% weiterhin gesichert
  2. Der Betrieb im LKH Bad Aussee ist bis zum Betrieb des Zentralspitales gewährleistet.
  3. Als Standort für ein Zentralspital kommt nur Stainach in Frage.

Dr.in Juliane Bogner-Strauß führte an, dass auf dem ausgewählten Grundstück in Stainach (dafür spricht vor allem die gute öffentliche Verkehrsanbindung) laut Gutachten gebaut werden könne. Allerdings müsse es zu einer Naturschutzverträglichkeitsprüfung kommen und zur Zeit könne der zeitliche Rahmen für den Baubeginn daher nicht abgeschätzt werden. Sie habe daher den Auftrag gegeben, 2 weitere Grundstücke zu begutachten (insgesamt standen 5 Flächen zur Wahl). Grundsätzlich ging es in diesem Gespräch um viele verschiedene Aspekte im Gesundheitswesen: 10 Gesundheitszentren ( sie ersetzen künftig auch alte LKH – Standorte) seien realisiert worden, insgesamt sollen es 30 werden (österreichweit sind derzeit 70 geplant). Der Ärztemangel schlage nun auch in steirischen Regionen durch, dafür sei sie aber nicht zuständig. Grundsätzlich glaube sie aber, viele junge Ärzte für das geplante Zentralspital gewinnen zu können, denn dort sind die Fallzahlen höher und hier könne dann mehr gemacht werden- was für Ärzte grundsätzlich attraktiver sei. Außerdem gehe es auch darum, den Weg in die Ambulanzen entsprechend zu steuern, derzeit verhinderten viele „Fälle“, deren Behandlung in Ambulanzen gar nicht notwendig sei, dass den Menschen mit wirklich kritischer Situation eine schnelle Hilfe ermöglicht wird.

Weiters wurde von Univ.Prof Dr Karl Harnoncourt ein sehr interessanter Vorschlag ausgearbeitet: Sollte es im Übergangsbereich zwischen LKH Bad Aussee und dem neuen Zentralspital zu einer Art Vakuum kommen, schlägt er für Bad Aussee, aber auch für andere steirische Standorte, eine Art Erstaufnahmeambulanzen – EBAN, wie sie in Graz bereits existierten, vor. Sie sollten dann installiert werden, wenn die neuen Gesundheitszentren, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht umgesetzt werden können. Ein diesbezügliches Konzept habe er u.a. mit dem ehemaligen Spitalsmanager Herbert Kaplans ausgearbeitet. Es diene vor allem dazu, dass die Leistungen in den „alten“ LKHs nicht ausgehöhlt würden. Das Papier wurde heute Dr.in Juliane Bogner-Strauß überreicht, die sich von dem Vorschlag mehr als angetan zeigte.

Nicht angesprochen wurde die Finanzierung.

Mehr in einem ARF – Fernsehbericht

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Comments

  1. So so, die drei Bürgermeister halten also fest: „Der Notarzt ist für das Ausseerland/Salzkammergut zu 100% weiterhin gesichert“.

    Absichtserklärungen, nix wie Absichtserklärungen die auf die Gemeinderatswahl abzielen. Was heißt 100%? Heißt das 24 Stunden am Tag? Wird sich die Größe des Bezirks des Notarztes ändern? Fragen über Fragen, da soll die Zahl 100% die Ungenauigkeit der Aussage wohl kaschieren, es soll eine positive Wirkung erzeugt werden.

    Und was heißt zu 100% gesichert? Seit wann haben (nicht alle) Politiker nicht immer nach dem Motto gehandelt, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern…………..

  2. Ein Spital hat eine vielfältige Bedeutung. Es ist ein hochwertiger Arbeitsplatz, der weitere Arbeitsplätze schafft. Bringt gewünschten Zuzug von Ärzten, Pflegern etc. Ein 100%iger Ärztenotdienst ist eine Normalität, das war früher der Hausarzt der rund um die Uhr erreichbar war. Manches wird erst geschätzt, wenn es unrettbar verloren ist. Ameos wird größer und Spital verliert die Bedeutung, das ist nicht logisch zeigt nur professionell und Stümper. Dass sich Bürgermeister zur Zustimmung zur Schließung hergeben ist in Worte nicht zu fassen. Es zumindest versuchen zu erhalten, statt zustimmen, auch wenn es erfolglos sein mag, ist eine notwendige Haltung und oft ist aussichtsloses nicht aussichtslos.

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