Arbeitsmarktbilanz 2019 im Bezirk Liezen

Trotz schwächelnder Konjunktur hat sich der Arbeitsmarkt im Bezirk Liezen im letzten Jahr nochmals sehr positiv entwickelt. Ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit, steigende Beschäftigungszahlen und ein Plus beim Bestand an offenen Stellen prägten die Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt im Bezirk Liezen.

Die Geschäftsstellenleitung des AMS Liezen, Helge Röder und seine Stellvertreterin Brigitte Wasmer, zieht mit den beiden Zweigstellen im Bezirk in Bad Aussee und Gröbming, eine durchwegs positive Bilanz über ein sehr bewegtes Jahr 2019 am regionalen Arbeitsmarkt. „Auch wenn die Dynamik am regionalen Arbeitsmarkt im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen hat, können wir neuerlich auf einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent zurückblicken. Dem gegenüber steht ein weiterer Anstieg der Beschäftigten um 0,2 Prozent. Insgesamt waren im Jahresschnitt 33.064 Personen unselbstständig erwerbstätig“, so das Kurzresümee von AMS-Leiter Helge Röder. „Trotz erster wirtschaftlicher Turbulenzen waren beim Bestand der offenen Stellen um 7,8 Prozent mehr Jobs beim AMS gemeldet und zeigen auch den Bedarf an Arbeitskräften der heimischen Wirtschaft nahezu in allen Branchen im Bezirk Liezen“.

Rückgang der Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel in vielen Branchen

Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 1.805 Personen im Vergleich zu 2018 um minus 125 oder minus 6,5 Prozent stärker gesunken, als der steirische oder österreichische Rückgang. Sowohl Frauen als auch Männer profitierten von dieser Entwicklung. Nach Personengruppen betrachtet, gab es Rückgänge bei den Personen unter 25 Jahren, Personen im Haupterwerbsalter und bei den Älteren. Im Gegenzug stieg die Arbeitslosigkeit bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen wieder leicht an. Aufgrund der strukturellen Arbeitslosigkeit, wo Angebot und Nachfrage nicht immer zusammenpassen, hatten es vor allem jene besonders schwer wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, die über keine abgeschlossene Ausbildung verfügten. Die regionale Arbeitslosenquote ist weiter zurückgegangen und beträgt aktuell 5,2 Prozent (minus 0,3 Prozent) und liegt damit unter dem Schnitt der Steiermark mit 6,0 Prozent. Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen, das sind Personen die länger als ein Jahr arbeitslos vorgemerkt waren, ist um 4,6 Prozent gesunken und beträgt 230 Personen.

Die stabile Wirtschaftslage brachte im Bezirk Liezen eine starke Nachfrage an Arbeitskräften mit sich. Der Jahresschnitt an freien Jobs betrug 1.171 (ein Plus von 85 oder 7,8 Prozent). Bis zum Jahresende wurden 6.298 freie Stellen mit Hilfe der AMS durch eine passende Arbeitskraft wiederbesetzt. Mit einem speziellen Fokus auf wirtschaftsnahe Qualifizierungen wurden im letzten Jahr insgesamt 1.025 Personen ausgebildet und höherqualifiziert. Deutsch oder EDV Kurse, Ausbildungen für den Tourismus oder den Handel, aber vor allem auch maßgeschneiderte Stiftungsausbildungen und arbeitsplatznahe Qualifizierungen, in direkter Abstimmung mit den heimischen Betrieben, waren Schwerpunkte der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Im letzten Jahr startete auch gemeinsam mit dem Land Steiermark eine Pflegeassistenz- sowie Heimhilfeausbildung im Rahmen der steiermarkweiten Pflegestiftung im Bezirk Liezen.

Mit Projektarbeitsplätzen am zweiten Arbeitsmarkt wurde gemeinsam mit den Bildungspartnern und Gemeinden im Rahmen von Gemeinnütziger Beschäftigung und Sozial Ökonomischen Betrieben ein Beschäftigungsfeld unterstützt, das als Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt der freien Wirtschaft diente.

Am Lehrstellenmarkt konnte ein Plus von 2,0 Prozent beim Zugang der offenen Lehrstellen beobachtet werden. Im Jahresschnitt standen 30 Lehrstellensuchenden 226 Lehrstellenangebote zur Verfügung.

Im Rahmen der Regionalentwicklung hat das AMS Liezen Projekte wie die Fortführung der Qualifizierungsverbünde zur Höherqualifizierung von Beschäftigten initiiert, aber vor allem auch Projekte als Kooperationspartner wie die BuK.li – die Berufs- und Karrieremesse, das Imageprojekt „Get a Job – deine Chancen in der Tourismus-und Freizeitwirtschaft“, einen Arbeitsmarktgipfel der Industrie oder überregionale Jobmessen und Jobbörsen begleitet.

Ausblick für 2020

„Die schwächere Konjunktur wird weiterhin das Wirtschaftswachstum bremsen. Trotzdem rechne ich mit einer stabilen Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt, wo wir wahrscheinlich branchenabhängige und saisonalen Schwankungen beobachten werden können“, so Röder mit einer Prognose auf das neue Jahr. „Mit aktuell 1.010 offene Jobs und 284 freien Lehrstellen wird Personal in vielen Branchen im Bezirk Liezen gesucht und zeigt die Chancen am Arbeitsmarkt“. Herausforderungen im neuen Jahr sind und bleiben weiterhin der Fachkräftemangel und die Integration von am Arbeitsmarkt benachteiligten Personengruppen. „Das AMS Liezen wird auch im Jahr 2020 dem Engpass an Fachkräften mit zielgerichteten und wirtschaftsnahen Qualifizierungen für bestimmte Branchen entgegenwirken“, betont Röder einen wesentlichen arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkt im neuen Jahr. 

Aktivitäten und Fakten zum Jahr 2019 im Arbeitsmarktbezirk Liezen

  • Trotz der Konjunkturabschwächung der letzten Monate, zeigt der Jahresabschluss eine erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent quer durch das Geschäftsjahr 2019. Der durchschnittliche Bestand von 1.805 vorgemerkten Arbeitslosen im Jahr 2019 ist um
    -125 Personen niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang kann nahezu verteilt über alle Personengruppen beobachtet werden, wobei die stärksten Rückgänge folgende vorgemerkte Personen betreffen: Personen bis 24 Jahre: -5,6%, Personen im Haupterwerbsalter 25 – 49 Jahre: -7,5% oder Ältere ab 50 Jahre: -5,1%. Angestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen: +1,8%. Diese positive Entwicklung hat auch zur Senkung der durchschnittlichen Vormerkdauer um 9 Tage auf 109 Tage beigetragen.
  • Die regionale Arbeitslosenquote ist um 0,3 Prozent gesunken und zählt mit 5,2 Prozent erfreulicherweise zu den niedrigsten Quoten in der Steiermark.
  • Das Berufsinfozentrum (BIZ) wurde auch 2019 sehr gut besucht. Im Rahmen von Schulveranstaltungen wurden 50 Klassen mit 879 SchülerInnen betreut. Zusätzlich haben 260 Personen eine Bildungsberatung im BIZ in Anspruch genommen.  Veranstaltungen rund um Beruf und Karriere rundeten das Angebot ab.
  • Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Durchschnittlich besuchten 336 Personen (ein Minus von 8,7%) eine Aus- und Weiterbildung über das AMS. Die gute Konjunktur und ein hohes Stellenangebot waren ausschlaggebend dafür. Insgesamt haben 1.025 Personen eine Schulung besucht. Im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik investierte das AMS Liezen für die Bereiche Beschäftigung, Qualifizierung und Unterstützung 7,1 Mio. Euro an Förderungen für Arbeitsuchende und heimische Betriebe.
  • Im Geschäftsjahr 2019 wurden 6.241 Stellenangebote dem AMS Liezen gemeldet. Im Rahmen der Vertriebsaktivitäten besuchten die MitarbeiterInnen des Service für Unternehmen insgesamt 659 Unternehmen im Bezirk, um bei der Stellenbesetzung zu unterstützen und um über Dienstleistungen und Förderungen zu informieren. 13,7% der offenen Stellen wurden im Rahmen von Personalvorauswahlen im letzten Jahr betreut. Die Organisation und Teilnahme an Jobmessen und Jobbörsen begleitete das AMS Liezen das ganze Jahr, um Personal für die heimische Wirtschaft zu rekrutieren.
  • Der regionalen Lehrstellenmarkt zeigt ein ähnliches Bild wie im letzten Jahr. Im Jahresschnitt standen 30 Lehrstellensuchenden 226 Lehrstellenangebote zur Verfügung. Insgesamt wurden dem AMS 470 Lehrstellen (+2,0%) im letzten Jahr gemeldet. Mit der BuK.li – der Berufs- und Karrieremesse für die Bildungsregion Liezen, organisierte das AMS Liezen mit Unterstützung der Kooperationspartner Wirtschaftskammer, Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Steiermärkische Sparkasse und Regionalmanagement Bezirk Liezen auch im letzten Jahr in Bad Aussee, Gröbming und Liezen insgesamt drei Berufs- und Karrieremessen. 140 Aussteller informierten über die Vielfalt der Aus- und Weiterbildungsangebote in der Region, sowie über die Karrieremöglichkeiten für junge Leute.
  • Die Personengruppe der Asylberechtigten bzw. Personen mit subsidiärem Aufenthalt ist im Vorjahresvergleich im Jahresschnitt auf 60 Personen angestiegen, hatte jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die regionalen Arbeitsmarktentwicklungen. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht wurde die Integration für diese Personengruppe mit besonderen Beratungs-, Betreuungs- und Qualifizierungsangeboten gefördert. 86 (+4) Personen schafften im Vorjahr den Sprung in ein Dienstverhältnis.
  • Die Umsetzung der regionalen Arbeitsmarktpolitik passiert gemeinsam mit den regionalen Vertretern der Sozialpartner Arbeiterkammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Im letzten Jahr wurden, bei 3 Regionalbeiratssitzungen und jeweils 23 Ausschusssitzungen für die Bereiche Arbeitslosenversicherung sowie Ausländerbeschäftigung, die Weichen für die Umsetzung der regionalen Arbeitsmarktpolitik gestellt.
AMS Liezen Leiter Helge Röder und seine Stellvertreterin Brigitte Wasmer ziehen Bilanz über die Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt im letzten Jahr und geben einen Ausblick auf die nächsten Monate im Bezirk Liezen
Fotokennung: photoInstyle.at
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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