Servus TV: zu Besuch im steirischen Winterwunderland

Hohe Berge, tiefe Temperaturen und lange Winter: Nicht von ungefähr sind Schladming und die Ramsau zwei der bekanntesten Wintersport-Regionen Österreichs. Jährlich zieht es rund 500.000 Touristen in die Gegend. Dass es neben den zahlreichen Besuchern jedoch auch findige Einheimische gibt, die durch besonderes Handwerk, ausgefallene Hobbies und geniale Aktionen für Aufsehen sorgen, das zeigt diese „Heimatleuchten“-Folge.
Zu Besuch im steirischen Winterwunderland“Heimatleuchten: Steile Pisten, stumme Perchtln – Von Schladming in die Ramsau“ am Fr., 14.02., ab 20:15 Uhr
Bereits im November fällt in Schladming und der Ramsau der erste Schnee. Dank stetig niedriger Temperaturen bleibt die Landschaft bis in den späten März hinein mit einer schützenden, weißen Decke überzogen. Das Resultat sind wunderschöne Winterlandschaften die ihresgleichen suchen. „Heimatleuchten“ ist unterwegs in einer einzigartigen Region, in welcher unter anderem gewiefte Professionisten durch ihre Fähigkeiten altes Handwerk neu aufleben lassen und religiöse Obrigkeiten sich beim Eisstockschießen gegenüberstehen.

Pfarrer duellieren sich auf dem Eis
Die Leidenschaft für die Berge liegt den Menschen in Schladming zweifelsfrei im Blut. Dass so manche das Wandern sogar mit ihrem religiösen Glauben verbinden, das beweist Andreas Lechner. Er ist nicht nur begeisterter Bergsteiger, Kletterer und ausgebildeter Bergretter, sondern seit 2011 auch Pfarrer von Schladming. Zu seiner neuen Arbeitsstätte ist er damals selbstverständlich nicht mit dem Auto angereist, sondern gewandert – drei Tage und drei Nächte hat er dafür gebraucht. Mittlerweile hat er alle rund 240 Gipfel in seinem Pfarrgebiet bestiegen. Ist Lechner gerade nicht in den Bergen unterwegs, sorgt er mit ungewöhnlichen Aktionen für Aufsehen in der Dorfgemeinde: So hat er eine mittlerweile legendäre Veranstaltung ins Leben gerufen. Das alljährliche Eisstock-Schießen zwischen der katholischen und evangelischen Bevölkerung. Dort heißt es dann neun Katholiken gegen neun Protestanten und Frau Pfarrer gegen Herrn Pfarrer.

Traditionelles Handwerk, frisch entflammte Leidenschaft
Schnee und Eis sind für die Menschen in der Region keine Seltenheit. Um der Kälte zu trotzen, haben die Bewohner hier schon vor langem einen ganz besonderen Stoff entwickelt: den Schladminger Loden. Drei Lodenwalker führen dieses Handwerk in der Region bis heute fort. Der wahrscheinlich hartnäckigste von ihnen ist Jörg Steiner. Die Walke von Steiner ist der älteste Gewerbebetrieb der Steiermark – bereits 1434 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Als Kind hat sich Steiner manchmal geschämt, wenn er die Produkte des elterlichen Betriebes tragen musste. Schon bald lernte er jedoch die Besonderheit dieser traditionellen Handwerkskunst zu schätzen und übernahmen den Betrieb mit 23 Jahren schließlich selbst. Seither teilt er die Leidenschaft für den Schladminger Loden ungebremst mit seinen zufriedenen Kunden.

Außerdem in dieser Heimatleuchten-Sendung: Der alljährliche Snow-Run auf der Planai, bei dem über 300 Tourenskigeher und Bergläufer versuchen, eine der berühmtesten Abfahrtsstrecken Österreichs zu bezwingen – und zwar bergauf. Die Strecke vom Planai-Stadion über die WM-Abfahrts-Strecke hinauf bis zur Bergstation umfasst über 1.080 Höhenmeter und verlangt den Teilnehmern alles ab. Eine ebenfalls nicht ganz alltägliche Fortbewegungsart hat Franz Seggl für sich entdeckt. Der 65-Jährige ist seit vielen Jahren begeisterter Hochrad-Fahrer. Im Laufe der Zeit hat er bereits über 100.000 Kilometer auf diesem ausgefallenen Fahrrad zurückgelegt.
Heimatleuchten – Schladming Der Winter 2019 auf der Halseralm. Die Almwirte haben mit den Schneemassen auf dem Dach zu kämpfen. (c)ServusTV / Terra Mater
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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