VCÖ: Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle in der Steiermark im Vorjahr gestiegen

VCÖ: Im Ortsgebiet mit Tempo 30 und mehr Verkehrsberuhigung Sicherheit erhöhen

VCÖ (Wien, 27. Jänner 2020) – Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle ist im Vorjahr in der Steiermark gestiegen, informiert der VCÖ. Acht Fußgängerinnen und Fußgänger kamen im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben, um zwei mehr als im Jahr 2018. Im Ortsgebiet kann mit Tempo 30 statt 50 sowie mehr Verkehrsberuhigung die Sicherheit erhöht werden. Außerhalb des Ortsgebiets sind vor allem Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet sehr wichtig.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark im Vorjahr von 69 auf 68 gesunken, die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger jedoch von sechs auf acht gestiegen, macht der VCÖ aufmerksam. In den vergangenen zehn Jahren sind 113 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben gekommen. Zudem wurden jedes Jahr mehr als 400 Fußgängerinnen und Fußgänger verletzt.

„Fußgängerinnen und Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder und ältere Menschen. Unser Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden. Ein Fehler darf nicht mit schwersten oder gar tödlichen Verletzungen bestraft werden. Gerade im Ortsgebiet ist es daher wichtig, dass die Verkehrsplanung die Sicherheit von Kindern und älteren Menschen ins Zentrum rückt“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Verkehrssicherheit im Ortsgebiet ist Tempo 30 statt 50. Tempo 50 soll im Ortsgebiet nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.  Zudem braucht es in Wohngebieten sowie im Umfeld von Schulen und Spielplätzen verstärkte Verkehrsberuhigung. Der VCÖ empfiehlt den Städten und Gemeinden die verstärkte Umsetzung von Begegnungszonen, da diese die Verkehrssicherheit erhöhen.

Übersichtliche Straßenübergänge und Kreuzungen sind ebenso sehr wichtig. „Durch den SUV-Boom und die zunehmende Zahl von Kleintransporter gibt es mehr hohe Fahrzeuge. Wenn diese vor Schutzwegen parken, kann es passieren, dass Autofahrer ein Kind, das die Straße am Schutzweg überqueren möchte zu spät sehen. Deshalb ist es wichtig, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von den vorgeschriebenen fünf auf zumindest zehn Meter auszudehnen“, nennt VCÖ-Sprecher Gratzer eine weitere wichtige Verkehrssicherheitsmaßnahme. Für ältere Menschen sind bei Fußgänger-Ampeln längere Grünphasen und kürzere Rotphasen sehr wichtig.  

Handlungsbedarf gibt es auch außerhalb der Ortsgebiete. Wenn nur eine Freilandstraße eine Siedlung mit dem nächstgelegenen Ortsgebiet verbindet, dann ist das ein Sicherheitsrisiko, das rasch zu beseitigen ist. Es sollte zum Standard der Verkehrsinfrastruktur gehören, dass es zwischen einer Siedlung und dem nächstgelegenen Ortsgebiet einen sicheren Gehweg gibt, betont der VCÖ.

Welche Verbesserungen vor Ort von Fußgängerinnen und Fußgängern gewünscht werden, erhebt der VCÖ im Rahmen einer Umfrage. An dieser kann auch online unter www.vcoe.at teilgenommen werden.

VCÖ-Fußgängerumfrage: https://www.vcoe.at/umfragen/vcoe-umfrage-gehen

VCÖ: Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle im Vorjahr in der Steiermark gestiegen (Bei Verkehrsunfällen getötete Fußgängerinnen und Fußgänger in der Steiermark)

Jahr 2019: 8 Todesopfer
Jahr 2018: 6

Jahr 2017: 13
Jahr 2016: 14

Jahr 2015: 13
Jahr 2014: 13

Jahr 2013: 15
Jahr 2012: 10

Jahr 2011: 7
Jahr 2010: 14

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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