VCÖ: Heuer bereits 67 Verkehrstote in der Steiermark

Österreichweit mehr Verkehrstote – verstärkte Maßnahmen für kindgerechtes und seniorengerechtes Verkehrssystem nötig 

VCÖ (Wien, 20. Dezember 2019) – 67 Menschen kamen seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, um zwei mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, informiert der VCÖ. Auch Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Erschreckend hoch ist in Österreich die Zahl der tödlichen Kinderunfälle. Auch die Fußgängerunfälle sind gestiegen, darunter viele Seniorinnen und Senioren. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes und seniorengerechtes Verkehrssystem aus.  

Der Blutzoll im Straßenverkehr ist nach wie vor hoch. Bereits 67 Menschen verloren heuer in der Steiermark wegen Verkehrsunfällen ihr Leben, informiert der VCÖ. Zur gleichen Zeit des Vorjahres waren es 65 Todesopfer, am Jahresende waren 69 Verkehrstote zu beklagen. Im Bundesländer-Vergleich ist die Zahl der Verkehrstoten in Niederösterreich (91) und Oberösterreich (88) höher als in der Steiermark. 

Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Bereits 398 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen getötet, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit nach vorläufigen Zahlen 390 Todesopfer. „In den vergangenen zwei Jahren hat es Österreich verabsäumt, Maßnahmen zu setzen, die zu einer Reduktion der schweren Verkehrsunfälle führt“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Vom Verkehrssicherheitsziel – weniger als 312 Todesopfer im Jahr 2020 – ist Österreich derzeit weit entfernt. 

Besonders besorgniserregend: Die Zahl der Kinder, deren Leben bei Verkehrsunfällen ausgelöscht wurde, ist in Österreich von drei im Vorjahr heuer auf 16 gestiegen, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 2017 waren acht Todesopfer zu beklagen. Auch die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle ist gestiegen, von 47 im Vorjahr auf bereits 57 heuer. Rund die Hälfte der Todesopfer waren Seniorinnen und Senioren. 

„Die nächste Bundesregierung muss bei der Verkehrssicherheitsarbeit einen Schwerpunkt auf die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer setzen. Wir brauchen kindgerechtes und ein seniorengerechtes Verkehrssystem“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Konkret heißt das im Ortgebiet Tempo30 statt 50 und mehr Verkehrsberuhigung. Tempo 50 soll innerorts nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist. 

Zudem sind verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer zu setzen. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht, wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Wer SMS schreibt oder im Internet surft, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. „Die Strafhöhe von 50 Euro steht in keinem Verhältnis zur massiven Gefährdung, die dadurch ausgelöst wird“, fordert VCÖ-Sprecher Gratzer die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.

Sehr wichtig sind auch präventive Maßnahmen. Das Unfallrisiko mit Auto oder Moped und Motorrad ist um ein Vielfaches höher als mit dem Öffentlichen Verkehr. Mit mehr Bahn- und Busverbindungen und der Verlagerung von Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr kann die Verkehrssicherheit erhöht werden, gleichzeitig kommt Österreich seinen Klimazielen einen Schritt näher. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer 01 8932697 oder 0699 18932695

VCÖ: Derzeit mehr Verkehrstote in der Steiermark als zur gleichen Zeit des Vorjahres (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

1.1. bis 19.12.2019: 67 Verkehrstote (vorläufige Zahl)
1.1. bis 19.12.2018: 65 Verkehrstote (vorläufige Zahl)

Jahr 2018: 69 Verkehrstote (endgültige Zahl) 

Jahr 2017: 76 Verkehrstote
Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote

Jahr 2014: 86 Verkehrstote
Jahr 2013: 71 Verkehrstote
Jahr 2012: 81 Verkehrstote

Jahr 2011: 72 Verkehrstote
Jahr 2010: 79 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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