Eines der drei wärmsten Jahre der Messgeschichte

Die 14 wärmsten Jahre der 252-jährigen Messgeschichte waren in der jüngsten Vergangenheit.

Info: Die vorläufige Klimabilanz zum Jahresende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels SPARTACUS. Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die SPARTACUS-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.

Der Jahr 2019 im Überblick
Knapp zwei Wochen vor dem Jahreswechsel steht fest: 2019 war in Österreich eines der drei wärmsten Jahre seit dem Beginn der Messreihe im Jahr 1768. „Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, liegt 2019 ziemlich sicher im Bereich von 1,5 bis 1,7 °C über dem vieljährigen Mittel. Damit ist 2019 im Tiefland und auf Bergen das drittwärmste Jahr der 252-jährigen Messgeschichte“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „eine minimale Chance besteht noch auf den zweiten Platz, ein ´Abrutschen´ auf Platz 4 ist kaum noch zu erwarten.“

Serie der extrem warmen Jahre setzt sich fort
Damit setzt sich die Reihe der extrem warmen Jahre in der jüngeren Vergangenheit fort. „Unter den 15 wärmsten Jahren der Messgeschichte liegen 14 Jahre seit 1994″, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik, „erst auf Platz 15 folgt mit 1822 ein Jahr, das schon weit zurückliegt.“

Die 15 wärmsten Jahre der Messgeschichte (Datensatz HISTALP-Tiefland) sind: 2018, 2014, 2019, 2015, 1994, 2007, 2016, 2000, 2002, 2008, 2017, 2011, 2012, 2009, 1822.

In einigen Bundesländern Stationsrekorde
An einigen Wetterstationen der ZAMG war 2019 das wärmste Jahr der jeweiligen Messreihe, zum Beispiel in Graz-Universität mit einem Jahresmittel von 11,8 °C (alter Rekord 11,5 °C im Jahr 2018), in Bad Gleichenberg mit einem Jahresmittel von 11,3 °C (alter Rekord 11,2 °C im Jahr 2014) und Eisenstadt mit einem Jahresmittel von 12,3 °C (alter Rekord 12,2 °C im Jahr 2018). In Retz, Wien-Hohe Warte, Zwettl, Millstatt, Klagenfurt und am Schöckl werden die Jahresmitteltemperaturen aller Voraussicht nach ziemlich genau im Bereich der bisherigen Rekorde liegen.

Niederschlag: deutliche regionale Unterschiede
In der österreichweiten Auswertung des Niederschlags war 2019 ein durchschnittliches Jahr. Aussagekräftiger ist die regionale Auswertung: Im Westen und Süden, in etwa westlich einer gedachten Linie Salzburg-Klagenfurt, war 2019 um 5 bis 25 Prozent feuchter als ein durchschnittliches Jahr, in Oberkärnten und Teilen Tirols stellenweise um bis zu 40 Prozent. In der Osthälfte Österreichs war es dagegen um 25 bis 40 Prozent zu trocken.

Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden
2019 brachte in der österreichweiten Auswertung sechs Prozent mehr Sonnenstunden als ein durchschnittliches Jahr. Die größten regionalen Abweichungen vom Mittel gab es in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland sowie in Teilen der Steiermark und im Rheintal. In diesen Regionen brachte 2019 um fünf bis 25 Prozent mehr Sonnenstunden als ein durchschnittliches Jahr.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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