VCÖ zu Weltbodentag: In der Steiermark beansprucht Verkehr bereits 3-fache Fläche von Graz

Bereits auf 927 Quadratkilometer von Steiermarks Fläche machen sich Bau- und Verkehrsflächen breit, macht der VCÖ anlässlich des morgigen Weltbodentags aufmerksam. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat der Flächenverbrauch um 48 Quadratkilometer zugenommen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl weist die Steiermark im Bundesländer-Vergleich den vierthöchsten Bodenverbrauch durch Bau- und Verkehrsflächen auf. Durch die Stärkung der Ortskerne und Nahversorgung statt der Zersiedelung und eine flächensparende Infrastrukturpolitik kann der Bodenverbrauch reduziert werden, betont der VCÖ.

„Boden ist eine wertvolle Ressource. Die Böden haben vielfachen Nutzen, sie geben uns Nahrung oder nehmen beispielsweise Niederschläge auf und reduzieren damit die Hochwassergefahr. Wir sind es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, mit der Ressource Boden sorgsam umzugehen“, ruft VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen anlässlich des morgigen Weltbodentags ins Erinnerung.

Allein der Verkehr benötigt in der Steiermark eine Fläche von 357 Quadratkilometer, das entspricht der dreifachen Fläche der Landeshauptstadt Graz, berichtet der VCÖ. Gemeinsam mit den Bauflächen sind bereits 927 Quadratkilometer der Steiermark verbaut, das sind pro Kopf 749 Quadratmeter. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass das im Bundesländer-Vergleich der vierthöchste Wert ist. Den höchsten Bodenverbrauch hat das Burgenland mit 1.212 Quadratmetern pro Einwohner. Der Österreich-Schnitt liegt bei 602 Quadratmetern pro Kopf.

Und auch bei den versiegelten Flächen hat die Steiermark im Verhältnis zur Einwohnerzahl den vierthöchsten Wert. Bereits 386 Quadratkilometer sind versiegelt, das sind 312 Quadratmeter pro Kopf, der Österreich-Schnitt liegt bei 259 Quadratmetern.

Der massive Flächenverbrauch verstärkt die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Bei durch Asphalt oder Beton versiegelten Flächen können die Böden keine Niederschläge aufnehmen, bei Starkregen steigt dadurch die Hochwassergefahr. Bei Hitze wiederum heizen sich Asphalt und Beton im Unterschied zu Böden massiv auf. „Die Klimakrise verlangt ein Umdenken sowohl in der Siedlungsentwicklung, als auch in der Infrastrukturpolitik“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Doppelter Treiber des Flächenverbrauchs ist die Zersiedelung: Einerseits durch die Bauflächen, andererseits durch zusätzliche Verkehrsflächen, die für die Erschließung neuer Siedlungsgebiete nötig sind. Der VCÖ drängt auf eine verkehrssparende Raumordnung, die Ortskerne und Nahversorgung stärkt und die Zersiedelung stoppt.

Zudem braucht es eine flächensparende Infrastrukturpolitik. Das steirische Straßennetz ist bereits rund 24.000 Kilometer lang. „Wir haben bereits ein dichtes Straßennetz und sollten daher beim Straßenausbau auf die Bremse steigen. Umso mehr als Straßenausbau zu mehr Auto- und Lkw-Verkehr führt, was wiederum im Widerspruch zu den von der vergangenen Bundesregierung beschlossenen Klimazielen steht“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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