In der Steiermark sind CO2-Emissionen des Verkehrs seit 1990 um über 70 Prozent gestiegen

Pro Kopf und Jahr verursacht der Verkehr in der Steiermark 2.860 Kilogramm CO2, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt. Das ist mehr als der Österreich-Schnitt. Seit dem Jahr 1990 sind in der Steiermark die CO2-Emissionen des Verkehrs um 72 Prozent gestiegen. Der VCÖ fordert mehr Bahn und Bus, den Ausbau der Rad-Infrastruktur und von der kommenden Bundesregierung ein umfassendes Klimaschutzpaket. 

Der Gebäudesektor verursachte in der Steiermark im Jahr 1990 etwa gleich viel CO2 wie der Verkehr, heute verursacht der Verkehr fast viermal so große Mengen an klimaschädlichem CO2 wie die Gebäude, macht der VCÖ aufmerksam. Denn während im Gebäudesektor durch Wärmedämmung und starke Reduktion der Kohle- und Ölheizungen der CO2-Ausstoß um die Hälfte reduziert wurde, stiegen die CO2-Emissionen des Verkehrs um 72 Prozent. 

„Die Verkehrszunahme macht die Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte. Mehr Klimaschutz im Verkehr ist sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht dringend nötig“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Der Gebäudesektor hat seine Emissionen gegenüber 1990 um 984.000 Tonnen gesenkt, die Zunahme beim Verkehr betrug aber 1.484.000 Tonnen. 

Personen- und Güterverkehr in der Steiermark verursachten pro Kopf und Jahr zuletzt 2.860 Kilogramm CO2, wie die VCÖ-Analyse zeigt.  Damit schneidet die Steiermark besser ab als Oberösterreich (2.990 kg) und Niederösterreich (3.080 kg), verursacht aber mehr CO2 als der Österreich-Schnitt.  

Um die Klimabilanz zu verbessern, sind Autofahrten und Lkw-Verkehr zu reduzieren.  Wer in Österreich mit der Bahn statt mit dem Auto fährt, reduziert im Schnitt die CO2-Emissionen um 93 Prozent, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Bus statt Pkw bringt eine Reduktion um immerhin 76 Prozent.

Der VCÖ sieht die kommende Bundesregierung gefordert, mehr Investitionen für den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Rad-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Österreichs 124 regionale Zentren sollen in Zukunft sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, betont der VCÖ. Für dünner besiedelte Regionen sind flexible, nachfrageorientierte Angebote nötig, wie Gemeindebusse und Anrufsammeltaxis. 

„Die Infrastrukturpolitik ist endlich in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. Statt Autobahnausbau braucht Österreich ein dichteres Schienennetz und mehr Radwege“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.   

Zudem sind umweltschädliche Förderungen und Subventionen, die allein im Verkehrsbereich laut WIFO deutlich mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr betragen, rasch abzubauen. Vorrangig ist aus Sicht des VCÖ die Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel und der privaten Nutzung von Firmenwagen. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation Christian Gratzer (01) 8932697, (0699) 18932695

VCÖ: Verkehrszunahme macht Einsparungen der anderen Sektoren zunichte (Änderung CO2-Emissionen Jahr 2017 (aktuellste Daten) gegenüber 1990, in Klammer CO-Ausstoß im Jahr 2017)

Gebäudesektor: minus 0,984 Millionen Tonnen (2017: 0,985 Millionen Tonnen)

Energie: minus 0,661 Mio. Tonnen ( 1,758 Mio. Tonnen)

Landwirtschaft: minus 0,078 Mio. Tonnen ( 0,143 Mio. Tonnen)

Verkehr: PLUS 1,484 Mio. Tonnen (3,541 Mio. Tonnen) 

Industrie: PLUS 1,042 Mio. Tonnen (5,638 Mio. Tonnen)

Abfallwirtschaft: PLUS 0,059 Mio. Tonnen (0,061 Mio. Tonnen)

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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