Bundesschulzentrum / Umbau NMS: Es gab keine pädagogische Diskussion um die große Chance

Ein Kommentar von Rainer Hilbrand

Baulich ist der Gemeinderatsbeschluss in Bad Aussee, die NMS zu sanieren, nachvollziehbar, der finanzielle Kraftakt gewaltig. Die Diskussionen im Vorfeld haben sich rein auf das Bauliche beschränkt, eine gleichwertige Kostenanalyse des Umzuges der NMS in das Bundesschulzentrum gab es nicht. Und welche Chancen man in Praunfalk gehabt hätte, soll hier auch nicht weiter ausgeführt werden.

Grundsätzlich geht es an dieser Stelle um die vergebene pädagogische Chance. Was hätte man denn am Standort Bundesschulzentrum machen können? Die große Chance wäre die Errichtung einer Unterstufe (ob als Gesamtschule oder als völlig neuer Schulversuch) im Rahmen eines neuen Clusters gewesen. Wie das dann im Detail ausschauen hätte können, wurde von der Schulbehörde überhaupt nicht verfolgt. Die Lehrer des Bundesschulzentrums haben sich vor gut einem Jahr fast ausschließlich für einen solchen Cluster ausgesprochen, dann trat absolute Funkstille ein. Man hätte vielleicht auch die Chance auf die Errichtung einer gymnasialen Unterstufe gehabt, die von allen Lehrern (NMS und Gymnasium) gemeinsam unterrichtet wird. Damit hätte man dem Abzug der Schüler nach Ischl und Stainach begegnen können. Das ist leider nicht einmal in Ansätzen in Erwägung gezogen worden, auch nicht die Kooperationsmöglichkeit zwischen einer am Standort integrierten Musikschule mit dem musischen Zweig der Oberstufe.

Stattdessen passiert außerhalb der Region einiges: In Rottenmann eröffnete man die CARITAS – Schule, in Liezen gab es in der BAfEP Liezen ein neues Angebot, in der Fachschule in Gröbming eröffnete man einen Lehrgang mit Matura und in Schladming wird ebenfalls ein neues Angebot realisiert. Bei uns passiert, von der räumlichen Situation in den Grundschulen abgesehen (und da wurde sehr viel Geld investiert), nicht viel. Das Letzte, woran sich manche noch erinnern können, war die Eröffnung des Bundesschulzentrums (1984/85) und das Zusperren von Handelsakademie und Landesschülerheim.

Ob man auf diese Weise fit ist, den veränderten Entwicklungen in der Zukunft rund um uns begegnen zu können? Eine vergebene pädagogische Chance!

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Comments

  1. Wie bereits geschrieben, ist die Passivität in Aussee, die nicht einmal ein Granteln zum Inhalt hat, auffallend. Es kommen Männer und Frauen Lanzschauen – warum?

    Ein Spital hat, ohne schulischen Möglichkeiten für Ärzte- und andere Kinder, keine Chance. Dr. Miocinovic kam ursprünglich mit Frau nach Aussee, mittlerweile lebt sie in Graz und er pendelt und da ist es nach Stainach näher.

    Es muss wie ich schon in meinem Kommentar zum Spital angeführt habe alternative Angebote geben, die es diesen Eltern mit Kindern ermöglichen flexibel am Unterricht mit Externistenabschluss teilzunehmen und damit „mobil“ zu sein, einige Tag pro Woche Hauptwohnsitz in Aussee und andere Tage in Wien, Salzburg, Graz etc.

    Aussee könnte cool sein, wenn es aufhört zu stören statt einfach nicht zu behindern. Die lokale Gastronomie gehört finanziell entlastet. Die Hauptstrasse zu einer Flaniermeile (shared space) durch die man im Schritttempo, ohne Ampeln durchfahren kann. Wer es „eilig“ hat soll aus und nach Grundlsee einen anderen Weg nehmen.

    Jugend schafft ihre eigenen Zentren, wenn diese nicht mit Bürokratie, Gewerbeamt und Finanzpolizei statt unterstützt verfolgt wird.

    Wichtig sind die die das ganze Jahr kommen und hier leben.

    Kinder von Ärzten, Managern, Architekten etc. wollen ihre Freund in Wien, Salzburg, Graz ebenso regelmäig sehen wie die Freunde in Aussee, wenn es die gibt, und Freunde wechselseitig mitbringen, einladen etc. Redet mit den Merans, den Kopfsguters und und und.

    Es muss eine Anbindung dieser Erst-, Zweit- sowie „Berufs“heimischen an Fussball-, Musik-, Feuerwehrvereinen etc. geben, wenn irgendetwas ausser ein Pensionopolis mit Zweitheimischen die Zukunft von Aussee sein soll.

    Wie man schnell durch Aussee kommt, wie man den Verkehr aus dem Ort bringt, ist kein sinnvolles Anliegen.

    Uns ist es immer darum gegangen die Jugend zu unterstüzten, deswegen war der Zutritt Sommersberg für alle unter 14 gratis und von 14 bis 18 stark verbilligt mit fast geschenkten Jahreskarten.

    Es gibt in Aussee keinen Blick auf die Jugend und Mensche wie ich sagen sich, alt bin ich selber, und gehen nirgendst hin und der Lewan, Stemberger sind die meiste Zeit schütter besucht und die Fimenbuchsbilanzen zum weinen.

    Die Jugend der Zweitheimischen lieben Aussee, das würden auch die Kinder der „Berufs“heimischen, wenn für diese nicht Aussee, auf Grund der Bretter vor dem Hirn der Verantwortlichen, wie eine Zwangsjacke wäre, das gilt auch für die Ehefrauen etc.

    Der Kammerhofplatz mit der Braungassee und der Gartengasse als erhöhte Tribüne wäre von uns schon im Mai mit allerlei Aktivitäten belebt worden, stattdessen haben wir uns allein schon gegen das Wort Schottergrube, altes Vitalbad wehren müssen, mit denen die Verantwortlichen ihre Rückwärtsausrichtung eindrücklich unter Beweis stellten. Aber diese Verantwortlichen werden von den Bürgern auch nicht gefordert, ich habe mit Ihnen Herr Dr. Hillbrand, dem Christian Huemer und anderen Gekommenen erlebt, wie gesagt wurde – kusch – und alle – auch SPÖ, Grüne und sogar die Einheimischen, diese etwas fassungslos, haben gekuscht.

    Schickhofer wird nicht erster, und er muss wegen der Voves Million in eine Koalition mit Schützenhöfer, der wird die Mehrheit der Stimmen von Aussee jetzt bekommen, Frosch wird sich dies auf seine Fahnen heften, das Spital Aussee ist Geschichte, und alles geht wie gewohnt und die Ausseer Jugend, die weg kann, geht weg und wird immer weniger für den Sommer kommen.

    Das Haus Pirker, wie andere, wurde verkauft, weil die Nachkommen alle aus Aussee weg sind, aber es werden einige Ungarn, Kroaten, Bosnier, Tschechen zuziehen, denen die Gemeindepolitik egal ist und ihre eigenen Wege gehen – und in den Ferien die Zweitheimischen Aussee für ihr Heimatsgefühl nutzen, auch ok.

    Bernhard Lanz

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