Heuer in der Steiermark bereits 64 Verkehrstote– Erhöhte Unfallgefahr in dunkler Jahreszeit

Seit Jahresanfang wurden in der Steiermark bereits 64 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet, informiert der VCÖ. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Der VCÖ erinnert daran, dass gerade in der dunklen Jahreszeit es wichtig ist, auf Sicht zu fahren. Das heißt konkret, Tempo verringern und mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren. Der VCÖ betont, dass mit Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet sowie sicheren Geh- und Radwegen zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet die Verkehrssicherheit erhöht werden kann.

„Der Lenker eines Fahrzeuges hat die Fahrgeschwindigkeit (…) den gegebenen Sichtverhältnissen anzupassen.“ Die Einhaltung von Paragraf 20 Absatz 1 der StVO (Straßenverkehrsordnung) ist in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig, erinnert der VCÖ. „Immer wieder kommt es im Spätherbst zu schweren Verkehrsunfällen, weil trotz schlechter Sichtverhältnisse das Tempo nicht reduziert wurde. Für die Sicherheit insbesondere von Fußgängerinnen und Fußgänger wäre es wichtig, im Ortsgebiet Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einzuführen. Tempo 50 soll nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Die Steiermark zählt leider zu den vier Bundesländern, wo heuer die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist. Heuer waren bereits 64 Verkehrstote zu beklagen, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit 61. 

Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten hoch. Bereits 358 Menschen kamen seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen ums Leben, informiert der VCÖ. Von seinem Verkehrssicherheitsziel – weniger als 312 Verkehrstote im Jahr 2020 – ist Österreich weit entfernt. Zum Vergleich: Die Schweiz verzeichnete im gesamten Vorjahr 233 Verkehrstote. Der VCÖ sieht die kommende Bundesregierung gefordert, verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Vor allem gegen die Hauptunfallursachen, zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit, ist stärker als bisher vorzugehen.

Darüber hinaus sind auch präventive Maßnahmen zu verstärken. So können Nacht- und Discobusse schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen verhindern. „Da das Unfallrisiko mit Pkw insgesamt um ein Vielfaches höher ist als mit Bahn und Bus erhöht auch ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz mit häufigeren Verbindungen die Verkehrssicherheit, wie das Beispiel Schweiz zeigt“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. 

Ein großes Sicherheitsrisiko sind in den Regionen fehlende Geh- und Radwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet. Jahr für Jahr kommt es zu schweren Unfällen, weil Personen, die am Straßenrand gehen, angefahren werden. Der VCÖ drängt auf die rasche Beseitigung dieser Sicherheitsmängel, indem Siedlungen mit dem nächsten Ortsgebiet mit baulich getrennten Geh- und Radwegen verbunden werden. 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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