Allerheiligen – Wie Kinder und Jugendliche mit Tod und Trauer umgehen

Der Tod einer nahen Bezugsperson führt bei den Hinterbliebenen oft zu einer Art von Schockzustand. RAINBOWS steht den Familien in solchen Ausnahmesituationen professionell und einfühlsam zur Seite.

Dass jemand aus dem Familienkreis sterben könnte, wie Großeltern, Eltern oder Geschwister, ist im normalen Alltag meist nicht präsent und ganz weit weg. Wenn dies aber Wirklichkeit wird, macht sich zunächst bei allen Trauernden ein unfassbares Gefühlschaos breit. Besonders wenn der geliebte Mensch plötzlich stirbt.

Kinder begreifen den Tod anders als Erwachsene. So können erst Schulkinder die Endgültigkeit des Todes erfassen. Vorher wird das Thema Tod und auch die eigene Endlichkeit nicht realisiert. Auch dann, wenn die Trauer greifbar wird, sieht die Verarbeitung bei den jungen Menschen meist ganz anders aus, als Erwachsene es erwarten würden.

Professionelle Hilfe holen

„Kinder und Jugendliche springen oft in die Trauer hinein und wieder hinaus, ähnlich wie in eine Pfütze“, weiß Ursula Molitschnig von RAINBOWS. „Sie sind zum Beispiel gerade in ein Spiel vertieft und im nächsten Moment kann es zu heftigen Gefühlsausbrüchen kommen.“ Für die Erwachsenen, die mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt sind, sind diese Reaktionen oft schwer verständlich und können sie sogar bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringen.

RAINBOWS bietet hier professionelle Begleitung an. „Wenn die Hinterbliebenen beim Kind oder Jugendlichen starke Verhaltensänderungen bemerken oder es scheinbar gar nicht reagiert“, ist es ratsam, sich Hilfe zu holen“, empfiehlt Ursula Molitschnig. „Es kann sich um einen teilweisen oder totalen Rückzug aus dem sozialen Umfeld handeln, um gesteigerte Aggressivität oder auch um starke Angst und Wut.“

Das Beste ist, es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass sich Hilflosigkeit im Umgang mit dem betroffenen Kind einstellt. Für alle Familienmitglieder ist es eine große Erleichterung, wenn die Kinder und Jugendlichen einfühlsam in ihrer Trauer begleitet werden. Auch die Eltern lernen durch die Begleitung die Reaktionen ihrer Kinder besser einzuordnen und zu verstehen. Das beugt vielen Konfliktsituationen in der Familie vor.

Häufigkeit in Zahlen

Wie häufig Kinder und Jugendliche vom Thema betroffen sind zeigt die Statistik. In Österreich gibt es derzeit rund 2.670 Halbwaisen und Waisen im Alter von 0 bis 18 Jahren – also Kinder und Jugendliche, deren Mutter oder Vater gestorben ist. Dazu kommen jene Kinder, die um andere nahe Angehörige oder Bezugspersonen trauern. Wünschenswert wäre, dass diese viele betroffene junge Menschen eine professionelle Trauerbegleitung erfahren, die akute und zukünftige Beeinträchtigungen in ihrem Leben reduzieren oder vielleicht sogar verhindern kann.

Nähere Informationen und Anmeldung: RAINBOWS-Landesstelle Steiermark

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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