In der Steiermark heuer bereits 57 Verkehrstote

Österreich droht seine Verkehrssicherheitsziele massiv zu verfehlen

VCÖ (Wien, 1. Oktober 2019) – Die Zahl der Verkehrstoten ist in der Steiermark in den ersten neun Monaten nicht gesunken, macht der VCÖ aufmerksam. Bereits 57 Menschen kamen laut BMI seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, gleich viele wie zur gleichen Zeit des Vorjahres. Österreichweit wurden 315 Menschen im Straßenverkehr getötet. Österreich droht sein Verkehrssicherheitsziel weit zu verfehlen. Der VCÖ fordert daher verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. 

57 Verkehrstote waren in der Steiermark seit Jahresanfang zu beklagen, macht der VCÖ aufmerksam. Die Zahl der Todesopfer ist gleich hoch wie in den ersten drei Quartalen des Vorjahres und um zehn höher als im Vergleichszeitraum vor zwei Jahren. Im Bundesländer-Vergleich weist die Steiermark nach Niederösterreich und Oberösterreich die dritthöchste Opferzahl auf. In fünf Bundesländern ist die Zahl der Verkehrstoten zurückgegangen.

Österreichweit forderte der Straßenverkehr laut vorläufigen Daten des BMI bereits 315 Todesopfer. Im Vorjahr gab es zu dieser Zeit laut vorläufiger Unfallbilanz 311 Todesopfer, nach endgültigen Daten verschlechterte sich die Unfallbilanz auf 317 Verkehrstote. 

Die Hauptursachen der tödlichen Unfälle  waren zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Wie hoch die Opferzahl in Österreich ist, zeigt der Vergleich mit der Schweiz, wo im gesamten Vorjahr 233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. „In der Schweiz gibt es niedrigere Tempolimits. Tempo 80 auf Freilandstraßen, Tempo 120 auf Autobahnen und im Ortsgebiet erhöhen zahlreiche Begegnungszonen und Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Zudem gibt es beim Überschreiten von Tempolimits in der Schweiz keine Toleranzgrenze. Maßnahmen, die auch in Österreich viele Menschenleben retten würden. 

Die Schweiz profitiert zudem vom dichten Bahnnetz. Das Unfallrisiko im Auto ist um ein Vielfaches höher als mit der Bahn. „Ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz mit häufigeren Verbindungen bringt Österreich nicht nur seinen Klimazielen näher, sondern auch seinen Verkehrssicherheitszielen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Derzeit droht Österreich seine Verkehrssicherheitsziele weit zu verfehlen. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Verkehrstoten um mindestens 50 Prozent niedriger sein als im Schnitt der Jahre 2008 bis 2010. Das bedeutet weniger als 312 Verkehrstote – und damit weniger als heuer in den ersten neun Monaten. „Das Verfehlen von Verkehrssicherheitszielen kostet Menschenleben. Umso wichtiger und dringender ist es,  wirksame Maßnahmen, die in den sicheren Staaten Europas bereits gang und gäbe sind, endlich auch in Österreich umzusetzen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Dazu gehört unter anderem die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem, betont der VCÖ. 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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