Steirer sitzen im Schnitt rund 7.100 Kilometer hinter dem Autolenkrad

Rund 7,5 Milliarden Kilometer wurden im Vorjahr die privaten Autos der steirischen Haushalte gefahren. Im Bundesländer-Vergleich fahren die Steirer pro Person am fünftmeisten mit dem Auto, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Am meisten sitzen die Kärntner hinter dem Lenkrad. Der VCÖ setzt sich für mehr öffentliche Verkehrsverbindungen sowie eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr ein. Die kommende Bundesregierung ist gefordert, die Gemeinden und Regionen dabei stärker zu unterstützen. 

Durchschnittlich 7.105 Kilometer pro Person (über 16 Jahre) saßen die Steirerinnen und Steirer im Vorjahr hinter dem Autolenkrad, informiert der VCÖ. Im Bundesländer-Vergleich ist das nach Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland der fünfthöchste Wert. Im Vergleich zum Jahr 2000 wurden mit den privaten Autos der steirischen Haushalte um rund 820 Millionen Kilometer mehr gefahren.

Österreichweit ist auffallend, dass neben Wien auch in den westlichen Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg weniger mit dem Auto gefahren wird. In den drei westlichen Bundesländern ist jede Stadtgemeinde mit der Bahn erreichbar, in der Steiermark sind es 32 von 35 Stadtgemeinden, macht der VCÖ aufmerksam.

„Ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Mobilität auch in den Regionen auf Klimakurs gebracht werden kann. Die kommende Bundesregierung ist gefordert, die Infrastrukturpolitik endlich in Einklang mit den Klimazielen zu bringen und die Bundesländer beim Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in den Regionen viel stärker zu unterstützen“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. 

Mängel gibt es in den Regionen auch bei der Infrastruktur für den Radverkehr. Der VCÖ weist darauf hin, dass auch in den peripheren Regionen viele Autofahrten kurz sind, 40 Prozent sind sogar kürzer als fünf Kilometer. „Wenn die einzige Verbindung zwischen einer Siedlung und dem nahegelegenen Ortsgebiet eine Freilandstraße ist, dann werden auch Kurzstrecken mit dem Auto gefahren. Die Regionen brauchen rasch eine gute Infrastruktur für den Radverkehr“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Auch dabei sind die Gemeinden vom Bund stärker zu unterstützen. Der VCÖ weist darauf hin, dass Österreich bei Verfehlen der Klimaziele Strafzahlungen in der Höhe von mehreren Milliarden Euro zu zahlen hat. „Es steht wohl außer Streit, dass es ökologisch und vor allem auch ökonomisch vernünftiger ist, das Geld für die Verbesserung des klimafreundlichen Mobilitätsangebots zu verwenden als für Strafzahlungen“ so VCÖ-Experte Gansterer.

Gerade die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder haben großes Potenzial, die Autofahrten in den Regionen zu reduzieren. Wesentlich für eine klimaverträgliche Mobilität in den Regionen ist die Zersiedelung zu stoppen und stattdessen die Ortskerne und die Nahversorgung zu stärken.

VCÖ: Kärntner legen am meisten Kilometer mit Auto zurück, Wiener am wenigsten (Pro Person ab 17 Jahre mit Pkw der privaten Haushalte gefahrenen Kilometer, Jahr 2018) 

Kärnten: 7.935 km

Niederösterreich: 7.795 km

Oberösterreich: 7.300 km 

Burgenland: 7.120 km

Steiermark: 7.105 km 

Salzburg: 6.440 km

Vorarlberg: 6.400 km

Tirol: 6.380 km

Wien: 4.030 km

Österreich: 6.530 km
Quelle: Statistik Austria, 2019

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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