Drei steirische Projekte beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich ausgezeichnet

Großer Erfolg für die Steiermark beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich: Gleich drei der elf Projekte, die heute Abend in Wien von VCÖ, Verkehrsministerium, Nachhaltigkeitsministerium und ÖBB ausgezeichnet werden, kommen aus der Steiermark. Das Gleisdorfer Speditionsunternehmen Herbert Temmel, das Grazer Forschungsunternehmen HyCentA Research und das Start-Up Bike Citizens, für die in Kooperation mit dem Land Steiermark und der TU Graz erstellte Radnetzstudie für den steirischen Kernballungsraum. 

Wie kann die Klimabilanz des Verkehrs verbessert werden? Diese Frage stand im Fokus vom diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis, der in Kooperation mit dem BMVIT, dem BMNT und den ÖBB durchgeführt wird. Die Rekordanzahl von 388 Einreichungen zeigt, dass bereits viele für eine klimaverträglichere Mobilität arbeiten. Gesamtsieger ist das betriebliche Mobilitätsmanagement von Mahle, das vom Verkehrsverbund Kärnten koordiniert wurde. 

Täglich gibt es in Österreich rund 1,6 Millionen Fahrten mit Öffis und Fahrrad zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause, mit dreieinhalb Millionen aber auch doppelt so viele Autofahrten. „Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein sehr wirksames Instrument, um den Pendlerverkehr auf Klimakurs zu bringen. Wenn alle Betriebe Österreichs mit mehr als 100 Beschäftigten Mobilitätsmanagement umsetzen, dann kommen wir dem Klimaziel einen großen Schritt näher“, gratuliert VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak den Gewinnern. Österreich hat nur noch zehn Jahre Zeit, um die CO2-Emissionen des Verkehrs um ein Drittel zu reduzieren. 

Zehn weitere Projekte werden heute Abend ausgezeichnet, davon drei aus der Steiermark. Die von der Österreichischen Hagelversicherung unterstützte Kategorie „Raumordnung“ geht an die Radnetzstudie für den steirischen Kernballungsraum, die vom Start-Up Bike Citizens in Kooperation mit TU Graz und Land Steiermark umgesetzt wurde. „Das größte Umweltproblem in Österreich ist der enorme Bodenverbrauch. Dazu gehören neben einer vermehrten Investition in den Ausbau der flächensparenden Schiene auch andere klimaverträgliche Verkehrssysteme, wie eben Radnetze in Ballungsräumen. Ich gratuliere den Gewinnern, die mit dem Projekt zum Klima- und Bodenschutz beitragen“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

Das Gleisdorfer Speditionsunternehmen Herbert Temmel rüstet alte Diesel-Lkw auf Elektro-Lkw um und gewinnt die Kategorie „Transport“ beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. Der Strom für die Lkw kommt von der hauseigenen Photovoltaikanlage. Gerade der Angriff in Saudi Arabien hat drastisch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Abhängigkeit des Verkehrs von Erdöl rasch zu reduzieren, betont der VCÖ.

Und auch der Sieg in der Kategorie „Forschung“ geht in die Steiermark: Das Grazer Unternehmen HyCentA Research forscht an Lösungen, um Diesel-Lokomotiven durch mit Wasserstoff betriebene Lokomotiven zu ersetzen. Zentral für die Umweltbilanz des Wasserstoffs ist, dass dieser aus erneuerbarer Energie gewonnen wird. 

Sabine Kühschelm, Leiterin der Gruppe Infrastrukturverfahren und Verkehrssicherheit im BMVIT, gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern: “ Der VCÖ holt mit seinem Mobilitätspreis zukunftsweisende Projekte vor den Vorhang, die uns als Ministerium dazu anregen, neue Lösungen für drängende Zukunftsfragen zu finden.“ „Wir als ÖBB entwickeln den Öffentlichen Verkehr ständig weiter und unterstützen zukunftsweisende Initiativen, die vor allem der Umwelt und den Fahrgästen zugute kommen“, so Michaela Huber, Vorständin der ÖBB-Personenverkehr AG.

Die sieben weiteren ausgezeichneten Projekten sind:  Das E-Carsharing floMOBIL der Stadtwerke Wörgl, das es bereits in 15 Tiroler Gemeinden gibt. Das Radhauptnetz der Stadt Salzburg, mit dem die Stadt ihren Radverkehrsanteil von 20 auf 24 Prozent erhöhen möchte. Die Tram/Regionalbahn der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, Österreichs erstes vollelektrisches Müllfahrzeug, das von der MA 48 der Stadt Wien eingesetzt wird , das Austrian Institute of Technology für eine umfassende Ticketing-App und das Designstudio Wideshot Design, das mittels Virtual-Reality Technologie geplante Veränderungen in der Straßengestaltung visualisiert. Der Sieg in der Kategorie „Internationale Projekte“ geht heuer nach Helsinki für Whim. Whim ist eine App, die alle öffentlich verfügbaren Mobilitätsangebote einer Region oder Stadt umfasst und die als Mobilitätspaket abonniert werden können. Eine multimodale Sharing-Lösung, die den Besitz eines eigenen Autos obsolet macht. 

Informationen zu den Projekten gibt es im Internet unter www.vcoe.at

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich 2019 – Die Preisträger 

GESAMTSIEGER: 
Leuchtturmprojekt Betriebliche Mobilität Mahle – Verkehrsverbund Kärnten

Kategorie Aktive Mobilität 
Radhauptnetz – Stadt Salzburg

Kategorie Mobility as a Service
floMOBIL – Stadtwerke Wörgl 

Kategorie Transport, Logistik, Güterverkehr
Umrüstung alter Diesel-Lkw auf Elektro-Lkw – Herbert Temmel GmbH

Kategorie Digitalisierung und Automatisierung
Autonomous Ticketing – Austrian Institute of Technology (AIT)

Kategorie Digitalisierung und Automatisierung – Konzepte & Pilotprojekte
Virtual Reality Technology in der Stadtgestaltung – Wideshot Design GmbH 

Kategorie Öffentlicher Verkehr und Multimodalität
Tram/Regionalbahnprojekt im  Zentralraum Innsbruck – Innsbrucker Verkehrsbetriebe

Kategorie Energie, Elektrifizierung und Technologie
Österreichs 1. vollelektrisches Müllfahrzeug – MA48 der Stadt Wien

Kategorie Raumordnung und Kommunale Verkehrsplanung
Radnetzstudie des steirischen Kernballungsraums  – Bike Citizens und Land Steiermark 

Kategorie Forschung und wissenschaftliche Studien
Wasserstofftechnologie für den Schienenverkehr – HyCentA Research GmbH

Kategorie Internationale Vorbildprojekte 
Whim (Helsinki) von MaaS Global 

Quelle: VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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