Am Dienstag im Landtag: Grüne fordern Neustart für die Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen

Scharfe Kritik an RSG.

Die Grüne Landtags-Spitzenkandidatin Sandra Krautwaschl bringt in der morgigen Landtagssitzung einen Entschließungsantrag (siehe anbei) ein, in dem sie einen „Neustart für die Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen“ fordert. In der letzten Landtagssitzung am 5. September hatte das Landesparlament ja erfreulicherweise mit großer Mehrheit beschlossen, „keine weiteren finanziellen Dispositionen im Zusammenhang mit dem Grundstück in Stainach-Pürgg sowie dem geplanten Leitspital zu treffen sowie die Etablierung des Leitspitals am Standort Rottenmann zu prüfen und in Abstimmung dazu die Versorgungsleistungen an den bestehenden Standorten Schladming und Bad Aussee zu adaptieren – und alle weiteren Tätigkeiten zur Errichtung des Leitspitals im Bezirk Liezen unter Einbindung der Region zu setzen.“

Am Dienstag wollen die nun Landesrat Drexler auffordern,

1. die gesamte Struktur der Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen (Gesundheitszentren, Facharztzentren, niedergelassener Bereich, Spitalsstandorte, Notarztstützpunkte etc.) nachvollziehbar darzustellen und das tatsächlich geplante Gesamtleistungsspektrum für die Bevölkerung offenzulegen, und

2. dem Landtag einen Bericht über die Finanzierung der Gesundheitsstruktur im Bezirk Liezen zu übermitteln, wie es im Antragstext heißt.

„Die Pläne für ein neues Leitspital in Stainach-Pürgg – es gibt weder ein geeignetes Grundstück noch einen Finanzierungsplan – müssen aufgrund dieses Landtagsbeschlusses vom 5. September 2019 gestoppt werden, es braucht jetzt ein Zurück an den Start. Die Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen muss bei einem Neustart ganzheitlich betrachtet werden – der niedergelassene Bereich muss einbezogen werden“, so Krautwaschl und betont: „,Reformen‘ müssen zu einer tatsächlichen Verbesserung der Gesamtversorgung für die Bürgerinnen und

Bürger führen. Das vorliegende Spitalskonzept, aus drei Krankenhäusern eines zu machen, wird lediglich durch ein lückenhaftes Netz an unzureichend definierten Gesundheits- und Facharztzentren ergänzt und stellt somit keine Verbesserung, sondern eine reale Verschlechterung dar.“

Und sie kritisiert des RSG, den Regionalen Strukturplan Gesundheit: „Der RSG verspricht im Bezirk Liezen eine bessere Gesundheitsversorgung, ist aber tatsächlich ein Schrumpfprogramm. In der Region Liezen geht die Zahl der Spitalsbetten um 27% und die der Allgemeinmedizin-Stellen (inkl. Gesundheitszentren) um knapp 16 % zurück. Die Bevölkerungszahl sinkt bis 2025 laut Prognose jedoch um nur 1,6 %. Das ist real keine Verbesserung, wie vor allem auch junge Medizinerinnen und Mediziner aus der Region ins Treffen führen.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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