Im heurigen Sommer (Juli/August) in der Steiermark 16 Verkehrstote

Im Juli und August sind nach vorläufigen Daten 16 Menschen bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben gekommen, macht der VCÖ aufmerksam. Seit Jahresanfang waren in der Steiermark bereits 55 Verkehrstote zu beklagen, um sieben mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen.  Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung. 

Traurige Unfallbilanz für den heurigen Sommer: 16 Menschen wurden im Juli und August nach vorläufigen Daten bei Verkehrsunfällen in der Steiermark getötet, informiert der VCÖ. Die Zahl der Todesopfer ist um eins höher als im Juli und August des Vorjahres und um drei höher als im Sommer 2017. In ganz Österreich kamen im heurigen Sommer 90 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, um zwölf mehr als im Sommer des Vorjahres. 

Seit Jahresanfang waren in der Steiermark heuer bereits 55 Verkehrstote zu beklagen, um sieben mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten anstatt zu sinken heuer gestiegen. Seit Jahresanfang kostete der Straßenverkehr in Österreich bereits 288 Menschen ihr Leben, um 14 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2018 waren 409 Verkehrstote zu beklagen. Der VCÖ erinnert an Österreichs Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2020: Die Zahl der Verkehrstoten soll im kommenden Jahr auf unter 312 sinken. „Mangelnde Verkehrssicherheit kostet Menschenleben. Und das ist ein Preis, der auf jeden Fall zu hoch ist“, fordert VCÖ-Experte Markus Gansterer verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

Die Hauptursachen für die tödlichen Verkehrsunfälle waren zu hohes Tempo so wie Ablenkung und Unachtsamkeit. Der VCÖ fordert daher die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem, wie das bei zahlreichen europäischen Staaten bereits der Falls ist. Und bei Tempolimits soll es eine Beweislastumkehr geben. So sollen Tempo 30 im Ortsgebiet und Tempo 80 auf Freilandstraßen als Regelgeschwindigkeit gelten. Ein höheres Tempo – Tempo 50 im Ortsgebiet, Tempo 100 auf Freilandstraßen – kann dort erlaubt werden, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.  

Dass Österreich bei der Verkehrssicherheit einen großen Verbesserungsbedarf hat, zeigt der Vergleich mit der Schweiz. Im gesamten Vorjahr kamen in der Schweiz 233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um fast die Hälfte weniger als in Österreich. „Die Schweiz hat mit Tempo 80 auf Freilandstraßen und Tempo 120 auf Autobahnen niedrigere Tempolimits als Österreich. Im Unterschied zu Österreich gibt es in der Schweiz de facto null Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits. Und in  Gemeinden und Städte sind viele Bereiche verkehrsberuhigt, allein in der Hauptstadt Bern gibt es mehr als 100 Begegnungszonen“, nennt VCÖ-Experte Gansterer einige Gründe für die höhere Verkehrssicherheit der Schweiz. Zudem hat die Schweiz ein dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen. Und das Bahnfahren ist um ein Vielfaches sicherer als Autofahren, sowohl für die Insassen als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. 

Der VCÖ fordert für Österreich ein dichteres Bahnnetz mit häufigeren Verbindungen. „In Österreich sind nicht einmal alle 124 regionalen Zentren ans Bahnnetz angeschlossen und gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar. Das ist rasch zu ändern“, fordert VCÖ-Experte Gansterer ein dichteres Bahnnetz und häufigere Verbindungen. Zudem soll es in den Regionen Discobusse und Anrufsammeltaxis geben. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen den Gemeinden und Regionen für die Finanzierung von Nacht- und Discobussen zur Verfügung gestellt werden.

VCÖ: In Niederösterreich gab es im heurigen Sommer die meisten tödlichen Verkehrsunfälle
(vorläufige Zahl an Verkehrstoten im Juli und August 2019 – in Klammer Anzahl Verkehrstote 1.1. – 2.9.2019) 

Niederösterreich: 26  (67)

Oberösterreich: 16 (63)

Steiermark: 16  (55)

Salzburg: 10  (26) 

Burgenland: 8 (19)

Kärnten: 5 (17)

Tirol: 5 (22) 

Wien: 3 (9) 

Vorarlberg: 1 (10)

Österreich: 90 (288) 
Quelle: BMI, VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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