Nationalpark Gesäuse testet neue eDNA-Analysen mit der Universität Graz

Umwelt-DNA verrät die Äsche im Johnsbach

Fische und andere Lebewesen geben ständig ihre DNA in das Gewässer ab. Sei es durch Kot, Urin, Schuppen oder andere Sekrete, die Körperzellen und damit ihre genetische Erbsubstanz enthalten. Schon geringste Mengen sind nachweisbar, sodass den Biologen der Universität Graz ein halber Liter Wasser genügte, um eine Fischart zu bestimmen.

In einer Diplomarbeit wurden diesen Sommer an der Enns und am Johnsbach Wasserproben entnommen und die darin enthaltene eDNA (environmental DNA) nach einem genau definierten Protokoll im Labor analysiert.

„Auch wenn viele Kubikmeter Wasser pro Sekunde durchfließen: Nur eine Zelle genügt, um nachzuweisen, dass hier eine Äsche im Bach geschwommen ist“, sagt Dr. Tamara Schenekar, Co-Betreuerin der Diplomarbeit am Institut für Biologie der Uni Graz.

Der Nationalpark Gesäuse ist ein besonders wertvolles Schutzgebiet in der Steiermark. Daher ist man daran interessiert, diese neuartige Methode bei Untersuchungen einzusetzen. „Der Eingriff bei der Probennahme ist minimal und die Fische müssen nicht gefangen werden. Für bestimmte Fragestellungen kann uns eDNA gut weiterhelfen“, sagt Forschungsleiter Mag. Alexander Maringer. Der Johnsbach wurde in einem EU-LIFE-Projekt bis 2010 naturnah umgestaltet und Verbauungen wurden entfernt. Seither wird überwacht, wie gut Fische, wie die Äsche oder die Koppe, den Wildbach nutzen können und wie weit sie aufsteigen.

„Wir kennen DNA-Analysen von kriminaltechnischen Untersuchungen. Aber nun wird diese Methode bereits erfolgreich für den Umwelt- und Naturschutz eingesetzt. Hier ist in den nächsten Jahren noch viel Neues zu erwarten!“, sagt Univ.-Prof. Steven Weiss diesem Anwendungsbereich eine große Zukunft voraus.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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