VCÖ für umfassende Pendlerpauschale-Reform nach ökologischen und sozialen Kriterien

Das aktuelle Pendlerpauschale bevorzugt Erwerbstätige mit hohem Einkommen und berücksichtigt keine ökologischen Kriterien. Der VCÖ spricht sich daher für eine umfassende Reform aus, die starke Anreize setzt, klimaverträglich zur Arbeit zu fahren. Zudem soll es für den Erhalt des Pendlerpauschales eine Einkommensobergrenze geben. In der Steiermark arbeiten sieben Prozent der Beschäftigten in einem anderen Bundesland und ein Viertel innerhalb der Steiermark in einem anderen Bezirk.

Der VCÖ begrüßt die Diskussion um eine Reform des Pendlerpauschales. „Das aktuelle Pendlerpauschale ist weder aus ökologischer noch aus sozialer Perspektive zeitgemäß. Es fehlt ein Bonus für jene, die klimaverträglich mit Öffentlichem Verkehr oder Fahrrad zur Arbeit fahren. Und derzeit bekommen jene, die viel verdienen, für den gleichen Arbeitsweg mehr ausbezahlt als jene, die wenig verdienen“, nennt VCÖ-Experte Markus Gansterer zwei zentrale Kritikpunkte.

Der Arbeitsweg ist an Werktagen der häufigste Mobilitätszweck. Laut Mobilitätserhebung des bmvit kamen in der Steiermark im Jahr 2014 rund zwei Drittel mit dem eigenen Auto zur Arbeit. Zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause waren das täglich fast 550.000 Autofahrten. „Die Anzahl der Autofahrten wird heute ähnlich hoch sein. Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn am Arbeitsweg der Anteil von Öffentlichem Verkehr und Fahrrad deutlich steigt“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Insgesamt arbeiten in der Steiermark rund 251.000 der rund 600.000 Erwerbstätigen in ihrem Wohnort. Rund 138.000 pendeln laut Statistik Austria innerhalb des eigenen Bezirks in eine andere Gemeinde, 163.000 arbeiten in der Steiermark in einem anderen Bezirk, 45.000 pendeln zum Arbeiten in ein anderes Bundesland und rund 2.000 ins Ausland.

Neben einer ökosozialen Reform des Pendlerpauschales ist die Vereinfachung des Bezugs des Öffi-Jobtickets wichtig. Zudem braucht es angesichts der gestiegenen Anzahl von Teilzeitbeschäftigten und der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere öffentliche Verkehrsverbindungen.

Da ein hoher Anteil der Arbeitswege in Distanz von Fahrrädern oder Elektro-Fahrrädern ist, ist die Rad-Infrastruktur stark auszubauen. Gerade bei Radwegen hat Österreich sehr großen Aufholbedarf. Wie zahlreiche positive Beispiele zeigen, wie etwa die Anton Paar GmbH oder die Knapp AG, können Unternehmen mit betrieblichem Mobilitätsmanagement einen wirksamen Beitrag zur Verringerung des Autoverkehrs leisten.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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