Bad Mitterndorf: „Der ÖSV will den Kulm – aber nicht um jeden Preis“

Eines vorweg: In Bad Mitterndorf zieht man an einem Strang, um wieder Weltcupspringen am Kulm durchführen zu können. Hinter den Kulissen wird unter der Federführung von Christoph Prüller eifrig an einem Konzept gebastelt. Der ÖSV entscheidet am 28. August in Innsbruck, ob es in die Realität umgesetzt wird oder nicht. Bei der gestrigen (12. August) Bürgerinformation „Wir sind Kulm 2020“ präsentierte man ein Team an alten und neuen Kräften: Klaus Neuper, Kurt Sölkner, Ernst Kammerer, Christoph Prüller, Jürgen Winkler und Martin Hochrainer verfolgen alle sechs das gleiche Ziel: das Weiterleben der Flugveranstaltungen am Kulm.

Problematik

Im Februar erklärte Hubert Neuper seinen Rücktritt von seiner Funktion als Organisator der Skiflugveranstaltungen. Was er mit dem Kulm vorhatte, deckte sich nicht mit den Vorstellungen des ÖSV. Nun hat sich jemand gefunden, der sich eine Neuorganisation zutraut: Christoph Prüller, 36 Jahre jung, er stammt aus Niederösterreich, war in der Privatwirtschaft tätig, ist Abteilungsleiter für Speed-Ski beim ÖSV und wohnt in Obersdorf (Bad Mitterndorf).

Auf ÖSV-Ebene  sowie auch auf FIS-Ebene geht es um Geld, welches unter anderem durch die Einnahmen der Fernsehausstrahlungen bezogen wird. Da jedoch die Veranstaltung nur am Abend ausgestrahlt werden konnte, ergaben sich für den traditionellen Jännertermin große Probleme. Vor allem auf Druck des Fernsehens wollte man eine Abendveranstaltung, und weil es am Kulm kein Flutlicht gibt, tauschte die FIS den Termin mit Titisee-Neustadt.  Somit soll die Veranstaltung am Kulm zwischen 14. und 16. Februar 2020 stattfinden, und das ist der Termin für die die steirischen und oberösterreichischen Semesterferien. Darüber ist man von Seiten der Veranstalter und der Tourismusverantwortlichen nicht glücklich.

Warum der Kulm so wichtig für die Region ist

Der Kulm wurde 1950 erbaut, doch damals wusste niemand, wie wichtig er für die Region werden würde. Weltweit  gibt es nur vier Skiflugschanzen und der Kulm ist die einzige in Österreich. Damit hat er großes Zukunftspotenzial, denn die Extremsportart Skifliegen wird immer beliebter. So ist der Kulm unter anderem eine Motivation für viele  Nachwuchstalente in Österreich. Auch für den Tourismus ist er ausschlaggebend, denn er ist ein Aushängeschild für den Wintersport in unserer Region.

Das gestern zusammengekommene Komitee hat große Pläne für die Skiflugschanze in Tauplitz – die sechs wünschen sich, dass der sie nicht nur am Leben erhalten, sondern weiterentwickelt wird. Angestrebt wird unter anderem der Sommerbetrieb, eine Reduzierung des VIP-Sektors, ein stärkerer Kontakt der Zuschauer im Zielgelände zu den Springern, eine bessere Verkehrseinbindung, eine stärkere Beteiligung von Vereinen und Einheimischen, aber auch eine Reduzierung des bisherigen Aufwandes. Der Bad Mitterndorfer Gemeinderat steht nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Neuper geschlossen hinter dem Vorhaben.

Wie geht es weiter?

Prüller, Neuper, Sölkner und andere werden am 28. August  ihr Konzept in Innsbruck vorstellen. Dort wird sich alles entscheiden. Am 30. August wird man in einer Pressekonferenz weiter informieren.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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