Blumengraus statt Blumenstrauß

Euroflorist lockt mit tollen Website-Fotos, die Realität lässt zu wünschen übrig, wie eine Grazerin feststellen musste. Nach erfolgreicher AK-Intervention erhielt die Konsumentin ihr Geld zurück. Tipp: Ortsansässige Floristen kontaktieren.

Die Grazerin wollte ihrer Mama, ebenfalls in der Landeshauptstadt zu Hause, zum Muttertag einen Blumenstrauß schicken. Mit www.euroflorist.at dachte sie, ein österreichisches Unternehmen gefunden zu haben, noch dazu sahen die abgebildeten Blumensträuße – mit Namen wie „Rosenmeer“, „Fröhlichkeit“ oder „Mit Liebe“ – wunderschön aus. In drei Größen (Standard, mittel, groß)verfügbar, bestellte die Frau den Strauß „Lieblich“ in mittlerer Größe um 37,90 Euro und einer Servicepauschale von 8,95 Euro.

Anzahl der Blumen saisonbedingt

„Lieblich“ war dann gar nichts. Statt der abgebildeten zwölf Rosen waren esgerade einmal verwelkte sechs Stück. Die Frau reklamierte und musste dabei feststellen, dass trotz der Website-Endung „.at“ das Unternehmen inAmsterdam sitzt und ein Vermittler von Blumengrüßen ist. Mehr als eine Entschuldigung bekam sie nicht. Verärgert wandte sie sich an die AK Steiermark. Diese erhielt nach einer ersten Intervention eine seitenlange„interessante“ Stellungnahme: So könne die Anzahl der Blumen saisonbedingtvariieren, je nach Saison und Region könnten die Tagespreise vom Webshop- Produkt abweichen, die Auswahl werde vom örtlichen Floristen getroffen. Die örtliche Floristin habe bei diesem Strauß den Anteil der Lieferkosten abgezogenund sowieso „führte das Zusammenspiel von erhöhten Preisen und Muttertag dazu, dass der Strauß kleiner ausgefallen ist“. Bettina Schrittwieser, Leiterin desAK-Konsumentenschutzes: „Für die Konsumenten sind die oben genannten Faktoren nicht ersichtlich. Sie werden mit schönen Symbolfotos zu Pauschalpreisen gelockt. Zudem könnte man meinen, dass die Servicepauschaledie Lieferkosten abzudecken hat.“

Schlussendlich zahlte Euroflorist den gesamten Betrag für den Blumenstrauß andie Grazerin zurück. Schrittwieser: „Wenn man innerhalb von Österreich Blumen zustellen lassen möchte, ist es besser, ortsansässige Floristen zu kontaktierenund auf einen Vermittler zu verzichten.“

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at