SIM CAMPUS – Internationales Zentrum für Katastrophenschutz entsteht in der Steiermark

Graz (4. Juli 2019).- Mit Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer etabliert die Steiermark ein international einzigartiges Katastrophensimulationszentrum. Der „SIM CAMPUS“ bietet nationalen und internationalen Einsatzkräften die Möglichkeit, sich auf Notfall-, Krisen- und Katastrophensituationen durch realitätsnahe Simulationen optimal vorzubereiten. Der Steiermark gelingt es, sich mit Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer durch das neue Kompetenzzentrum und die geplante Trainingsinfrastruktur im Katastrophenschutz international als Vorreiter zu positionieren. Einsatzkräfte werden nicht nur in der Steiermark vom neuen Campus profitieren und damit die Sicherheitsstandards im ganzen Land erhöhen.Im Stadtgebiet von Eisenerz werden mehrere Trainingsbereiche für unterschiedliche Übungszwecke eingerichtet. Einen Bereich des neuen Zentrums stellt das ehemalige LKH Eisenerz, das als „Simulationskrankenhaus“ genutzt werden soll, dar. Das Gebäude wird unter anderem für Übungen zur Evakuierung im Brandfall, zum Umgang mit kontaminierten Personen und zum Transport kritischer Kranker genutzt werden und soll den Einsatzkräften für die Simulation von Großschadensereignissen mit einem Massenanfall an Verletzten zur Verfügung stehen.
Weitere Trainingsschauplätze sollen in Abstimmung mit der Stadtgemeinde Eisenerz sowie anderen Partnern vor Ort schrittweise entwickelt werden. Unter anderem soll ein ganzjährig nutzbares Trainingsareal für Notfall-, Krisen- und Katastrophensituationen auf Bahnhöfen und Bahnstrecken sowie ein „zerstörter Stadtteil“ als Trainingsschauplatz für die Vermisstensuche nach Erdbeben entwickelt werden. Ebenfalls angedacht ist ein sogenannter „taktischer Stadtteil“, der auf dem Gelände einer unbewohnten Siedlung im Stadtgebiet der Stadt Eisenerz entstehen könnte. Wohnungen, Geschäftslokale, Bank, Gaststätte und Verkehrsflächen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten, der Feuerwehr, der Polizei sowie anderen Spezialkräften ein herausforderndes Ausbildungs- und Trainingsumfeld bieten.„Es freut mich, dass die Steiermark mit dem ‚SIM CAMPUS’ ein international einzigartiges Kompetenz- und Trainingszentrum für Katastrophenschutz etablieren wird und sich damit als Vorreiter in Sachen Katastrophenschutz positionieren kann. Die Infrastruktur des ‚SIM CAMPUS’ wird nationalen und internationalen Einsatzkräften realitätsnahe Trainingsmöglichkeiten bieten und damit bestmöglich auf den Ernstfall vorbereiten. Mit der Umsetzung dieses Projektes können sich die Steirerinnen und Steirer in Zukunft noch sicherer fühlen,“ erklärt Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer.Eine wichtige Rolle wird auch die Katastrophendiplomatie spielen.
Dabei handelt es sich um ein Alleinstellungsmerkmal, das es so in Österreich nicht gibt und welches zur Umsetzung des „Sendai” Rahmenprogramms des „UN Office for Disaster Risk Reduction” (UNDRR) beiträgt. Die Steiermark hat bereits erste Schritte in diese Richtung gesetzt.  Darüber hinaus wurde bereits eine künftige Kooperation mit der „UN-OCHA” (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) vereinbart. LH-Stv. Michael Schickhofer und UN-Repräsentant Rudolf Müller trafen sich Anfang Juni bereits für ein erstes Abkommen. Ziel ist die Ausrichtung des Zentrums als internationale Einrichtung unter der Schirmherrschaft der UN. Als provisorischer Geschäftsführer der „SIM CAMPUS GmbH – Zentrum für Notfall-, Krisen-, und Katastrophensimulation und Katastrophendiplomatie“ wird Thomas Wegscheider bestellt. Er verfügt als Koordinator des Fachbereichs „Interdisziplinäre klinische Lehre“ an der Med Uni Graz sowie als Leiter des Clinical Skills Center am Grazer MED CAMPUS über die nötige Expertise, um ein solches Projekt umzusetzen.„Heute ist der Startschuss für die Entwicklung einer einzigartigen Ausbildungs- und Trainingsinfrastruktur gefallen. Die Infrastruktur des ‚SIM CAMPUS’ wird Notfall-, Krisen- und Katastrophensituationen höchst realistisch erlebbar machen. Die Medizinische Universität Graz wird ihre Expertise in der simulationsbasierten Aus- und Weiterbildung intensiv einbringen. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe“, so Thomas Wegscheider, Leiter des Clinical Skills Center an der Med Uni Graz.Im Sinne einer effizienten Ressourcennutzung wird zusätzlich zur Neuerrichtung von Trainingsschauplätzen auch die Einbindung der am Standort Eisenerz bereits vorhandenen Anlagen der Montanuniversität Leoben (Zentrum am Berg) und des Österreichischen Roten Kreuzes sowie der in Planung befindlichen Anlage des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes als Trainingsschauplätze des „SIM CAMPUS” Eisenerz angestrebt.„Mit der ‚SIM CAMPUS GmbH’ wird es gelingen die einzigartigen Ressourcen, die Eisenerz bietet, noch besser zu vernetzen und so ein internationales Zentrum für Katastrophenschutz und Rettungswesen zu etablieren.
Das Zentrum am Berg, das Übungsgelände der Roten Kreuzes und die Nutzung des ehemaligen Landeskrankenhauses in Eisenerz als Simulations- und Trainingsspital für Ausnahmesituationen – um nur die Leuchttürme herauszuheben – werden schon bald aus der Sicherheitsarchitektur der Steiermark nicht mehr wegzudenken sein,“ betont Harald Eitner, Leiter der Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung.Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer stellt in den nächsten drei Jahren vorerst 2,5 Millionen Euro für die Umsetzung des SIM CAMPUS zur Verfügung und unterstützt darüber hinaus den Bundesfeuerwehrverband mit einer Million Euro für die Umsetzung des Tunneltrainingszentrums am Erzberg. Außerdem finanziert die Europäische Kommission die großen EDREX-Übungen, die von Jänner 2019 bis Juni 2021 in Eisenerz unter Leitung der Steiermark stattfinden, mit 1,2 Millionen Euro. Im September findet in Eisenerz die große IRONORE-Übung unter der Leitung des Roten Kreuzes statt, bei dem das Simulationskrankenhaus das erste Mal zum Einsatz kommen wird.

Quelle: Kommunikation Land Steiermark
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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