VCÖ: In der Steiermark im 1. Halbjahr mehr Verkehrstote – bereits 36 Todesopfer!

VCÖ: Mit mehr Bahn- und Busverbindungen Verkehrssicherheit erhöhen

VCÖ (Wien, 28. Juni 2019) – In der Steiermark ist die Zahl der Verkehrstoten heuer im 1. Halbjahr leider  gestiegen, berichtet der VCÖ. Seit Jahresbeginn kostete der Straßenverkehr in der Steiermark bereits 36 Menschen das Leben, um vier mehr als im 1. Halbjahr 2018. Nötig sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und Ablenkung. Zudem kann die Zahl der Unfälle mit mehr Bahn- und Busverbindungen reduziert werden, betont der VCÖ. 

36 Todesopfer, das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in der Steiermark im 1. Halbjahr, wie die vorläufige VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Die Zahl der Verkehrstoten ist im Vergleich zum1. Halbjahr des Vorjahres um vier gestiegen und auch höher als in den Halbjahren davor. Mehr Todesopfer als im heurigen 1. Halbjahr gab es in der Steiermark zuletzt im 1. Halbjahr 2014, als 47Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden. 

„Die einzig akzeptable Anzahl an Verkehrstoten ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Die Halbjahresbilanz ist Mahnung, verstärkte Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit umzusetzen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Der VCÖ sieht auch die Bundesregierung gefordert, verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen, zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit, umzusetzen. „Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Die derzeitige Strafhöhe von 50 Euro steht in keinem Verhältnis zur Gefährdung durch das  Vergehen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Ein Manko ist zudem, dass Handy am Steuer im Unterschied zu zahlreichen anderen EU-Staaten in Österreich kein Vormerkdelikt ist.

Neben verstärkten Kontrollen ist auch bei den Tempolimits anzusetzen. So ist es der Schweiz gelungen, mit Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen und Tempo 120 statt 130 auf Autobahnen die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle deutlich zu reduzieren. Im Vorjahr kamen in der Schweiz 233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Österreich waren es mit 409 fast doppelt so viele. 

Zudem erhöht das dichte Bahnnetz mit häufigen Verbindungen die Verkehrssicherheit in der Schweiz. „Das Unfallrisiko mit dem Pkw ist um ein Vielfaches höher als mit dem Öffentlichen Verkehr. Wenn das Angebot ausgebaut wird und es häufigere Bahn- und Busverbindungen gibt, steigen mehr vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr um und die Verkehrssicherheit steigt. Dass von der vergangenen Bundesregierung eine Nahverkehrsmilliarde zwar oftmals angekündigt, aber nie beschlossen wurde, ist ein großes Versäumnis“, tritt VCÖ-Sprecher Gratzer für einen starken Ausbau des Öffentlichen Verkehrs ein.

Aufholbedarf gibt es auch bei der Infrastruktur für den Radverkehr. Durch eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung im Ortgebiet sowie guten Radwegen zwischen den Gemeinden und zu den Bahnhöfen, können viele vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Und nationale und internationale Erfahrungen und Studien  zeigen, dass mit steigendem Radverkehr auch die Verkehrssicherheit zunimmt. Zusatznutzen, wenn mehr mit Öffentlichem Verkehr und Fahrrad gefahren wird: Die Steiermark kommt schneller den Klimazielen näher.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (01) 8932697, (0699)18932695

VCÖ: Mehr Verkehrstote im 1. Halbjahr in der Steiermark
(Bei Verkehrsunfällen in der Steiermark tödlich Verunglückte) 

1. Halbjahr 2019: 36 Verkehrstote (vorläufige Daten)
1. Halbjahr 2018: 32 Verkehrstote (endgültige Daten)

1. Halbjahr 2017: 23 Verkehrstote
1. Halbjahr 2016: 28 Verkehrstote

1. Halbjahr 2015: 32 Verkehrstote
1. Halbjahr 2014: 47 Verkehrstote

1. Halbjahr 2013: 30 Verkehrstote
1. Halbjahr 2012: 31 Verkehrstote

1. Halbjahr 2011: 31 Verkehrstote
1. Halbjahr 2010: 34 Verkehrstote

1. Halbjahr 2009: 38 Verkehrstote
1. Halbjahr 2008: 54 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at