Trotz Klimakrise jeder 3. Neuwagen in der Steiermark ein SUV – mehr als die Hälfte davon Firmenwagen

VCÖ fordert verstärkte Ökologisierung der Firmenwagenbesteuerung

Jeder dritte in der Steiermark neuzugelassene Pkw war heuer ein SUV oder Geländewagen, macht der VCÖ aufmerksam. Auffallend ist, dass mehr als die Hälfte davon auf Firmen oder andere „juristische Personen“ zugelassen wurden. Die SUV stoßen mehr klimaschädliches CO2 aus als vergleichbare herkömmliche Modelle. Da Neuwagen viele Jahre in Betrieb bleiben, erschwert der SUV-Boom das Erreichen der Klimaziele. Den hohen Anteil an Firmenwagen sieht der VCÖ als Chance, durch eine stärkere Ökologisierung der Firmenwagenbesteuerung eine raschere Trendwende am Automarkt einzuleiten. 

„Diese Entwicklung beim Neuwagenkauf erschwert das Erreichen der Klimaziele im Verkehr zusätzlich. Da Neuwagen viele Jahre auf den Straßen unterwegs sind, ist es umso wichtiger, dass die Politik rasch und wirksam gegensteuert“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. In den ersten fünf Monaten war jeder dritte in der Steiermark neuzugelassene Pkw ein SUV oder Geländewagen. SUV verbrauchen mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Neuwagen und stoßen damit mehr CO2 aus. 

Was auffällt: Mit 3.551 wurden mehr als die Hälfte der 6.761 neuzugelassenen SUV und Geländewagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, berichtet der VCÖ. Selbst in der Landeshauptstadt Graz sind drei von zehn Neuwagen SUV oder Geländewagen. Hier wurden sogar zwei Drittel der SUV auf Firmen oder andere juristische Personen neu zugelassen. Der hohe Anteil an Firmenwagen ist eine Chance, mit einer stärkeren Berücksichtigung des CO2-Ausstoßes bei der Firmenwagen-Besteuerung eine raschere Trendwende zu schaffen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. 

Ähnlich wie es beim Anschaffungspreis von Firmen-Pkw eine Grenze von 40.000 Euro gibt, ab der das Unternehmen die Kosten nicht mehr steuerlich geltend machen kann, ist auch eine CO2-Grenze einzuführen. Pkw, die laut Herstellerangaben (nach WLTP) mehr als 150 Gramm CO2 emittieren, sollen nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können. „Spritfresser sind nicht betriebsnotwendig“, betont VCÖ-Experte Gansterer. 

Auch die NoVA sollte einen stärkeren Anreiz setzen, keine Pkw mit sehr hohem CO2-Ausstoß zu kaufen. Die bestehende Malus-Grenze, ab der pro Gramm CO2 ein Fixbetrag zu bezahlen ist, ist von derzeit 250 Gramm CO2 auf 180 Gramm CO2 zu senken. Der CO2-Malus ist von der Deckelung des Höchststeuersatzes von 32 Prozent auszunehmen.

Der VCÖ erinnert daran, dass sich Österreich verpflichtet hat, bis zum Jahr 2030 den CO2-Ausstoß des Verkehrs um ein Drittel zu senken. Anstatt zu sinken, sind die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs in den vergangenen vier Jahren gestiegen. Auch heuer zeichnet sich bisher keine Trendwende ab. Wenn Österreich die Klimaziele im Verkehr verfehlt, müssen Zertifikate gekauft werden. Die bisher geplanten Maßnahmen sind ungenügend. Selbst wenn die im Entwurf zum „Nationalen Energie- und Klimaplan“ aufgelisteten Maßnahmen umgesetzt werden, rechnen Fachleute mit einer Abweichung von bis zu 6,2 Millionen Tonnen CO2, was Österreich mehrere Milliarden Euro kosten würde. 

„Österreich läuft die Zeit davon. Deshalb ist die aktuelle Übergangsregierung gefordert gemeinsam mit dem Parlament rasch wirksame Maßnahmen zu setzen, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Und dazu gehört auch eine wirksame Ökologisierung der Firmenwagenbesteuerung“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Jeder 3. Neuwagen in der Steiermark ein SUV und Geländewagen – mehr als die Hälfte Firmenwagen 
(Anzahl und Anteil neuzugelassene SUV und Geländewagen in der Steiermark, in Klammer davon auf „juristische Personen“)

Jänner – Mai 2019: 6.761 / 35,5 % (davon 3.551 Firmenwagen / 52,5 %)

Jänner – Mai 2018: 7.506 / 35,8 % (davon 3.926 Firmenwagen / 52,3 %)
Quelle: Datafact, VCÖ 2019

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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