VCÖ: Mehr als 2.600 Hasen wurden in der Steiermark im Vorjahr Opfer des Straßenverkehrs

Im Vorjahr sind in der Steiermark mehr als 2.600 Feldhasen dem Kfz-Verkehr zum Opfer gefallen, informiert der VCÖ. Im Vergleich zum Jahr 2017 nahm die Zahl der nieder gefahrenen Hasen um fast 100 zu. Der Lebensraum von Feldhasen wird von immer mehr Straßen durchschnitten. In der Steiermark ist das Straßennetz fast 24.000 Kilometer lang. Der VCÖ drängt auf ein Umdenken in der Infrastrukturpolitik und spricht sich gegen den Aus- und Neubau von Straßen in schützenswerten Naturgebieten aus.

Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik auf den steirischen Straßen 2.637 Hasen und Wildkaninchen von Lkw und Pkw erlegt, um rund 100 mehr als im Jahr 2017, macht der VCÖ aufmerksam. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist höher. Die Universität für Bodenkultur hat deshalb das Projekt Roadkill gestartet, im Rahmen dessen via Smartphone überfahrene Tiere gemeldet werden können. Mehr Informationen unter https://roadkill.at/

Die Feldhasen sind im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. „Der Ausbau des Straßennetzes führt nicht nur zu mehr Kfz-Verkehr, sondern schränkt auch zunehmend den Lebensraum von im Freien lebenden Tieren ein. Im Schnitt durchschneiden aber 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Das steirische Straßennetz ist bereits fast 24.000 Kilometer lang. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass die gesamten Verkehrsflächen bereits 357 Quadratkilometer ausmachen. Österreich beansprucht der Verkehr bereits eine Fläche von 2.070 Quadratkilometer für sich, das entspricht der fünffachen Fläche von Wien, verdeutlicht der VCÖ.

Eine Ursache für den zunehmenden Flächenverbrauch ist die Zersiedelung, die zusätzlich auch zu deutlich mehr Autoverkehr führt. Die Stärkung der Ortskerne verringert den Flächenverbrauch und ermöglicht der Bevölkerung ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten.

„Die heutige Erwachsenen-Generation muss sich die Frage stellen, in welchem Zustand sie die Umwelt ihren Kindern und Enkelkindern übergibt. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, mahnt VCÖ-Sprecher Gratzer einen sorgsameren und verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Boden ein. Geplante Neu- und Ausbauprojekte von Straßen sind auch angesichts der Energie- und Klimaziele neu zu überdenken. „Die Anforderungen an die zukünftige Mobilität ändern sich stark – und damit sind auch Änderungen in der Infrastrukturpolitik nötig“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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