Raus aus der Wegwerfgesellschaft


Enorme Nachfrage – Budget aufgebraucht – Land stockt Mittel für steirische Reparatur-Prämie um 60 Prozent auf.

In der Steiermark landen pro Jahr rund 15 Mio. Kilogramm Elektroaltgeräte auf dem Müll, das entspricht in etwa 24 Kilogramm pro steirischem Haushalt. Oder anders gesagt: Geschätzte 5 Mio. Stück Elektroaltgeräte vom Handy bis zur Waschmaschine, die in der Steiermark pro Jahr weggeworfen werden. Eigentlich eine Horrorzahl, wenn man sie der Anzahl der rund 550.000 steirischen Haushalte gegenüberstellt.

Auf Initiative von Lebensressort-Landesrat Johann Seitinger wurde zu Jahresbeginn 2019 die steirische Reparatur-Prämie gestartet. Mit dem Ziel durch das Reparieren von haushaltsüblichen Elektrogeräten nicht nur Ressourcen zu schonen, sondern auch heimische Wertschöpfung im Dienstleistungsbereich zu generieren – zumal die Produktion dieser Geräte meist in Niedriglohnländern stattfindet. Kurzum: Durch das Verlängern der Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern sollen der Wegwerf-Mentalität Einhalt geboten sowie die Müllberge reduziert werden.

Reparatur-Prämie: Ein voller Erfolg

Die Aktion war ursprünglich mit EUR 50.000 dotiert, jedoch erfolgte ein regelrechter Ansturm auf die von Lebensressort-Landesrat Johann Seitinger ins Leben gerufene Initiative. Nach nur wenigen Wochen waren die Mittel dafür aufgebraucht. Seit dem Start der Reparatur-Prämie wurden in Summe mehr als 700 Förderanträge eingereicht. Besonders häufig wurde die Reparatur-Prämie bisher für das Instand-Setzen von Kaffee- und Waschmaschinen, Geschirrspülern und Elektroherden in Anspruch genommen.

Auffallend gut aufgenommen wurde die steirische Reparatur-Prämie in den Bezirken Graz-Umgebung, Weiz, Deutschlandsberg sowie der Südoststeiermark und Bruck-Mürzzuschlag. Darüber hinaus konnte ein 50-Prozentiger Anstieg der Registrierungen von zur Reparatur berechtigten Gewerbeunternehmen auf der Plattform „Reparaturführer.at“ auf derzeit insgesamt 210 Betriebe verzeichnet werden.

Initiator und Lebensressort-Landesrat Johann Seitinger zum Erfolg der steirischen Reparatur-Prämie und die Bedeutung der Aufstockung: „Reparieren ist ein Paradebeispiel für gelebte Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Daher wollen wir mit der Aufstockung der steirischen Reparatur-Prämie auf EUR 80.000 auch weiterhin die Steirerinnen und Steirer anregen, ihre Elektro-Haushaltsgeräte reparieren zu lassen. Das leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, zur Abfallvermeidung und zur Ressourcenschonung.“ Nach dieser zweiten Phase sollen die erfassten Daten einer Auswertung unterzogen und anhand dieser eine Evaluierung durchgeführt werden.

Digital und analog einfach abzuwickeln!

Um die Abwicklung möglichst einfach zu gestalten, stehen für die Antragstellung unter www.abfallwirtschaft.steiermark.at ein Online-Formular sowie alternativ auch ein Papier-/Druckformular zur Verfügung. Gefördert werden Reparaturdienstleistungen, welche von dazu berechtigten Gewerbeunternehmen in der Steiermark, die im „Reparaturführer“ (www.reparaturfuehrer.at/steiermark) angeführt sind, vorgenommen werden. Service- und Wartungsarbeiten sowie Reparaturdienstleistungen im Rahmen von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen sind von der Förderung ausgenommen.

Die Reparatur-Prämie kann erst nach Durchführung der Reparaturmaßnahme beantragt werden. Rechnungen können rückwirkend und maximal bis zu vier Wochen nach dem Rechnungsdatum zur Förderung eingereicht werden.

Details und Fristen zur Förderabwicklung erhalten Sie unter www.abfallwirtschaft.steiermark.at sowie direkt beim Land Steiermark – Abteilung 14 – Referat Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit.

© Lebensressort

Foto: Reparieren ist ein Paradebeispiel für gelebte Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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