Vor den Vorhang: Mag. Peter Ebner

Wie ist mein bisheriger Lebensweg verlaufen?

Ich stamme aus Birkfeld in der Oststeiermark, wie übrigens auch meine Frau Eva. Da man nach meinem Studium in Graz ein Religionslehrer – Ehepaar für das Ausseerland gesucht hat, kam ich an das Bundesschulzentrum Bad Aussee, wo inzwischen auch meine beiden Töchter Hanna und Esther am BORG maturiert haben.

Ehrenamtlich engagiere ich mich seit frühester Jugend. In meinem Heimatort war ich Leiter der Katholischen Jugend, im Jugendgemeinderat, Theatergruppe, Filmclub, in einem progressiven Kulturverein und gründete eine entwicklungspolitische Selbstbesteuerungsgruppe. Während meines Studiums war ich Vorsitzender der Katholischen Jugend in der Steiermark.

Unter Dechant Gölles fand ich in Bad Aussee schnell eine kirchliche Heimat und übernahm die Verantwortung für die Jugendarbeit der Pfarre. Pfarrgemeinderat, Dekanatsrat, Diözesanrat, Kirchenvolksbegehren und Bildungswerk waren weitere Aufgabenfelder, bis ein neuer autoritärer Pfarrer keinen „Reservepfarrer“, wie er es nannte, mehr wollte.

Warum bin ich in einem Ehrenamt tätig?

Ich bezeichne mich durchaus bewusst als Weltverbesserer und Gutmensch, auch wenn beides oft abwertend und von manchen sogar als Spottname verwendet wird. Mein Engagement verlagerte ich nun in schulische Zusatzaufgaben wie Administrator, Qualitätsbeauftragter, aber auch in eine ehrenamtliche Aufgabe: Die Gründung der „Schulen für Afrika“. Mein väterlicher Freund Dir. Herbert Hütter hatte die Idee, ich die langjährige entwicklungspolitische Erfahrung. Mit einigen Kollegen und Freunden starteten wir vor 15 Jahren ohne eine große Vision, aber mit viel Herzblut. Der „Tropfen im Ozean“ hat mittlerweile schon einige Kreise gezogen. Es ist eine unbeschreibliche Freude, wenn wieder eine Schule oder eine Gesundheitsstation eröffnet werden kann, oder Fotos von der Übergabe eines Ziegenpaares an eine arme Familie bei uns eintreffen.

Welches Aufgabenfeld ist für mich zu bewältigen?

In erster Linie sind da die üblichen Aufgaben eines Vereinsobmanns wie Sitzungsleitung, interne Information und Öffentlichkeitsarbeit. Daneben ist unser Team aber zu einem kleinen Kulturveranstalter geworden, da wir ja unsere Projekte in Tansania hauptsächlich durch Benefizveranstaltungen wie Afrikafeste, Adventmarkt oder die 24 Stunden Wanderung finanzieren wollen. Die arbeitsintensiven Kontakte mit unseren Freunden in Afrika hält das Ehepaar Rastl, was mich sehr entlastet.

Was wäre in dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit dringend notwendig?

Bevor ich etwas fordere möchte ich mich bei den unendlich vielen Unterstützern im Ausseerland und darüber hinaus bedanken. Ihre Hilfe ist eine enorme Motivation für meine Arbeit.

Was ich mir wünsche, wäre ein Ende der zunehmenden Entsolidarisierung, wie sie in Österreich von einigen gesellschaftlich einflussreichen Gruppierungen betrieben wird. Mir gefällt das christliche Bild, in dem die Menschen meine Schwestern und Brüder sind. Wenn einer davon in Not ist, helfen wir ihm. Ich wünsche mir ein Österreich, das bei der Entwicklungszusammenarbeit ein Vorbild wäre.

Mein schönstes Erlebnis in diesem Zusammenhang

Aus Hilfsbedürftigen und Helfern wurden im Laufe der Jahre wirkliche Freunde und Beschenkte auf beiden Seiten. Wenn Schwester Veronica Petri aus Morogoro zu uns kommt, erscheint wirklich ein „Engel aus Afrika“, wie unser Bürgermeister einmal sagte.

Infos zu den Schulen für Afrika: www.jamboafrika.at

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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