Nordische Weltmeisterschaft Seefeld: Achtes Gold für Norwegens Langläufer; Damen Schisprung: Iraschko-Stolz jubelt über Bronze



Seefeld am Mittwoch – die Sonne strahlte vom blauen Himmel und dennoch lag über der 52. Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in der Olympiaregion ein dunkler Schatten. Der Doping-Skandal mit insgesamt fünf Festnahmen vor Ort, davon zwei österreichischen Langläufern, drängte den tollen sportlichen Erfolg von Martin Johnsrud Sundby in den Hintergrund. 

Der Norweger hatte über 15 Kilometer in der klassischen Technik vor über 10.000 Zuschauern mit einem tollen Finish Gold gewonnen, und zwar vor dem Russen Alexander Bessmertnych (+2,9 Sekunden Rückstand), sowie dem finnischen Titelverteidiger Iivo Niskanen, der mit 20 Sekunden Rückstand Bronze holte. 

Aus österreichischer Sicht war nach der Festnahme von Max Hauke nur ein Athlet am Start und zwar Luis Stadlober, der allerdings – sichtlich geschockt von den Vorfällen in den Vormittagsstunden – nicht über den 56. Platz hinauskam. Sein Rückstand? 4:27,0 Minuten. Es war ein unglaublich spannendes Rennen, in dem Sundby nach zwei Staffel-Titeln sein erstes Einzelgold bei einer Weltmeisterschaft eroberte. Dem  zweimaligen Tour-de-Ski- und dreifachen Gesamtweltcupsieger war es   gelungen, über den Winter hinweg die Form perfekt aufzubauen und genau zum Höhepunkt – also bei der WM – seine beste Leistung abzurufen. Und nach Bronze im Skiathlon gab nunmehr als Draufgabe noch Gold. Den Sieg hatte sich der Norsker gleichsam auf den letzten Metern hart erkämpft, wo er gerade einmal 2,9 Sekunden Vorsprung in das Ziel rettete.

Stimmen/Voices:

Martin Johnsrud Sundby (NOR): „I knew it would be really tight and until the very end I thought, I fight ‚just‘ for bronze here. When I was told I was slightly ahead, I gave it all once more – I even felt dizzy and only at the finish line I realized: I had made it!“

Alexander Bessmertnykh (RUS): „I come from Siberia, so I am not used to conditions like this around 15 ° Celsius. But the conditions were the same for all of us and I am satisfied with my medal.

Iivo Niskanen (FIN): „I was in the south during vacation and could adapt rather well to these temperatures and conditions.”

SEEFELD,AUSTRIA,27.FEB.19 – NORDIC SKIING, CROSS COUNTRY SKIING – FIS Nordic World Ski Championships, 15km classic, men. Image shows Aleksandr Bessmertnych (RUS), Martin Johnsrud Sundby (NOR) and Iivo Niskanen (FIN). Photo: GEPA pictures/ Christopher Kelemen
SEEFELD,AUSTRIA,27.FEB.19 – NORDIC SKIING, CROSS COUNTRY SKIING – FIS Nordic World Ski Championships, 15km classic, men. Image shows Len Valjas (CAN) and Iivo Niskanen (FIN). Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Damen – Schisprung: Lundby triumphiert, Iraschko-Stolz jubelt über Bronze



Und wieder war es eine Zitterpartie an der Toni-Seelos-Schanze. Mit einem großartigen Happyend für Österreichs Skispringerinnen. Beim Sieg der Norwegerin Maren Lundby in der Einzel-Konkurrenz der Damen waren es letztlich 0,5 Punkte, die über Gold und Platz zwei entschieden; dieses Silber ging an Katharina Althaus aus Deutschland vor Daniela Iraschko-Stolz. Das ÖSV-Aushängeschild hatte sich im spannenden Finale  vor dem jubelnden Heimpublikum mit einem Gewaltsatz von Platz acht noch in die Medaillenränge katapultiert und dem ÖSV Bronze sowie die insgesamt fünfte Medaille bescherte. 

Stimmen / Voices:

Maren Lundby (NOR): „I don’t think it can get any better for me at this point … Since the Olympic Games, my goal was to get this medal here and I am so happy it worked out! Before a jump like that, you just have to keep focused and I am happy I was able to cope with all the pressure.”

Katharina Althaus (GER): „Yesterday, we were a little tired after the victory. I tried to focus on the competition today and it was actually really cool to jump again here … It was very tight and I was shaking all over and was more than happy it was enough for silver today, after the gold medal yesterday.”

Daniela Iraschko-Stolz (AUT): „Im zweiten Durchgang habe ich gewusst, entweder ich springe weit oder ich lande bei 60 Metern. Normalerweise geht das total in die Hose, heute hatte ich aber das ganze Glück auf meiner Seite. Das war so ein lässiger Sprung, da wäre es mir egal gewesen, wievielte ich damit werde. Der Stellenwert dieser Medaille heute ist sehr hoch, weil ich war so antriebslos und energielos. Ich hatte nichts zu verlieren und habe es einfach sausen lassen. Das ist einfach unglaublich.“

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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