AK bringt sich beim Masterplan Pflege ein 

Graz, am 29. 2.

Zur Zukunft der Pflege fordert die AK eine nachhaltige und solidarische Finanzierung, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und einen Zugang zu guter Pflege ohne finanzielle Barrieren.

Seit Dezember 2018 gibt es die politische Idee eines Masterplans für die Pflege. Das ist eine Chance, die zur Entlastung aller Beteiligten und zu mehr Qualität in der Pflege führen kann, sagt AK-Präsident Josef Pesserl: „Gerne beteiligt sich die AK an diesem Prozess und bringt ihre Expertise ein.“ Die Arbeiterkammer steht mit ihrem Beratungs- und Serviceangebot mitten im Versorgungsdreieck zwischen Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und der professionellen Pflege.

Oberstes Ziel für die Arbeiterkammer ist, dass alle Menschen in Österreich ohne finanzielle Barrieren Zugang zu qualitätsvoller Pflege haben. „Das schließt gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten mit ein“, betont der AK-Präsident. Notwendig ist eine nachhaltige und solidarische Finanzierung der Pflege.

Zentrale Probleme

Bei den Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen herrscht akuter Personalnotstand – die Belastungen sind enorm. Beim Personaleinsatz in Pflegeheimen liegt die Steiermark im unteren Durchschnitt der Bundesländer. Dazu kommt ein drängender Fachkräftemangel durch zu wenige Ausbildungsplätze, sagt AK-Experte Alexander Gratzer.

80 Prozent der Pflegebedürftigen leben daheim, 40 Prozent ohne fremde Hilfe. Das Pflegegeld hat seit seiner Einführung 30 Prozent an Kaufkraft verloren. Notwendig sind auch unabhängige, regionale Beratungszentren (vergleichbar der Pflegedrehscheibe in Graz).

Ein Drittel der AK-Mitglieder (32%) sind als pflegende Angehörige mit Pflege befasst und damit zusätzlich zum Beruf belastet. Viele haben deshalb ihre Arbeitszeit reduziert. Notwendig sind eine finanzielle Absicherung und das Recht auf Pflegekarenz mit einer Rückkehrmöglichkeit in den Beruf.

AK-Präsident Josef Pesserl und Abteilungsleiter Alexander Gratzer Foto: AK-Temel

Eine gute Pflege für alle!
Warum ist die Pflege ein Thema für die AK?

Die Pflege ist im Umbruch. Seit Dezember 2018 gibt es die Idee eines Masterplans für die Pflege. Eine Chance, die zur Entlastung aller Beteiligten und zu mehr Qualität in der Pfle- ge führen kann. Gerne beteiligt sich die AK an diesem Prozess und bringt ihre Expertise ein. Die Arbeiterkammer steht mitten im Versorgungsdreieck zwischen Pflegebedürfti- gen, Angehörigen und professioneller Pflege.

Oberstes Ziel für die Arbeiterkammer ist, dass alle Menschen in Österreich ohne finan- zielle Barrieren Zugang zu qualitätsvoller Pflege haben. Das schließt gute Arbeitsbedin- gungen für die Beschäftigten mit ein. Notwendig ist eine nachhaltige und solidarische Finanzierung der Pflege.

Sehr viele AK-Mitglieder sind direkt betroffen. Dabei fehlt es an vielem!
n Gesundheitspersonal unterliegt hohen Belastungen – aktuell herrscht Personalnotstand
Drängender Fachkräftemangel, zu wenige Ausbildungsplätze
80 % der Pflege erfolgt zu Hause – 40 % ohne fremde Hilfe
32 % der AK-Mitglieder sind als pflegende Angehörige mit Pflege befasst und damit doppelt belastet.
Es gibt keine bundeseinheitlichen Standards, zum Beispiel beim Personaleinsatz in Pflegeheimen. Die Steiermark ist unterer Durchschnitt.
n Keine optimal abgestimmten Versorgungsformen – mobil vor stationär, fehlende Kurzzeitpflegeangebote, …
n Es fehlt am notwendigen Geld – so wurde das Pflegegeld seit seiner Einführung nicht hinreichend dem Kaufkraftverlust angepasst.

AK-Abteilung für Gesundheits- und Pflegeberufe

Pflege ist schon länger ein großes Thema für die Arbeiterkammer. Bereits im Jahr 2012 wurde die Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung eingerichtet. Die Nachfrage nach einer unabhängigen Beratung für Pflegebedürftige, deren Angehörige und die Beschäf- tigten in diesem Bereich ist groß.

Im Vorjahr wurden 3.224 persönliche und telefonische Beratungen gegeben sowie 614 per E-Mail gestellte Fragen beantwortet. Bei der AK-Ausbildungsförderung für Gesund- heits- und Sozialberufe bekamen 717 angehende Fachkräfte eine Unterstützung von ins- gesamt 180.000 Euro. Das kostenlose AK-Fortbildungsangebot für Gesundheits- und So- zialberufe bot im Vorjahr 76 Seminare, die von 1.213 Berufsangehörigen besucht wurden.

Bisherige Leistungen

Beratung für Berufsangehörige, zum Beispiel zum Berufs- und Haftungsrecht n Kostenlose Registrierung der Berufsangehörigen und Ausstellung der

Berufsausweise
Förderung von Ausbildungen
Kostenloses Fortbildungsprogramm
Tag der Pflege – regelmäßige Infotage für pflegende Angehörige n Beratung zum Pflege- und Betreuungsangebot

Neue Leistungen im Rahmen der Offensive AK extra Informationen zu Förderungen rund um die Pflege und Betreuung
Schüler- und Studentenberatung von Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen
Beratung zur richtigen Pflegegeldeinstufung, bei Bedarf rechtliche Vertretung vor dem

Sozialgericht, auch für pensionierte Mitglieder (durch die AK-Abteilung Sozialrecht) n Rechtliche Überprüfung von Verträgen für eine 24-Stunden-Betreuung, bei Bedarf

Setzen weiterer Schritte (durch den AK-Konsumentenschutz)

Gesellschaftliche Veränderungen Warum muss das bestehende Pflegesystem weiterentwickelt werden? Die Bevölkerung wächst und altert gleichzeitig. So erhöht sich die Zahl der über 65-jährigen Steirer und Steirerinnen von 247.404 im Jahr 2017 um 65 Prozent auf 392.463 im Jahr 2065. Jüngs-
te Forschungen zeigen zwar, dass mit der Alterung nicht zwingend der Pflegebedarf in gleichem Maß ansteigt. Dennoch wird Bedarf an Pflege und Betreuung stark ansteigen, insbesondere bei Demenzerkrankungen. Bei der Versorgung liegt Österreich an vorletzter Stelle von zwölf untersuchten OECD-Ländern. Quelle: Statistik Austria, Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2018, Hauptvariante 2017-2100 für die Steiermark Eine weitere gesellschaftspolitische Herausforderung für die professionelle Pflege ist die Pensionierungswelle der Generation Baby-Boomer, die auch die Pflegekräfte betrifft. Dazu kommt die Zunahme von Einpersonenhaushalten in allen Generationen. Das Single-Dasein betrifft immer öfter auch Ältere, die damit auf professionelle Pflege und Betreuung angewiesen sind, da Angehörige zur regelmäßigen Unterstützung meist nicht zur Verfügung stehen.
Pflegeberufe – Große Herausforderungen: Die Rahmenbedingungen in der Pflege haben sich in den letzten 20 Jahren stark ver- ändert. Die Pflege ist komplexer und vielfältiger geworden, medizinische Tätigkeiten, Dokumentation und Hygieneanforderungen haben zugenommen. Multimorbidität und demenzielle Erkrankungen verlangen zudem mehr Zuwendung. Die Strukturen sind nahezu gleich geblieben. Dadurch hat sich die tägliche Arbeit enorm verdichtet und ein unzumutbares Ausmaß an Arbeitsbelastung angenommen. Die Vorgaben für die Personalberechnung für Pflegeheime stammen teils aus dem vo- rigen Jahrtausend. Auch wenn der Personalschlüssel in der Steiermark seit 2016 in vier Tranchen schrittweise erhöht wird, kann damit der oberösterreichische Standard nicht erreicht werden. Zudem sind zwei Tranchen noch ausständig. Auch in den steirischen Krankenhäusern wurden die Grundlagen für die Personalberech- nung seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts kaum an die veränderten Gegebenheiten angepasst. Die Beschäftigten leiden unter enormem Zeit- und Arbeitsdruck, wie alle Un- tersuchungen zeigen. Zuletzt hat die AK Oberösterreich diesen Befund in einer Analyse bestätigt. BAK-Pflegeheimstudie – wenn die Zeit nicht reicht! Bereits in der Vergangenheit haben zahlreiche wissenschaftliche Studien auf eine unzu- mutbare Verdichtung der Arbeit und ihre Auswirkungen aufmerksam gemacht. Wie sich der konkrete Arbeitsalltag in Pflegeheimen gestaltet und warum die Zeit für einzelne Tä- tigkeiten nicht ausreicht, beantwortet eine neue Studie der Bundesarbeitskammer. n Es braucht ein Gesamtkonzept für die Pflege und Betreuung.
n Mehr Zeit für betreuungsintensive Bewohnerinnen und Bewohner
n Es fehlt eine Mindestbesetzung während der Nachtdienste.
n Fehlzeiten (Weiterbildung, auch kürzerer Krankenstand, Urlaub usw.) sollen bei der Personalplanung entsprechend berücksichtigt werden.
n Es bedarf eines einheitlichen und transparenten Standards zur Personalberechnung für Pflegeheime in Österreich. AK-Onlineumfrage „Wo drückt der Schuh?“ Bei einer Online-Umfrage unter dem Titel „Wo drückt der Schuh?“ wurde österreichweit ein großer Arbeitsklima-Check für Gesundheitsberufe durchgeführt. 1.650 steirische Be- schäftigte haben daran teilgenommen, mehr als ein Viertel gab zusätzliche Kommentare ab. Die Gesamtauswertung liegt noch nicht vor. In den Kommentaren schildern Ange- hörige der Pflege- und Gesundheitsberufe eindrucksvoll, wie sehr sie unter Druck stehen und kritisieren, dass die Politik wegschaue bzw. alles schön rede. „Dieser gesundheitsorientierte Beruf ist scheinheilig – während wir Kranke pflegen, erkrankt die Pflege selbst.“ „Man müßte sich fast 4x teilen können, um die Arbeit zufriedenstellend auszuführen.“ „Ein unglaublich schöner Beruf wird durch schlechte Arbeitsbedingungen zerstört.“
Ausbildung für die Zukunft Veränderungen in der Grundausbildung, weg von der sekundären Krankenpflegeschule hin zur Fachhochschule war ein wichtiger Qualifizierungsschritt. Es zeigt sich nun aber, dass die Fachhochschulen zahlenmäßig nicht annähernd jenes Ausbildungsangebot bie- ten, wie dies bislang von den klassischen Krankenpflegeschulen erfolgt ist. Derzeit wird lediglich 80 Studentinnen und Studenten ein Ausbildungsplatz geboten. Um die 2016 beschlossene Ausbildungsreform nicht zu konterkarieren und einem dro- henden Fachkräftemangel zu begegnen, müssen Fachhochschulen zahlenmäßig jenes Angebot sicherstellen, wie dies bislang Allgemeine Krankenpflegeschulen geleistet ha- ben (Breite Antragsmehrheit in der Vollversamlung). Registrierung – Berufsausweise Die Registrierung der Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeberufen wurde der AK per Gesetz übertragen. Mit der Eintragung im gesetzlich verankerten Register für Gesund- heits- und Pflegeberufe ist auch die Ausstellung eines Berufsausweises im Scheckkarten- format verbunden. Dieser Ausweis wird sehr gut angenommen, weil er den anstrengen- den Pflegeberuf deutlich aufwertet. Rund 26.000 Berufsangehörige gibt es in der Steiermark, die Anträge für die Registrierung müssen bis 30. Juni gestellt sein. Abgegeben wurden bisher knapp 19.000 Anträge, mehr als 12.000 Registrierungen sind abgeschlossen. Die AK hat mobile Registrierungsteams gebildet, die alle größeren Einrichtungen bis in die hinteren Winkel der Steiermark abfah- ren. 70.000 Kilometer legten die AK-Beschäftigten bei den knapp 400 Ausfahrten zurück.
Pflegebedürftigkeit – Welche Pflege brauche ich? Mit dem Thema Pflege müssen sich früher oder später die meisten Menschen ausein- andersetzen. Um die individuell passende und leistbare Pflegevariante zu finden, unter- stützt und berät die Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung der AK gerne. Prinzipiell gilt der Grundsatz: „mobil vor stationär“. Das heißt, dass die Pflege primär zu Hause in der gewohnten Umgebung ermöglicht werden sollte. Aufgrund der hohen Kosten und noch immer zu geringen (finanziellen) Unterstützung von pflegenden An- gehörigen und generell der Pflege zu Hause, ist dieser Grundsatz in der Praxis für viele nicht oder nur schwer lebbar. Zuschüsse wie etwa die Ersatzpflege, das Pflegekarenzgeld, die Förderung der 24-Stunden-Betreuung und beitragsfreie Kranken- und Pensionsver- sicherungen bringen zwar eine finanzielle Erleichterung, ersetzen aber meist nicht den tatsächlichen Aufwand. Das Angebot der mobilen Dienste wird steiermarkweit von verschiedenen Trägern an- geboten, wobei für einzelne Leistungen (komplexe Fachpflege, einfachere Pflegeassis- tenztätigkeiten oder haushaltsunterstützende Heimhilfetätigkeiten) unterschiedliche Zuständigkeiten gegeben sein können. Alternative Pflegeangebote wie beispielsweise Betreutes Wohnen nehmen zu. Eine vorausschauende Planung für den konkreten Fall ist daher ganz wesentlich. Häufig gestellte Fragen zu mobiler und stationärer Pflege n Welche Pflege- und Betreuungsangebote gibt es für die häusliche Pflege? n Welcher Kostenanteil verbleibt bei einem Aufenthalt im Pflegeheim?
n Warum werden mir die Heimkosten nicht ab dem ersten Tag bezahlt?
n Gibt es Alternativen zum Pflegeheim? n Warum muss man trotz Krankenhausaufenthalt teilweise für Heimkosten aufkommen? Die Abschaffung des Pflegeregresses war ein erster sehr positiver Schritt in die richtige Richtung. In Zukunft müssen aber auch pflegende Angehörige und generell die Pflege zu Hause noch weiter gestärkt werden, um den Wunsch nach einer Pflege zu Hause vielen Personen zu ermöglichen. Mit ein Grund für die Schwierigkeit, sich die Pflege daheim besser leisten zu können, liegt auch darin, dass das Pflegegeld seit seiner Einführung nicht entsprechend dem Kaufkraft- verlust angepasst wurde und so mittlerweile rund 30 Prozent an Wert verloren hat. Die Pflegegeldeinstufung stammt aus dem Jahr 1993 und basiert auf einer Pauschaleinschät- zung. Der tatsächliche Pflegebedarf wird nicht, psychische und demenzielle Erkrankun- gen nur unzureichend abgebildet, obwohl die Pflegegeldeinstufung Gradmesser für den Anspruch zahlreicher anderer Pflegeleistungen ist. Häufige gestellte Fragen zum Pflegegeld n Was kann man tun, wenn man der Meinung ist, die Einstufung beim Pflegegeld stimmt nicht? n Warum deckt mein Pflegegeld nicht die tatsächlichen Pflegekosten ab? Die Arbeiterkammer Steiermark fordert, dass das Pflegegeld einer jährlichen Valorisie- rung unterzogen wird und bereits ab der ersten Stufe erhöht wird. Von Selbstbehalten für notwendige häusliche Pflegedienstleistungen ist abzusehen.
24-Stunden-Betreuung Eine dringende Stärkung in ihrer rechtlichen Position benötigen auch Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Inanspruchnahme von 24-Stunden-Betreuung. Sie ist bis- lang kaum wirksam in die bestehende Pflegesystematik eingebunden. Derzeit mangelt es an nachvollziehbarer Qualitätssicherung und Transparenz. Agenturen, Personenbetreu- erinnen und -betreuer sind, trotz erheblicher öffentlicher Fördermittel, völlig frei in der Vertragsgestaltung. Die Durchsetzung mangelhaft erbrachter Vermittlungsleistungen auf dem allgemeinen Zivilrechtsweg ist für betroffene Pflegebedürftige, aber auch für deren Angehörige unzumutbar. Häufig gestellte Fragen zur 24-Stunden-Betreuung n Welche Kosten darf eine Vermittlungsagentur verrechnen?
n Warum haben Agenturen unterschiedliche Verträge und Klauseln?
n Warum beherrscht die Betreuerin weder einfachste Pflegetätigkeiten noch Deutsch? n Warum erhält man die Förderung trotz erfolgter gewerblicher Meldung nicht?
n Ist das Leistungsentgelt an die Betreuerin oder die Agentur zu entrichten – Stichwort: Inkassovereinbarungen?
n Sind Konventionalstrafen in jedem Fall zu bezahlen? Die AK fordert daher eine österreichweite Rahmengesetzgebung für eine faire, transpa- rente und qualitätsgeleitete 24-Stunden-Betreuung mit „echten“ Mindestqualifikationen für Betreuungspersonen und verpflichtende Qualitätskriterien für Vermittlungsagentu- ren. Zudem sind wirksame Prüfungs- und Sanktionsmöglichkeiten für Agenturen vorzu- sehen. Die öffentliche Förderung von Personenbetreuung muss bei Vermittlung und Durchfüh- rung an verpflichtende Strukturqualitätskriterien geknüpft werden. Sicherstellung einer laufenden fachlichen Qualitätssicherung (Qualitätsvisiten) über z. B. bestehende Struktu- ren der Hauskrankenpflege.

Pflegende Angehörige entlasten

Österreichweit pflegen knapp eine Million Menschen einen Angehörigen zu Hause. Ein Drittel (305.250 Personen) ist erwerbstätig. Knapp 140.000 sind teilzeitbeschäftigt. Davon haben rund 30 Prozent ihre Arbeitszeit aufgrund der Pflegetätigkeit reduziert.
Die plötzliche Pflegebedürftigkeit kann Angehörige stark unter Druck setzen, oft an

die Schwelle zu einer prekären Lebenslage. Das Pflegeangebot ist zudem vielfältig und schwer zu überblicken. Die richtige Wahl zu treffen ist für Angehörige damit eine schwie- rige Entscheidung.
Die Pflege daheim – rund um die Uhr – und der Umstand, dass durch Alter und Krankheit die Persönlichkeit einer vertrauten Person immer weniger greifbar wird, kann aber auch zu erheblichen Belastungen bis hin zu einem Burn-out bei pflegenden Angehörigen füh- ren.

Um die Lebensqualität von zu Pflegenden und deren Angehörigen aufrechterhalten zu können, braucht es daher eine deutliche Stärkung der pflegenden Angehörigen und weit mehr Unterstützung als bisher.

Häufig gestellte Fragen von pflegenden Angehörigen

Welche Formen der Pflege und Betreuung daheim gibt es?
Welche Förderungen gibt es bei der Pflege zu Hause?
Wie können pflegende Angehörige sozial abgesichert werden? n Wer hilft mir, wenn ich zu Hause mit der Pflege überfordert bin?

Zu fordern sind daher unabhängige, regionale Beratungszentren (vergleichbar der Pfle- gedrehscheibe in Graz, und wie in einzelnen Regionen angedacht), ein arbeitsrechtlicher Rechtsanspruch auf Pflegekarenz, der Ausbau von Tageszentren, die letztlich auch der Entlastung pflegender Angehöriger dienen sowie ein breiteres Coaching- und Beratungs- angebot für pflegende Angehörige. Die tatsächliche Verfügbarkeit von stationärer Kurz- zeitpflege ist sicherzustellen.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Comments

  1. Ich finde es gut, das s die Politik sich bemüht passende Lösungen für die Pflege zu finden. Ich war selbst fünfzehn Jahre in der stationären Pflege beschäftigt. Natürlich ist es anstrengend, aber besonders, das Gefühl, dass niemand sich in der Politik kümmert, war demotivierend.

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