Vor den Vorhang – Chlodwig Haslebner

Obwohl ich 1966 in Rottenmann, als Sohn von Franz Klodwig Haslebner und Irene Fürpass geboren und aufgewachsen bin, habe ich einen großen Teil meiner Ferien, als Kind und beginnender Jugendlicher, gemeinsam mit meinen Eltern und später auch mit meiner um 11 Jahre jüngeren Schwester Gerhild, im Ausseerland-Salzkammergut verbracht. Im Winter mit Schifahren, Langlaufen und im Hallenbad Heilbrunn und im Sommer an den Seen und im Freibad Bad Mitterndorf. Im Kaufhaus (Krämerei) von Rosa Hirzmann (Burgstaller Nachfolger), neben dem damals sehr bekannten Gasthof und der Bäckerei Reisinger, in Bad Mitterndorf, durfte ich als Kind meine ersten kaufmännischen Gehversuche machen und ein paar Ferien-Schillinge verdienen. Gegenüber, mit der Hausnummer 2, neben dem Pfarrhof, befindet sich das Heimathaus „Sattler“ meiner Vorfahren väterlicherseits, in welchem wir in der Ferienzeit wohnten. Meine Vorfahren hatten dort früher eine Trafik, welche zuletzt von meiner Großtante Maria Haslebner (die Tschick Miatz) geführt wurde und die auch durch ihre Gesangsstimme im Kirchenchor sehr bekannt war. Auch das alte, traditionelle Kaufhaus Köstler wurde von unserer Familie, bis zur Eröffnung des Konsums in Bad Mitterndorf, geführt. Mein Urgroßvater Johann Haslebner heiratete Dorothea, eine gebürtige Heissl (Tochter der Bäckerei Heissl), aus Obersdorf. Sie hatten vier Kinder, drei Töchter und einen Sohn. Mein Großvater, Franz Haslebner, war als Nachzügler (1903) der Jüngste dieser Familie. Er kam durch seine Anstellung als Gemeinde-Elektriker nach Rottenmann, wo er gemeinsam mit seiner Frau Helene eine Familie (drei Buben) gründete und bis zu seinem Ableben dort wohnte. Nebenbei war er auch rund 50 Jahre Kino-Operateur, von der Stummfilmzeit bis zum Ton und Farbfilm, in Rottenmann. Das Haus in Bad Mitterndorf blieb weiterhin in unserem Familienbesitz und gehört heute meinem Vater.

In Bad Mitterndorf durfte ich 1986 auch meine aus Grundlsee stammende Frau Monika Hopfer (vulgo Frosch), Narzissenprinzessin im Jahre 1982, bei einer Jazz-Veranstaltung kennenlernen. Wir haben noch im selben Jahr geheiratet und bekamen drei gemeinsame Kinder (Manuel, Manuela und Sarah), die uns auch schon zu zweifachen Großeltern (Simon und Aram) gemacht haben.

  • Wie ist mein beruflicher Werdegang verlaufen?

Nach meiner Pflichtschulzeit in Rottenmann kam ich in die Polizeikadettenschule in Wien (Rossauer Kaserne), welche ich aber nach einigen Monaten wieder verließ. Eigentlich wollte ich damals die Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob (Burgenland) besuchen, aber das blieb mir verwehrt. Während meiner kurzen Polizeischulzeit in Wien lernte ich einen Schauspielschüler kennen, den heute sehr bekannten Johannes Silberschneider, welcher meist mit demselben Zug nach Wien fuhr. Da reifte mein Wunsch ebenfalls den Schauspielberuf zu erlernen. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber noch zu jung und so begann ich eine Einzelhandelskaufmannslehrer im Sanitärbereich in Liezen. Ich besuchte gerade zum ersten Mal die Berufsschule in Hartberg, als meine Mutter mich zu einem Casting für die Fernsehserie „Waldheimat“ in Graz anmeldete. Nach mehreren Terminen des Vorsprechens und Vorspielens erhielt ich tatsächlich die Hauptrolle, um den steirischen Heimatdichter, Peter Rosegger, in seinen Jugendjahren darzustellen. In dieser Zeit durfte ich sehr viel von sehr bekannten und erfahrenen Schauspielern aus dem deutschsprachigen Raum und meinem ersten Regisseur, Wolff Dietrich, lernen. Danach arbeitete ich noch mehrere Jahre als Filmschauspieler in Produktionen des ORF, als Vortragskünstler (Lesungstourneen) und wirkte auch in einem österreichischen Kinofilm mit, bei dem Alfred Ninaus Regie führte.

Aus gesundheitlichen Gründen war ich gezwungen meinen Weg als Filmschauspieler und Vortragskünstler zu beenden und absolvierte Ausbildungen im Bereich der Komplementärmedizin und der Lebens- und Sozialberatung. Gemeinsam mit meiner Frau, welche gewerbliche Masseurin und freiberufliche Heilmasseurin ist, eröffneten wir 1987 unsere Praxis „LUMA Gesundheitsteam“ im Ausseerland-Salzkammergut.

  • Zurzeit arbeite ich…

Neben meinen Tätigkeiten in unserer Gesundheitspraxis forsche und entwickle ich im Bereich der Wassergesundheit und der Komplementärmedizin für Mensch und Tier. Daraus entstanden z.B. schon die „Alpenblüten-Elixiere“ und in Zusammenarbeit mit der Firma „www.Ausseer-Wassermann.at“ die „Cadumed-Therapiestifte“ und die Wasserimplosionssysteme „Akvomed“ und „Spiromed“.

Seit meiner Kindheit, römisch-Katholisch aufgewachsen, interessiere ich mich sehr für Religion und Spiritualität, und gehöre seit 1997 der jüngsten Offenbarungsreligion, der Bahá’í Religion an, in welcher ich heute auch als Kinderklassenlehrer, Juniorjugend-Animator, Tutor für Ruhi Studienkreise und im österreichischen Schulenausschuss tätig bin.Ich habe nach wie vor Bezug zum Ausseerland, weil ich hier arbeiten und leben darf und ein Teil meiner „spürbaren“ Wurzeln von hier kommen und unsere familiären Äste „gesund“ in die Welt wachsen können und unsere Kinder und Enkelkinder auch immer wieder gerne in diese behütete Region „nach Hause“ zum Auftanken kommen.

Am Ausseerland schätze ich besonders die Natur, die mit ihr verbundenen sinnlichen Erfahrungen in den Jahreszeiten, die Farben und Formen der Tracht, einige übrig gebliebene traditionelle Handwerke und den Bauernstand, Musik und Gesang, die Künstler, die Kreativen- und Geistes-Menschen, die hier wohnen oder im Urlaub hier herfinden und die vielen damit verbundenen Aktivitäten und Veranstaltungen.

Was mir weniger gefällt und mich bedenklich stimmt ist die geplante Schließung des Krankenhauses in Bad Aussee, das Verbauen von immer mehr Grünflächen und die sinkende Wertschätzung der Landwirtschaft und die immer schwieriger werdenden Erhaltung des notwendigen Berufsstandes der Bauern. Auch der wichtige Stellenwert von Handwerksberufen, Facharbeiterberufen und der Lehre an sich, sollte in den Schulen unserer Region noch stärker geschätzt und vermittelt werden. Für die Jugend sollten Anreize geschaffen werden, damit sie in unserer Region bleiben, arbeiten und leben können, und die Zukunft in unserer Lebensregion mitgestalten möchten. Ich würde mir auch wünschen, dass immer mehr Menschen in unserer Region öffentliche Verkehrsmittel nutzen und parallel dazu das Angebot in diesem Bereich wieder stärker ausgebaut wird.

Meine Lieblingsplätze im Ausseerland sind die vielen Wasserquellen und Seen, die ätherisch duftenden, warmen Waldböden und die noch vorhandenen artenreichen Wiesen im Sonnenschein, sowie Plätze der Begegnung mit Wildtieren. Meinen absoluten Lieblingsplatz, ich bitte um Verständnis, möchte ich hier jedoch nicht verraten, den zeige ich meinen Kindern, meinen Enkelkindern und meinen Herzensfreunden.

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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