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Niedrigster Dieselanteil im Bezirk Voitsberg
13. Juni, 2018 um 9:44

Der Dieselskandal hat auch in der Steiermark Auswirkungen. Beim Neuwagenkauf entscheiden sich immer mehr gegen Dieselautos, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Nur noch 40 Prozent der Neuwagen fahren mit Diesel, im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Dieselanteil noch 51 Prozent. Messungen haben gezeigt, dass Diesel-Pkw der neueren Schadstoffklasse Euro6 beim
Fahren mehr Stickoxide ausstoßen als neue Lkw. Der VCÖ weist darauf hin, dass Stickoxide sehr gesundheitsschädlich sind.

„Diesel, nein danke“, sagen in der Steiermark immer häufiger Käufer von Neuwagen. 40 Prozent der in den ersten fünf Monaten neuzugelassenen Pkw haben einen Dieselmotor, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit 51 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse
zeigt. Im Jahr 2016 waren noch 57 Prozent der Neuwagen Diesel-Pkw. Die Käufer reagieren auf den Dieselskandal.

Den niedrigsten Dieselanteil bei den Neuwagenkäufen weist der Bezirk Voitsberg mit 36 Prozent, vor Gröbming und dem Bezirk Leibnitz mit 37 Prozent sowie den Bezirken Murtal, Liezen, Bruck-Mürzzuschlag und der Stadt Leoben mit jeweils 39 Prozent.
Selbst der höchste Dieselanteil – in den Bezirken Murtal und Leoben Land mit 46 Prozent – liegt deutlich unter den Werten der vergangenen Jahre.

Diese Woche hat das deutsche Kraftfahrbundesamt mehr als 770.000 Fahrzeuge von Daimler wegen unzulässiger Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung zurückgerufen. Diese Dieselfahrzeuge stoßen beim Fahren auf der Straße große Mengen an schädlichen
Stickoxiden aus.

Schon davor haben zahlreiche Abgasmessungen gezeigt, dass die Diesel-Pkw alles andere als sauber sind: Messungen des Forschungsinstituts ICCT deckten auf, dass neue Diesel-Pkw der Abgasklasse Euro 6 beim Fahren auf der Straße im Schnitt sogar
doppelt so viele Stickoxide ausstoßen wie moderne Lkw. Besonders hohe Stickoxid-Emissionen weisen Diesel-Pkw der Klasse Euro5 auf, die vor allem in den Jahren 2010 und 2014 auf den Markt kamen, macht der VCÖ aufmerksam. Diese Diesel-Pkw verursachen sogar mehr Stickoxide als die Vorgängermodelle der Abgasklasse Euro 4.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Stickstoffdioxid sehr gesundheitsschädlich ist. Es schädigt die Atemwege und kann zu Bronchitis sowie Lungen- und Herzschäden führen. Vor allem für Kinder sowie für ältere Menschen ist Stickstoffdioxid sehr schädlich.
„An stark befahrenen Straßen sind die Schadstoffmengen hoch. Anrainerinnen und Anrainer und auch alle, die hier unterwegs sind, sind einer hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt. Autofahrende sind in einer regelrechten Abgaswolke unterwegs“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Gerade für die Luftqualität des Ballungsraums Graz sind die hohen realen Schadstoffemissionen der Diesel-Pkw sehr negativ.

Die Behörden sind gefordert, dafür zu sorgen, dass Fahrzeuge auch beim Fahren auf der Straße die Schadstoffgrenzwerte einhalten. „Die Grenzwerte wurden geschaffen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen und nicht um in den Laborräumlichkeiten für
saubere Luft zu sorgen“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Zudem ist das Steuerprivileg für Diesel abzuschaffen. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO beträgt diese Steuerbegünstigung in Österreich rund 600 Millionen Euro pro Jahr. In der Schweiz wird Diesel gleich hoch wie Eurosuper besteuert.

Um die Verkehrsprobleme und die vom Verkehr verursachten Umweltprobleme wirksam zu verringern sind die Alternativen zum Auto stark zu verbessern. Neben häufigen Bahn- und Busverbindungen, einem dichteren öffentlichen Verkehrsnetz ist auch der Ausbau der Rad-Infrastruktur sehr wichtig. Immerhin vier von zehn Autofahrten in der Steiermark sind kürzer als 5 Kilometer, sechs von zehn kürzer als 10 Kilometer, macht der VCÖ aufmerksam.

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