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Lawinenwarndienst Steiermark
30. Dezember, 2017 um 7:18
Gefahrenbeurteilung
In den höheren Lagen herrscht in der gesamten Steiermark erhebliche Lawinengefahr, in tieferen Lagen ist die Lawinengefahr mäßig. Durch Neuschnee und starkem Nordwestwind haben sich zahlreiche Gefahrenstellen gebildet. Besonders betroffen sind Einfahrtsbereiche von Rinnen und Mulden, leeseitige Hänge hinter Geländekuppen und generell die Expositionen Nord, Ost und Süd. Die Anzahl der Gefahrenstellen nimmt mit der Höhe zu, insbesondere Osthänge sollten derzeit gemieden werden. Schneebrettlawinen können schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Mit dem prognostizierten Regen steigt am Nachmittag die Gefahr von Lockerschneelawinen, insbesondere im Bereich steiler Wegböschungen sowie steiler Waldhänge.
Schneedeckenaufbau
Im Zuge der Niederschlagsereignisse vom Mittwoch (27.12.) und Donnerstag auf Freitag (28.-29.12.) fielen entlang der Nordalpen bis zu 70cm kalter Neuschnee auf eine gesetzte, oberflächlich verharschte, in tiefen Lagen auch feuchte Altschneedecke. In den übrigen Gebirgsgruppen waren die Neuschneezuwächse geringer. Der Schneefall war überall von zeitweise starkem Nordwestwind begleitet, es kam zu umfangreichen Verfrachtungen und Wechtenbildungen. Der Freitag war zwar zunehmend sonnig, aber windig und zu kalt für eine nachhaltige Setzung. Für Tourengeher ist derzeit vor allem von frischem Triebschnee überdeckter, lockerer Neuschnee gefährlich.
Wetter
Über Nacht zieht es von Nordwesten her wieder zu, der Samstag wird zunehmend unbeständig, windig und wieder deutlich milder. Am Morgen und Vormittag reichen die Schneeschauer noch bis in tiefe Lagen, mit einer Warmfront steigt die Schneefallgrenze mit lebhaftem Westwind gegen Abend auf 1.000 bis 1.500m Höhe an. Die meisten Niederschläge sind in den westlichen Nordalpen zu erwarten, kaum regnen oder schneien wird es hingegen entlang des Randgebirges. Der auf den Bergen anfangs noch mäßig starke Nordwestwind dreht stärker werdend auf West und erreicht bis zum Abend Sturmstärke. Die Temperaturen steigen in 2.000m von -8 Grad auf 0 Grad, in 1.500m von -4 Grad auf +1 Grad.
Tendenz
In der Nacht auf Silvester ist mit Regen bis in die Hochlagen zu rechnen. Am Silvestertag bessert sich das Wetter nur langsam. Im Gebirge wird es dabei sehr mild mit Temperaturen bis +7 Grad in 2.000m. Die Erwärmung beschleunigt einerseits die Setzung der Schneedecke, damit können Schwachschichten abgebaut werden. Anderseits steigt durch den weiteren Regeneintrag in den kalten Neuschnee die Gefahr von spontanen Lawinen an.

Quelle:  Lawinenwarndienst Steiermark

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