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15. Dezember, 2017 um 12:55

Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl verlieh heute im Weißen Saal der Grazer Burg die Forschungspreise des Landes 2017. „Die Steiermark ist das Forschungsland Nummer eins in Österreich und steht auch im europäischen Vergleich an der Spitze. Es ist mir ein großes Anliegen, die herausragenden Forschungsleistungen in unserem Land vor den Vorhang zu holen. Das ist einerseits eine wichtige Wertschätzung für unsere Forscherinnen und Forscher und soll andererseits die Bedeutung der Forschung für die Menschen in der Steiermark bewusst machen. Die Forschungspreise tragen wesentlich dazu bei“, so Eibinger-Miedl.

Der Erzherzog-Johann Forschungspreis geht an Heidrun Zettelbauer vom Institut für Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ulrich Hohenester vom Institut für Physik der KF-Uni wurde mit dem Forschungspreis ausgezeichnet, den Förderungspreis erhielt Christoph Aistleitner vom Institut für Analysis und Zahlentheorie an der Technischen Universität Graz. Alle drei Preise sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert. „Ich gratuliere der Preisträgerin und den beiden Preisträgern sehr herzlich. Sie sind mit ihren Arbeiten auch Vorbilder für junge Forscherinnen und Forscher“, so Landesrätin Eibinger-Miedl.

Informationen zur Preisträgerin und den Preisträgern der Forschungspreise des Landes 2017:

Erzherzog-Johann Forschungspreis:

Heidrun Zettelbauer, Institut für Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz für die Arbeit „Sich der Nation ver|schreiben. Politiken von Geschlecht und nationaler Zugehörigkeit in autobiographischen Selbsterzählungen von Akteurinnen des völkischen Milieus“

Die Studie „Sich der Nation ver|schreiben“ befasst sich mit Prozessen der individuellen politischen Sozialisation von weiblichen Akteurinnen im Kontext der politischen Rechten von 1890 bis 1960 in der Steiermark. Untersucht wird ein politisches Milieu, in dem nicht nur rigorose rassistische und antisemitische Ausgrenzungspolitiken entwickelt wurden, sondern weibliche politische Tätigkeit immer auch mit dem Konzept der „politikunfähigen Frau“ konfrontiert war. In fünf exemplarischen Fallstudien wird der Frage nachgegangen, wie weibliche Aktivistinnen und Sympathisantinnen deutschnational-völkischer bzw. nationalsozialistischer Politik ihr individuelles Engagement wahrnahmen, auf welche Weise sie politische Vorgaben und Geschlechternormen in ihre eigene Lebensgeschichte integrierten und wie sie in autobiographischen Texten zugleich selbst Varianten frauenspezifischer Sozialisation erzeugten.

Forschungspreis des Landes Steiermark 2017:

UIrich Hohenester, Institut für Physik an der Karl-Franzens-Universität Graz für die Arbeit „Mapping vibrational surface and bulk modes in a single nanocube“

Licht ist elektromagnetische Strahlung mit einer Frequenz, die das menschliche Auge wahrnehmen kann. Wenn Ionen – das sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle – schwingen, tun sie das mit einer niedrigeren Frequenz im Infrarot-Bereich, jenseits des sichtbaren Spektrums. In der ausgezeichneten Arbeit ist es Ulrich Hohenester und seiner Gruppe in Kooperation mit Kollegen an der Rutgers University in New Jersey/USA erstmals gelungen, die Schwingungen eines Ionengitters im Detail sichtbar zu machen und damit in einen bisher verborgenen Bereich der Physik vorzudringen. Möglich wurden diese Blicke in die Nanowelt durch eine neue Generation von Elektronenmikroskopen mit extrem hoher räumlicher und spektraler Auflösung. Auf Basis dieser Einsichten sind vielfältige innovative Anwendungen denkbar, von hauchdünnen Strukturen, die Räume schalldicht machen, bis hin zu thermoelektrischen Bauelementen, mit denen sich die Abwärme unseres Körpers zur Energieversorgung von tragbaren elektronischen Geräten nutzen lässt.

Förderungspreis des Landes Steiermark 2017:

Christoph Aistleitner, Institut für Analysis und Zahlentheorie an der Technischen Universität Graz für die Arbeit „Lower bounds for the maximum of the Riemann zeta function along vertical lines“

Schon seit Jahrtausenden sind Mathematiker von den Primzahlen fasziniert, also jenen Zahlen die nur durch sich selbst und durch 1 teilbar sind (wie etwa 2, 3, 5 und 7). Jede ganze Zahl lässt sich auf eindeutige Weise als Produkt von Primzahlen schreiben – die Primzahlen sind also gewissermaßen die Bausteine, aus denen alle anderen Zahlen gemacht sind. Es ist bekannt, dass die sogenannte Riemannsche zeta-Funktion viele (für Mathematiker) wichtige Informationen über die Primzahlen enthält. Die Riemannsche Vermutung, die etwas darüber aussagt an welchen Stellen die zeta-Funktion den Wert Null annimmt, gilt seit über hundert Jahren als das wichtigste ungelöste Problem der Mathematik. Die Arbeit von Christoph Aistleitner liefert einen wichtigen neuen Beitrag über das Verhalten der Riemannschen zeta-Funktion. Seine Ergebnisse sagen zwar nichts darüber aus, an welchen Stellen die Funktion den Wert Null hat, geben aber Auskunft darüber wie oft die Funktion außergewöhnlich große Werte annimmt. Dabei wurde von ihm eine Methodik verwendet, die in der Fachwelt bis dahin für undurchführbar gehalten wurde. Die von Aistleitner entwickelten Methoden wurden inzwischen von anderen internationalen Wissenschaftlern aufgenommen und verfeinert.

Wissenschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl mit Christoph Aistleitner, Heidrun Zettelbauer und Ulrich Hohenester (v.l.)
Foto: Fischer

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