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ZAMG
14. Dezember, 2017 um 7:47

Im Dezember 1892 wurde der Sonnblick Verein gegründet. Er ist Eigentümer von Gebäude und Infrastruktur des Sonnblick-Observatoriums, einem der weltweit bedeutendsten Gipfelobservatorien. Mit zum Teil sehr ungewöhnlichen Maßnahmen verhinderte der Sonnblick Verein in den letzten 125 Jahren mehrmals eine Schließung des Observatoriums aus Kostengründen, unter anderem nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Benefizkonzert des Staatsopernorchesters.

Im Jahr 1886 wurde das Observatorium am Sonnblick in den Salzburger Hohen Tauern eröffnet. Dass aus einer waghalsigen Idee eine wissenschaftliche Erfolgsgeschichte mit weltweiter Bedeutung wurde, ist vor allem zwei Männern zu verdanken: Julius Hann und Ignaz Rojacher. Hann war von 1877 bis 1897 Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und forcierte den Ausbau von Gebirgswetterstationen zur Erforschung der höheren Luftschichten. Rojacher war Besitzer eines Goldbergwerkes in Rauris. Nach einigen Besteigungen von Gipfeln in seiner Region kam er zum Schluss, einen optimalen Ort für eine meteorologische Messstation gefunden zu haben: den frei stehenden Gipfel des Hohen Sonnblicks, in 3106 Meter Seehöhe.

18. Dezember 1892: konstituierende Generalversammlung des Sonnblick Vereins

Schon sehr bald war aber der Betrieb des Observatoriums aus finanziellen Gründen gefährdet. Im Juli 1888 machte daher Universitätsdozent Dr. Joseph Maria Pernter, Mitarbeiter der damaligen k. k. Zentralanstalt für Meteorologie, den Vorschlag, es möge sich ein Sonnblick Verein aus Vertretern von Tourismus und Wissenschaft konstituieren, der durch kleine jährliche Mitgliedsbeiträge in der Lage wäre, alle Existenzsorgen der Wetterstation zu beseitigen. Die Idee nahm allmählich Gestalt an und am 18. Dezember 1892 fand schließlich im Grünen Saal der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien die konstituierende Generalversammlung des Sonnblick Vereins statt. Als Ziel des Vereins wurde „…die Erhaltung der meteorologischen Station am Sonnblick zur Erforschung der Bewegung der Atmosphäre…” festgelegt. Besonders verdient machte sich der erste Präsident des Vereins, Generalmajor Albert Edler von Obermayer (1844-1915).

Prominente Unterstützung aus der Öffentlichkeit

Auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten war die Erhaltung des Observatoriums eine sehr schwierige Aufgabe, besonders in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Mit unterschiedlichsten Werbeaktionen erreichten die Verantwortlichen im Sonnblick Verein eine breite Öffentlichkeit. So veranstaltete nach dem Zweiten Weltkrieg Siegfried Schwarzl, ein Wiener Musiker und Meteorologe, ein Benefizkonzert des Staatsopernorchesters zugunsten des Sonnblicks und der damals noch weitgehend unbekannte Autor Johannes Mario Simmel verfasste einen Kommentar mit Spendenaufruf im “Neuen Österreich”.

Jährlich rund 40 nationale und internationale Forschungsprojekte

Durch die zahlreichen Hilfsaktionen konnte auch in wirtschaftlich sehr schlechten Zeiten die Finanzierung gesichert werden. Heute stehen dem Sonnblick Verein jährliche Subventionen des jeweiligen für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministeriums (derzeit Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, BMWFW) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Vereins- und Sponsoringbeiträge für die Erhaltung des Observatoriums zur Verfügung. Mittlerweile zählt der Sonnblick zu den weltweit wichtigsten Gipfelobservatorien. Zusätzlich zu den täglichen Messungen werden hier jedes Jahr rund 40 nationale und internationale Forschungsprojekte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wissenschaft durchgeführt.

Wichtige Verbesserungen der Infrastruktur 2017 und 2018

Aber auch heute steht der Sonnblick Verein, vertreten durch den Vorsitzenden Franz Schausberger und die Generalsekretärin Elke Ludewig, immer wieder vor neuen Herausforderungen. „Um einen durchgehenden und sicheren Betrieb in der extremen Lage von über 3100 Metern Seehöhe aufrecht erhalten zu können, müssen einzelne Teile der Infrastruktur immer wieder erneuert werden”, erklärt Ludewig. „So wurde im Jahr 2017 die Notstromversorgung mittels einer Förderung der Landesregierung Salzburg erneuert. Das alte Notstromaggregat war über 25 Jahre alt, stellte ein Sicherheitsrisiko dar und entsprach auch hinsichtlich Umweltschutz nicht mehr dem neuesten Stand der Technik. Außerdem wurde 2017 mit Unterstützung des Bundes und des Landes Salzburg der Grundstein für die dringend anstehende Erneuerung der Seilbahn auf den Sonnblick gelegt, einer notwendigen Sicherheitsmaßnahme für Personal und Forscher. Der Bau der neuen Seilbahn erfolgt 2018.”

Herausforderung Stromversorgung

Im Jahr 2018 steht außerdem die Erneuerung der 33 Jahre alten 20 Kilovoltleitung zum Sonnblick-Observatorium an. Nach der Schließung der Richtfunkstation am Hohen Sonnblick hätte die Stromleitung abgebaut werden sollen, wodurch der Forschungsbetrieb massiv gefährdet gewesen wäre. Der Sonnblick Verein übernahm daher von der VERBUND Services GmbH die Leitung und arbeitet derzeit an einer schnellen Erneuerung der alten 20 Kilovoltanlage.

Unterstützung und neue Mitglieder sind willkommen

Das Sonnblick-Observatorium auf über 3100 Metern in den Hohen Tauern: Vor 125 Jahren, im Dezember 1892, wurde der Sonnblick Verein gegründet, der Gebäude und Infrastruktur erhält und die Forschung unterstützt. Quelle: ZAMG/Scheer.

„Neue Mitglieder und Spenden sind also weiterhin wichtig, wir freuen uns über jede Unterstützung”, sagt die Leiterin des Observatoriums Elke Ludewig. „Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge fließen direkt in die Erhaltung des Sonnblick-Observatoriums und in die Forschung vor Ort. Die Kontaktaufnahme zum Sonnblick Verein ist über die Website www.sonnblick.net möglich.”

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