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Aus Anlass der Präsidentschaftswahlen:
17. Juli, 2017 um 11:01
  • 8.639 indische StaatsbürgerInnen in Österreich – sechstgrößte asiatische Community
  • 69 Prozent von ihnen sind in Wien ansässig
  • Zahl der Asylanträge leicht steigend, keine positiven Asylgewährungen
  • Einbürgerungen: Indien auf Platz acht
  • Indische Community in zahlreichen Kulturvereinen organisiert

 

In Indien finden am 17. Juli 2017 Präsidentschaftswahlen statt. Der Präsident wird indirekt von den gewählten Mitgliedern aller indischen Volksvertretungen gewählt. Die Stimmauszählung findet drei Tage später am 20. Juli statt. Anläßlich der Wahl wirft die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf die indische Community in Österreich.

 

Zahl der InderInnen nimmt kontinuierlich zu

In den vergangenen Jahren stieg sowohl die Zahl der in Österreich ansässigen indischen StaatsbürgerInnen als auch jener Menschen, die in Indien geboren wurden. Lebten zu Jahresbeginn 2003 5.518 InderInnen in Österreich, sind es 15 Jahre später 8.639. Damit liegt Indien auf Platz sechs der größten asiatischen AusländerInnen-Gruppen in Österreich (nach Afghanistan, Syrien, Irak, Iran und China).

 

Unterschieden nach dem Geburtsland – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – lebten Anfang 2003 9.557 in Indien geborene Personen hierzulande, zu Beginn des Jahres 2017 waren es 14.039.

 

Indische Staatsangehörige und in Indien geborene Personen jeweils am 1.1

Indische Staatsangehörige und in Indien geborene Personen jeweils am 1.1, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Was die Anzahl der Personen ausländischer Herkunft betrifft, weichen die offiziellen Zahlen oft von jenen ab, die die Communities selbst angeben. Die indische Botschaft wollte gegenüber der MSNÖ keine Schätzungen abgeben. Die „Indian Cultural Association“ geht von rund 50.000 Personen mit indischen Wurzeln in Österreich aus.

 

Rund 2/3 der InderInnen in Wien ansässig

Eine deutliche Mehrheit der indischen Community hat in Wien ihren Lebensmittelpunkt: So leben 68,7 Prozent aller in Österreich ansässigen indischen StaatsbürgerInnen in der Bundeshauptstadt sowie 66 Prozent jener Personen, die in Indien geboren wurden. Danach folgen Salzburg (5,9 nach Staatsangehörigkeit und 6,8 Prozent nach Geburtsland) sowie Niederösterreich (5,0 Prozent nach Staatsangehörigkeit und 6,8 Prozent nach Geburtsland).

 

Indische Staatsangehörige und in Indien geborene Personen nach Bundesland am 1.1.2017

Indische Staatsangehörige und in Indien geborene Personen nach Bundesland am 1.1.2017, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Asylanträge nehmen seit 2013 leicht zu

Im vergangenen Jahr suchten 515 indische Staatsangehörige um internationalen Schutz in Österreich an. Gegenüber dem Jahr zuvor entspricht das einem Plus von 15 Prozent – eine steigende Tendenz, die seit 2013 erkennbar ist. Wirft man einen Blick weiter zurück zeigt sich, dass die Asylanträge bereits auf einem deutlich höheren Niveau waren. So stellten 2003 2.822 InderInnen einen Asylantrag in Österreich.

 

2017 ist die Zahl der Asylanträge von InderInnen vorerst wieder rückläufig: So stellten bis Ende Mai 2017 133 Personen einen Asylantrag, im Vergleichszeitraum 2016 waren es 216.

 

Asylanträge von indischen StaatsbürgerInnen 2003 bis 2016

Asylanträge von indischen StaatsbürgerInnen 2003 bis 2016, Quelle: Statistik Austria/BM.I, eigene Darstellung

 

Gleichzeitig zeigt sich, dass in den vergangenen Jahren indische AsylwerberInnen keinen positiven Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten haben. Der Großteil der Verfahren wurde negativ entschieden: Im Jahr 2016 erhielten 255 InderInnen eine rechtskräftige negative Asylentscheidung.

 

Rechtskräftige positive Asyl-gewährungen Rechtskräftige negative Asyl-gewährungen Rechtskräftige subsidiäre Schutz-gewährungen Rechtskräftige humanitäre Schutz-gewährungen
2016 0 255 7 48
2015 0 165 * 48
2014 0 300 3 1

* für das Jahr 2015 stehen der MSNÖ keine Zahlen zu den subsidiär Schutzgewährungen zur Verfügung, Quelle: BM.I, eigene Darstellungen

 

Einbürgerungen steigen seit 2013 stark an

In den vergangenen Jahren erhielten immer mehr ehemalige indische Staatsangehörige eine österreichische Staatsangehörigkeit. Waren es 2013 165 InderInnen, die in Österreich eingebürgert wurden, waren es 2016 277 Personen. Damit liegen ehemalige InderInnen auf Platz acht jener Nationen mit den meisten Einbürgerungen im Jahr 2016.

 

Einbürgerungen ehemaliger InderInnen

Einbürgerungen ehemaliger InderInnen, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Wanderungssaldo durchgehend positiv

Seit 2010 migrieren kontinuierlich mehr InderInnen nach Österreich, gleichzeitig verlassen weniger InderInnen Österreich. Dadurch stieg das Wanderungssaldo deutlich an: Lag es 2010 bei 42 Personen, waren es zwei Jahre später 563 Personen. 2016 betrug das Saldo 474.

 

Wanderungssaldo mit Indien bis 2016

Wanderungssaldo mit Indien, Quelle: Statistik Austria, eigene Drastellung

 

568 indische Studierende

Stieg die Zahl der indischen Studierenden in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, war sie im Wintersemester 2016/17 erstmals leicht rückläufig. So studierten im Wintersemester 2015/16 insgesamt 588 InderInnen an einer österreichischen Hochschule, ein Jahr später waren es 568. Der Großteil von ihnen war an einer öffentlichen Universität eingeschrieben (415 Personen). Weitere 146 InderInnen studierten an einer Fachhochschule, 17 an einer Privatuniversität.

 

Insbesondere an den öffentlichen Universitäten zeigt sich, dass der Frauenanteil bei den indischen Studierenden sehr niedrig ist. So waren 2016/17 29,9 Prozent (124 Personen) der indischen Studierenden an einer öffentlichen Uni weiblich und 70,1 Prozent (291 Personen) männlich.

 

2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17
Öffentliche Universitäten 367 357 366 431 415
Privatuniversitäten 9 11 9 11 17
Fachhochschulen 86 117 138 146 136
Gesamt 462 485 513 588 568

Indische Studierende an österreichischen Hochschulen, Quelle: BM.WFW, eigene Darstellung

 

5.501 indische Beschäftigte

Im Jahresdurchschnitt 2016 waren 5.501 indische Staatsangehörige in Österreich beschäftigt. Die Mehrheit von ihnen, nämlich 3.948 Personen, arbeitete in einem unselbstständigen Beschäftigungsverhältnis, 842 arbeiteten selbstständig und 692 geringfügig. 19 InderInnen arbeiteten auf Basis eines freien Dienstvertrages.

 

Beschäftigte Jahresdurchschnitt 2016
Unselbstständig Beschäftigte 3.948
Geringfügig Beschäftigte 692
Selbstständige 842
Freie Dienstverträge 19
Gesamt 5.501

Indische Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2016, Quelle: BMASK, eigene Darstellung

 

20,5 Prozent der unselbständig Beschäftigten arbeiteten 2016 in der Branche „Beherbergung und Gastronomie“. Die weiteren Top 5-Branchen gliedern sich wie folgt auf:

 

Beherbergung und Gastronomie 1.130
Herstellung von Waren 408
Handel (inkl. Instandhaltung und Reparatur von KFZ) 342
Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen 335
Verkehr und Lagerei 319

Indische Beschäftigte nach Branchen im Jahresdurchschnitt 2016, Quelle: BMASK, eigene Darstellung

 

Die Arbeitslosenquote lag bei InderInnen im Jahresdurchschnitt 2016 bei 10,1 Prozent und damit deutlich unter der Quote bei AusländerInnen (13,5 Prozent), aber auch über der Quote bei InländerInnen (acht Prozent).

 

Zahlreiche kulturelle und religiöse Vereine

Die indische Community bietet ein vielfältiges, sehr heterogenes Vereinsangebot in kultureller und religiöser Hinsicht. So widmet sich etwa die Österreichisch-Indische Gesellschaft (ÖIG) der Pflege der Beziehungen zwischen Österreich und Indien auf kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem, wissenschaftlichem und technologischem Gebiet. Die Präsidentin der ÖIG, Anjali Radha, ist zugleich die Leiterin des Vereins „Natya Mandir – Verein zur Förderung des indischen Tanzes in Österreich“, der neben Tanzkursen und Workshops auch Vorträge u.a. zum Thema indischer Tanz anbietet.

 

Der Verein „Ganesha – Verein für Begegnung und Integration“ widmet sich ebenfalls der indischen Kultur, etwa in Form von Veranstaltungen zum Thema traditionelle indische Musik, Poesie und Tänze. Laut der indischen Botschaft organisieren etwa der „Swami Madhavananda World Peace Council“, der „World Malayalee Council“, der Verein „Gurudwara Sikh“, der Verein „Kerala Samajam Vienna“ und der Verein „Vienna Malayalee“ regelmäßig kulturelle Veranstaltungen. Zudem gibt es einen Blog zu indischen Kulturveranstaltungen in Österreich.

 

Das „India Center Graz“ ist eine Initiative des Vereins „Indisch-Österreichischen Gesellschaft für Kultur und Freizeit Graz“. Im Zentrum der Initiative steht die Integration und Bereitstellung indischer Kultur in der Steiermark.

 

Nach Angaben der Botschaft nimmt die indische Community in Österreich aktiv an kulturellen, religiösen und nationalen Feierlichkeiten teil. Die Botschaft selbst organisiert ebenfalls kulturelle Veranstaltungen, wie etwa die regelmäßig stattfindenden indischen Filmabende.

 

Der 2002 gegründete österreichische Verein „Cope“ leistet Entwicklungsarbeit in Indien. Die Vereinsmitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, indischen Kindern durch verschiedene Projekte Zukunftschancen zu ermöglichen. „Cope“ hat sowohl in Salzburg als auch in Tirol einen Standort.

 

Indische Community geprägt von religiöser Vielfalt

In Österreich herrscht bei der indischen Diaspora eine ebenso große religiöse Vielfalt wie in ihrem Herkunftsland Indien. HinduistInnen, die sich in Vereinen organisieren wie etwa die Sikhs und Ravidass, BuddhistInnen, MuslimInnen und ChristInnen prägen die indische Community hierzulande. Zudem gibt es einige Personen, die den Parsi oder den Bahai angehören.

 

Der „Shri Guru Ravidass Sabha“ Tempel und der „Gurdwara Guru Nanak Parkash“ Tempel, beide in Wien, sind besipielsweise hinduistische Vereine (für weitere Informationen zu Sikhs und Ravidass siehe MSNÖ-Artikel: „Bis zu 10.000 Sikhs feiern Vaisakhi“).

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