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Vor den Vorhang
14. Mai, 2017 um 6:00
Für den redaktionellen Inhalt verantwortlich:
Marina Schobegger , im Auftrag des ARF

 

Wohnort: 8990 Bad Aussee
Beruf: Grafikerin

 

Kurze Beschreibung der Tätigkeit:

Ich bin die Obfrau des Vereins „Plattform Gastfreundschaft Ausseerland-Salzkammergut“. Wir kümmern uns um Flüchtlinge in unserer Region. Steffi Machart, Chlodwig Haslebner, Wolfgang Grafl, Gerlinde Bernhardt, Michaela Pulz und ich ergeben den Vorstand des Vereins. Wir kümmern uns gemeinsam um Organisatorisches, Bürokratisches und alles was halt so anfällt …

 

Wann und wie oft übe ich meine Tätigkeit aus?

Eigentlich ständig. Vor kurzem haben wir eine A1-Prüfung in Bad Aussee organisiert. Dort konnten die Flüchtlinge und die ehemaligen Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse durch die ÖSD zertifizieren lassen. Aber auch bei Wohnungseinrichtungen oder Arbeitsbeschaffungen wird geholfen. Man muss sich das so vorstellen: Solange der Flüchtling in der Grundversorgung ist, bekommt er € 150,– pro Monat. Sobald der Asylwerber einen Status hat – d. h. er ist offiziell kein Flüchtling mehr und darf in Österreich bleiben und auch ganz normal arbeiten – helfen wir eine Arbeit zu finden. Bei allen Flüchtlingen, die bei uns in der Region sind und auch bleiben wollen, haben wir eine positive Vermittlung in ein Arbeits- oder Lehrverhältnis geschaffen. Alle Arbeitgeber sind mit unseren Schützlingen sehr zufrieden. Das macht uns natürlich sehr stolz.

 

Ich bin dazu gekommen, dies zu machen, durch …

Ich glaube einfach, dass wir die Welt nur verändern können, indem wir in unserem Umfeld damit beginnen. Nicht wegschauen, sondern handeln. Es ist eine persönliche Einstellung ob ich Augen, Arme und vor allem das Herz öffne und mir selbst ein Bild von allem mache oder einfach das glaube, was mir irgendjemand erzählt.

 

 

Ich mache es gerne, weil …

Natürlich wäre es mir lieber, es wäre keine Flüchtlingshilfe notwendig und es würde keinen Krieg geben. Da ich diese Tatsache leider nicht ändern kann, möchte ich – gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern – wenigstens die Situation der Flüchtlinge in unserer Region verbessern. Ich kann mit den Asylwerbern sprechen, über ihr „altes“ Leben, über ihre Familien – die sie vielleicht nie mehr wieder sehen – oder über ihre „alte“ Heimat. Ich mache es gerne, weil ich dadurch sehr viel lernen kann und sehe, wie viele Gemeinsamkeiten wir im Grunde alle haben – und trotzdem ist jeder Einzelne sehr individuell. Es sind Familien mit Cousins, Eltern, Nichten, Onkeln – wie bei uns. Sie feiern Feste, Geburten, Hochzeiten – wie bei uns. Jeder hat seine ganz eigene Geschichte – wie bei uns.

 

Bei meiner Tätigkeit fasziniert mich vor allem …

… die Freude, die Herzlichkeit, die Gastfreundlichkeit, die Dankbarkeit und das Vertrauen der Menschen denen nichts mehr geblieben ist. Wir haben so viel, dass wir gar nicht mehr wissen auf was es WIRKLICH ankommt. Die eigenen Probleme sind dagegen eine Kleinigkeit und meistens leicht zu lösen. Aber am meisten fasziniert mich die Veränderung: Vor zwei Jahren lernte ich einen jungen Flüchtling, gerade mal 20 Jahre alt, in Bad Mitterndorf kennen. Er war total verunsichert und schüchtern, sprach kaum und blickte immer verängstig auf den Boden. Wir organisierten einen Privatverzug nach Altaussee, d. h. eine Familie nahm ihn zu sich ins Familienleben auf. Durch alle Ehrenamtlichen, Lehrer und Helfer – ist er heute ein junger, höflicher, selbstbewusster Mann, der bald eine KFZ-Lehre beginnt. Jemand hat mal gesagt: „Veränderung ist schwer am Anfang, chaotisch in der Mitte und HERRLICH am Ende“.

 

Mit diesen Hindernissen/Schwierigkeiten habe ich zu kämpfen …

Eigentlich ist das größte Hindernis die Unwissenheit mancher Menschen. Es wird angenommen, dass einem Flüchtling die gebratenen Tauben in den Mund fliegen und es ja den Österreichern – denen es ja viel schlechter geht – nicht geholfen wird. Ein Flüchtling bekommt € 150,– pro Monat. Quartier (manchmal 6 Personen auf 32m2), Wasser und Strom werden gestellt. Essen, Bekleidung, Hygieneartikel usw. müssen vom Asylwerber selbst durch die € 150,– finanziert werden. Wäre doch mal ein interessanter Selbstversuch: Mit diesem Budget ein Monat auszukommen…?

 

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass…

… es nicht darum geht, wo der Mensch herkommt, wie er aussieht und welcher Religion er angehört, sondern einfach die Tatsache zählt wie er IST!

 

Sollten Sie eine Person kennen, die man vor den „Vorhang“ bitten könnte, dann sind wir für jeden Tipp an office@arf.at dankbar.

 

Anna Grafl – Obfrau des Vereins „Plattform Gastfreundschaft Ausseerland-Salzkammergut“- mit einigen Flüchtlingen, die in der Region wohnen.

 

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