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VCÖ fordert mehr Gehwege und fußgängerfreundliche Verkehrsplanung
21. April, 2017 um 10:00

Zu Fuß zur Arbeit oder Schule, ins Kaffeehaus oder um Einkäufe zu erledigen. Im Schnitt gehen die Steirerinnen und Steirer 270 Kilometer pro Jahr für Alltagserledigungen zu Fuß, berichtet der VCÖ. Damit liegen die Steirer im Bundesländer-Vergleich im Mittelfeld. Der VCÖ spricht sich für eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in den Gemeinden und Städten aus sowie für
Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächsten Ort.

Am Sonntag findet der 34. Vienna City Marathon statt. Die eigenen Beine werden nicht nur zum Laufen und Spazierengehen genutzt, sondern auch um Alltagsziele zu erreichen. Immerhin ist in der Steiermark jeder siebte Alltagsweg kürzer als ein Kilometer, informiert der VCÖ. Im Schnitt legen die Steirerinnen und Steirer per Pedes 270 Kilometer pro Person und Jahr zurück, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zeigt. Das entspricht etwa der Distanz von sechs Marathons und einem Halbmarathon. Der durchschnittliche Fußweg in der Steiermark ist rund eineinhalb Kilometer lang, etwa jede zwölfte Autofahrt ist in
fußläufiger Distanz.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass die Steirerinnen und Steirer im Bundesländer-Vergleich beim Gehen im Alltag (also ohne Wandern und Spaziergänge) im Mittelfeld liegen. Spitzenreiter ist Tirol (335 km / Person und Jahr) vor Wien und Vorarlberg. Der Österreich-Schnitt liegt bei 265 Kilometer.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Alltagserledigungen für viele eine gute Möglichkeit sind, auf die tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt täglich eine halbe Stunde Bewegung. Regelmäßige Bewegung verringert das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, sinkt das Stressniveau und beugt auch Diabetes Typ 2 vor.

“Ob und wie viel im Alltag zu Fuß gegangen wird, hängt von der Verkehrsplanung und der Siedlungsentwicklung ab. Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in Kombination mit belebten Ortskernen und einer guten Nahversorgung führen dazu, dass
die Bevölkerung viele Erledigungen gesund und umweltfreundlich zu Fuß machen können”, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen für eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung aus. Dazu gehören Verkehrsberuhigung – insbesondere in Wohngebieten, im Umfeld von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen – sowie ausreichend breite Gehwege. “Zwei Personen mit Rollator oder Kinderwagen sollen bequem aneinander vorbei gehen können”, nennt VCÖ-Experte Gansterer eine Faustregel. Wichtig ist zudem, dass Bahnhöfe und Haltestellen gut und ohne Umwege zu Fuß erreichbar sind.

Wie viel im Alltag zu Fuß gegangen wird, hängt nicht nur von der Verkehrsplanung ab. Ein angenehmes und interessantes Umfeld erhöht die Bereitschaft, auch längere Distanzen zu Fuß zugehen. Lebendige Erdgeschoßzonen mit Geschäften und Cafés statt
Leerstände und ein begrüntes Umfeld, etwa mit Bäumen als Schattenspender, statt grauer Betonwüsten führen zu mehr Fußgängerinnen und Fußgängern.

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