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Vor den Vorhang
26. Februar, 2017 um 6:00
Für den redaktionellen Inhalt verantwortlich:
Marina Schobegger , im Auftrag des ARF

Wohnort: Bad Aussee
Beruf: NMS-Lehrer

 

Kurze Beschreibung der Tätigkeit: 

Neben meiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer für die Fächer M, Ph, Ch, GZ, Info und Bildungsberatung – die mir noch immer großen Spaß macht – interessiere ich mich seit meiner Kinder- und Jugendzeit auch sehr für Musik, Brauchtum und Volkstanz. Auch diverse Wintersportarten übe ich gerne aus und bin im Sommer oft mit Motorrädern (Old- und Youngtimern) unterwegs.

 

Wann und wie oft übe ich meine Tätigkeit aus?

Der Großteil meiner Freizeit wird für die Musik aufgewendet. Als Kapellmeister, Klarinettist, Stabführer, … bei verschiedenen Klangkörpern sind natürlich unzählige Proben und Ausrückungen notwendig, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, aber auch große Freude bereiten.
1975 bin ich zur Feuerwehrmusikkapelle Lupitsch gekommen. Wenige Jahre nach meinem blasmusikalischen Start kam ich auch zu den „Lupitscher Musikanten“, einer kleineren Formation der FMK Lupitsch, die sich der blasmusikalischen Unterhaltungsmusik verschrieben hat.
Seit 1980 bekleidete ich bei der FMK Lupitsch das Amt des Kapellmeister-Stellvertreters und wurde 1999 zum Kapellmeister bestellet. Auch als Stabführer führte ich dabei immer wieder die Kapelle an.
Im Blasmusikbezirk Bad Aussee habe ich seit 1994 die Funktion des Schriftführers inne und war dabei auch 12 Jahre lang als EDV-Referent tätig.
Während meiner Studienzeit habe ich mir mit dem „Ausserland-Quintett“ das Taschengeld aufbessern können. Das erste Klarinettenquartett (Hölzerne Querulanten) des Ausserlandes wurde von mir 2005 als Alternative zu den Blechbläsern anlässlich des 1. Jodler- und Weisenbläsertreffens auf der Blaa Alm gegründet.

Seit 1991 bin ich als Klarinettist beim Kirchenorchester Bad Aussee tätig und etwa zu dieser Zeit wurde ich mit der Klarinette auch bei den Ausseer Bürgertrommelweibern, die heuer ihr 250jähriges Bestehen feiern, aufgenommen. Meine jüngste Mitgliedschaft gilt seit 2014 dem großen Streichorchester der Bürgermusikkapelle Bad Aussee. Bei diesem Klangkörper darf ich heuer den traditionellen Steirerball dirigieren.

In den frühen 1980er Jahren war ich auch Mitglied der Ausseer Volkstanzgruppe und habe seither auch viele Volkstanzkurse geleitet. Nach dem Ableben vom „Hauser Herbert“ bin ich schließlich auch zu den „Alten Straßner Paschern“ gestoßen.

 

Ich bin dazu gekommen, das alles zu machen, durch ….

Den Entschluss, Lehrer zu werden, habe ich bereits in meiner Mittelschulzeit im Mupäd Bad Aussee (heute BORG) gefasst. Ich habe damals neben dem Musizieren in der Blaskapelle auch Jungscharstunden gehalten. Die Arbeit mit den Kindern hat mir derart viel Spaß gemacht, dass ich auch beruflich mit Kindern zu tun haben wollte.
Vor einigen Jahren war ich neben der schulischen Arbeit auch in der Chemielehrer-Fortbildung im Pflichtschulbereich tätig und österreichweit unterwegs. Damals haben drei Kollegen und ich auch ein Experimentierhandbuch mit dem Titel „Chemische Versuche in der Mittelstufe“ herausgebracht. Ich bin auch Lehrbeauftragter des Roten Kreuzes und mit Kolleginnen immer wieder für die Abhaltung der Erste Hilfe-Kurse an der Schule verantwortlich. Als Bildungsberater der NMS Bad Aussee liegt mir natürlich auch die Berufsorientierung unserer Schülerinnen und Schüler, also das Herausfinden der eigenen Talente, Fähigkeiten und Stärken, sehr am Herzen. Dazu organisiere ich eine Fülle an Zusatzangeboten wie etwa der Besuch von Berufsmessen, Schnuppertagen in Betrieben usw.

Zum Musizieren, genauer gesagt zur Klarinette, bin ich durch den Umstand gekommen, dass ich ein Blasinstrument erlernen wollte und sich zu dieser Zeit nicht die Frage gestellt hat, welches Instrument man erlernen möchte, sondern ob man jemanden kennt, der einem ein Instrument beibringt. Damals wurden nämlich die meisten Instrumentalschüler bei Privatlehrern ausgebildet. Bei mir bot sich mein Onkel an, der ein hervorragender Klarinettist war und ist. Damit war mein Instrument, die Klarinette, fixiert. Da er auch Mitglied der Feuerwehrmusikkapelle Lupitsch bis zum heutigen Tag ist, war es klar, dass auch ich bei diesem Klangkörper anfangen würde.

 

Ich mache es gerne, weil…

Musik verschiedenster Richtungen zu hören, besonders aber das eigene Musizieren in einer Gruppe, einer Kapelle, … hat mich schon von Kindertagen an fasziniert. Als Jungfrau-Geborener habe ich auch den nötigen Ehrgeiz und die Konsequenz in die Wiege gelegt bekommen, dies auch mit Freude durchzuziehen. Auch der Umstand, dass ich mich als geselligen Menschen einschätze, ist für das Musizieren nicht unbedingt ein Fehler.

 

Bei meiner Tätigkeit fasziniert mich vor allem…

Beruflich fasziniert es mich, das Privileg zu haben, mit jungen Menschen arbeiten zu dürfen, bei denen man ein Stück Weggestalter und –begleiter sein darf. Man wird täglich gefordert, gleichzeitig erfährt man aber auch so viel Freude und Frische und bleibt dabei am Puls der Zeit.

Bei meinen musikalischen Tätigkeiten begeistert mich das Miteinander von Jung und Alt. In der FMK Lupitsch z. B. reicht die Altersspanne von ca. 12 Jahren bis über 80 Jahre. Die Musik kennt fast keine Generationskonflikte, lehrt Gemeinschaftssinn, Toleranz sowie Fröhlichkeit und lässt die verschiedenen Altersschichten voneinander profitieren.

 

Mit diesen Hindernissen/ Schwierigkeiten habe ich zu kämpfen….

Beruflich ist es dann nicht ganz einfach, wenn unserem Berufsstand Aufgaben von oberster Instanz übertragen werden, die oft nur Schreibtisch- aber nicht Alltagstauglichkeit haben.

Musikalisch sehe ich das Nachwuchsproblem als groß an. Es bedarf, abgesehen von musikalischen Qualitäten, schon auch eines großen Durchhaltevermögens, einer Bereitschaft zum Üben, bis man in einem Klangkörper mitspielen kann. Junge Leute bekommen da manchmal wenig Unterstützung aus den eigenen Reihen, um „Durchhänger“ zu überwinden. Weiters gibt es heute eine sehr große Anzahl an Freizeitmöglichkeiten. Viele davon können mit wesentlich weniger Aufwand und Konsequenz betrieben werden als es in der Musik notwendig ist. Auch das immer weiter sinkende Eintrittsalter in einen Verein macht mir Sorgen. Es liegt einfach daran, dass – um Floskeln zu bemühen – alle Vereine im selben Teich fischen und bekanntlich der frühe Vogel den Wurm fängt.

 

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass…

Ich hoffe, dass junge Leute auch weiterhin bereit sind, verschiedenen Vereinen – insbesondere Musikvereinen – beizutreten, um dort engagiert mitzuwirken. Wichtig ist, dass wir, die ältere Generation, die entsprechende Begeisterung, Freude und das nötige Feuer dazu vermitteln und mitgeben. Dies gilt auch für jeden anderen Verein und jedes andere traditionelle Brauchtum. So kann es uns gelingen, die vielfältige und einzigartige Kultur- und Brauchtumslandschaft im wunderschönen Ausseerland für viele weitere Generationen zu erhalten.

Sollten Sie eine Person kennen, die man vor den „Vorhang“ bitten könnte, dann sind wir für jeden Tipp an office@arf.at dankbar.

Hans Gamsjäger – Kapellmeister der Feuerwehrmusikkapelle Lupitsch, begeisterter Musiker, NMS Lehrer und vieles mehr!

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